Die Stadt der Träumenden Bücher

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Walter Moers · 2004 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Autor(en): Walter Moers
Originaltitel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Bücher, Katakomben, Dichter, Zamonien
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper


Umfang dieser Ausgabe: 480 Seiten
ISBN: 9783492246880
Verweise
Umschlag

Die Stadt der Träumenden Bücher ist der 2004 bei Piper erschienene Roman von Walter Moers, der vierte aus dem Kontinent Zamonien nach dem Käpt'n Blaubär, Ensel und Krete und Rumo. Ein junger Lindwurm erbt ein makelloses Manuskript, fährt nach Buchhaim und stürzt in die Katakomben unter den Antiquariaten, wo Bücher töten, heilen und in den Wahnsinn treiben. Moers hat den Band selbst illustriert; der Erzähler ist der Dichter, dessen Eitelkeit die Gefahr nicht mindert. 2005 erhielt das Buch den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. Es ist als Liebeserklärung an das Lesen gelesen worden, die das Lesen für lebensgefährlich erklärt.

Inhalt

Hildegunst von Mythenmetz lebt in der Lindwurmfeste und hält sich für ein Talent von der Sorte, die noch keinen Satz veröffentlicht hat und trotzdem den Nachruhm plant. Als der Pate Danzelot von Silbendrechsler stirbt, hinterlässt er wenig außer einem Manuskript ohne Verfassernamen, dessen Sätze so vollkommen sind, dass Mythenmetz dem Ursprung nachreisen muss. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher: Gassen voller Läden, Geruch nach Druckerschwärze, Leder und Säure. Der Antiquar Pfistomel Smeik lockt den Ankömmling, erkennt das Manuskript und stößt Mythenmetz in den Schacht zu den Katakomben. Dort hausen seit Jahrhunderten Jäger, Buchlinge und verbotene Texte, die den Unvorsichtigen lesen, bevor er sie gelesen hat.

Unten lernt Mythenmetz die Gesetze einer zweiten Stadt: Bücher können vergiften, Hypnosen auslösen, als Waffen dienen. Er begegnet dem legendären Bücherjäger Colophonius Regenschein, trifft sprechende Wesen, die Literatur auswendig fressen, und gerät in den Bann des Homuncolossus, des Schattenkönigs von Buchhaim. Der Ungetüme ist der Verfasser des geerbten Textes, in einem Körper gefangen, den die Stadt als Ungeheuer liest. Smeiks Intrige galt dem Manuskript und der Beseitigung möglicher Zeugen. Mythenmetz, feige und belesen, wird wider Willen zum Helden, weil ihn die Sätze nicht loslassen.

Nach Irrgängen, Kämpfen und einer Lehrzeit bei den Buchlingen steigt er wieder empor, nicht als der Dichter, der er zu sein glaubte, sondern als einer, der weiß, dass Vollkommenheit Autoren zerstören kann. Der Roman spielt mit Zitaten der Weltliteratur, die in Zamonien andere Namen tragen, und mit Fußnoten, in denen Moers den Erzähler widerlegt. Eine Fortsetzung, Das Labyrinth der Träumenden Bücher, holt Mythenmetz später wieder nach Buchhaim. Der erste Band bleibt der Abstieg, die Stadt oben eine Kulisse, die Katakomben die Wahrheit des Lesens. Mythenmetz kehrt mit Ruhm und einer Narbe zurück, die kein Vers heilt. Die Lindwurmfeste empfängt ihn als Dichter, Buchhaim hat ihn als Leser geprüft, und beides zusammen ist die eigentliche Initiation.

Einordnung

Moers hat den Schelmenroman, die phantastische Reise und den Bibliotheksmythos – Borges, Eco, die unendliche Bibliothek – in eine komische Fabel gelegt, die Ernst macht mit der Behauptung, Bücher seien gefährlich. Die Zeichnungen sind Teil der Erzählung, keine Beigabe. Deutsche Leser, die Zamonien aus dem Blaubär kannten, fanden hier den dunkelsten und literaturversessensten Teil des Kontinents. Die gezeichnete Fassung mit Florian Biege hat die Katakomben noch einmal sichtbar gemacht. Der Roman braucht gleichwohl die Stimme des Lindwurms, der sich für Goethe hält und Stolperer bleibt.

Gegen die gelehrte Bibliotheksprosa fehlt jede Fußnote, die den Leser belehren will, ohne ihn zu unterhalten: Moers belehrt, indem er hetzt. Smeik und das Manuskript ohne Autor machen die Stadt wahnsinnig, nicht ein Zauberstab. Es bleibt der zamonische Roman, in dem das Lesen eine Körperverletzung ist und trotzdem die einzige Rettung. Ohne die Katakomben wäre Buchhaim nur eine hübsche Gasse für Sammler.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.