Die Nächte des großen Jägers

Ahmadou Kourouma · 1998 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Nächte des großen Jägers
Autor(en): Ahmadou Kourouma
Originaltitel: En attendant le vote des bêtes sauvages
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1998
Schlagwörter: Diktator, Jagd, Westafrika, Griots
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kiepenheuer & Witsch


Umfang dieser Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 9783462028126
Verweise


Die Nächte des großen Jägers ist der 1998 erschienene Roman von Ahmadou Kourouma, im Original En attendant le vote des bêtes sauvages. Koyaga, Präsident-Jäger einer erdachten westafrikanischen Republik, lässt sich in sechs Nächten von Griots und einem Lobredner die eigene Blutgeschichte vorsingen, bevor die Tiere zur Wahl schreiten sollen. Die deutsche Übersetzung von Katja Behrens erschien bei Kiepenheuer & Witsch. Kourouma, aus der Côte d'Ivoire, hat die Diktatoren der Unabhängigkeit als Jagdgesellschaft geschrieben: Mobutu, Bokassa, Eyadéma als Stoff, ohne Namensschilder zu brauchen.

Inhalt

Koyaga hat den Vorgänger gestürzt, die Gegner beseitigt, die Jagd zur Staatsreligion gemacht. In den Nächten der rituellen Erneuerung muss das Leben erzählt werden, sonst gilt es nicht. Bingo, der Sänger, und der Narr Maclédio tragen vor: Kindheit, Militärschule, die Heldentaten, die Morde, die Freundschaft mit anderen Jäger-Präsidenten, die Frankreich und Amerika als Waffenbrüder. Kourouma mischt Malinke-Rhetorik, Koran, Kolonialsarg und Radio, bis die Sprache selbst die Gewalt vorführt.

Die Tiere, heißt es, werden wählen, wenn die Menschen versagt haben. Das ist Spott und Drohung. Koyaga hört sich zu, korrigiert den Ruhm, fürchtet den Sturz. Die Opfer kommen in den Liedern als Stationen vor, nicht als Klage. Der Roman ist eine lange Sitzung, kein Streifzug durch Schlachtfelder. Wer die Form der Griot-Nacht nicht aushält, merkt die Satire nicht.

Am Ende steht der Jäger noch, und die Wahl der Tiere steht aus. Kourouma hat 1998, nach den großen Diktatoren und vor den nächsten, das Ritual beschrieben, mit dem Macht sich unsterblich erzählt. Wer nur die Schlüsselromanallegorie sucht, unterschlägt Bingo. Wer nur das afrikanische Märchen sucht, unterschlägt die Militärschule. Der große Jäger ist der Mann, der das Land als Wildpret hält.

Einordnung

Nach Der schwarze Fürst und Monnè ist dies Kouroumas Buch der Staatsjagd. Neben Vargas Llosas Ziegenbock steht Koyaga als der westafrikanische Diktator, der sich die eigene Sage singen lässt. Wer nach 1998 über Unabhängigkeit, Militär und Griot spricht, spricht hinter diesen Nächten. Die Ironie ist grob und genau; sie schont die neuen Herren so wenig wie die Kolonialen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.