Die Marquise von O…
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Marquise von O… |
| Autor(en): | Heinrich von Kleist |
| Originaltitel: | Die Marquise von O… |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1808 |
| Schlagwörter: | Gewalt, Schwangerschaft, Ehre, Zeitung |
| Sachgebiete: | Novelle |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 88 Seiten |
| ISBN: | 9783150080023 |
| Verweise | |
Die Marquise von O… ist die 1808 in der Zeitschrift Phöbus erschienene Novelle von Heinrich von Kleist. Eine verwitwete Marquise setzt in den Zeitungen eine Anzeige: Sie sei, ohne ihr Wissen, in andere Umstände geraten und bitte den Vater des Kindes, sich zu melden. Die angegebene Ausgabe stellt den Text neben Das Erdbeben in Chili.
Inhalt
Im Krieg um eine norditalienische Zitadelle retten russische Truppen die Marquise vor einer Vergewaltigung durch eigene Soldaten. Der russische Graf F… trägt sie bewusstlos in Sicherheit; ein Gedankenstrich steht dort, wo die Erzählung nicht sagt, was in der Ohnmacht geschieht. Der Graf gilt als Engel, wirbt um sie, reist, gilt als gefallen, kehrt zurück. Die Marquise fühlt sich schwanger, ohne einen Mann zu kennen. Die Familie stößt sie aus; der Vater, der Kommandant, verstößt die Tochter, als wäre die Schwangerschaft der Beweis ihrer Schuld.
Die Marquise zieht mit den Kindern auf ein Gut, schaltet die Anzeige und erklärt sich bereit, den Unbekannten zu heiraten, um dem Kind einen Namen zu geben. Am gesetzten Tag erscheint der Graf. Die Erkenntnis ist ein Sturz: Der Retter war der Täter. Kleist lässt die Marquise nicht zusammenbrechen und nicht verzeihen, als wäre nichts gewesen. Sie will den Grafen erst als Teufel, dann, nach Monaten, als Vater; die Heirat wird geschlossen, das Vermögen dem Kind verschrieben, die Ehe auf Zeit getrennt geführt, bis Zärtlichkeit wieder möglich ist.
Der Schluss versöhnt und erklärt nichts weg. Der Graf sagt, er habe sie damals als Engel und als Teufel zugleich gesehen; sie antwortet, sie habe eine Ungeheuerlichkeit nicht mit einer andern vergleichen wollen. Die Novelle hält die Gewalt im Gedankenstrich und die Würde in der Anzeige: Die Frau macht aus dem Unwissen eine öffentliche Bedingung. Ob das ein früher Sieg der Selbstständigkeit ist oder die einzige Form, in der Ehre und Kind zusammenbleiben, lässt Kleist offen. Die Familie nimmt sie zurück, als das Rätsel einen Namen hat; die Schande war das Nichtwissen.
Einordnung
Kleist hat die Novelle zum Fall gemacht, in dem Rettung und Verbrechen denselben Mann tragen. Neben Michael Kohlhaas und Das Erdbeben in Chili steht die Marquise als Probe auf eine gebrechliche Weltordnung, die im Privaten ebenso reißt wie im Recht. Der Gedankenstrich ist kein Keuschheitsschleier, sondern die Stelle, an der die Erzählung die Gewalt nicht ausmalt und sie trotzdem nicht leugnet. Wer nach Kleist über Ehre und Ohnmacht spricht, spricht hinter diesem Band; wer nur den Skandal der Anzeige nimmt, unterschlägt, dass die Marquise die Bedingung stellt, nicht der Graf.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
