Die Konferenz der Tiere
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Konferenz der Tiere |
| Autor(en): | Erich Kästner |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1949 |
| Seitenanzahl: | 128 Seiten |
| Originaltitel: | Die Konferenz der Tiere |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3423704918 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423704915 |
| Schlagwörter: | Frieden, Tiere, Kinder, Abrüstung |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Rezensionen | |
Die Konferenz der Tiere ist das Kinderbuch von Erich Kästner, 1949 im Zürcher Europa Verlag erschienen, mit Zeichnungen von Walter Trier. Die Tiere der Erde berufen eine eigene Versammlung ein, weil die Menschen zum sechsundachtzigsten Mal ohne Frieden auseinandergehen, und zwingen die Staaten, um der Kinder willen abzurüsten. Es ist Kästners erster Roman nach dem Krieg, Untertitel: ein Buch für Kinder und Kenner. Die Grundidee stammte von Jella Lepman; Kästner hat sie mit Witz, Zeitbezug und einer Entführung erzählt, die die Erwachsenen belehren soll. Walt Disney lehnte eine Verfilmung ab, weil ihm der Stoff zu politisch war.
Inhalt
Der Löwe Alois, der Elefant Oskar und die Giraffe Leopold lesen, dass wieder eine Menschenkonferenz gescheitert ist: Kriege, Hunger, Zerstörung der Natur, keine Einigung. Oskar sagt, sie würden die Welt schon in Ordnung bringen, sie seien ja schließlich keine Menschen. Die drei laden Vertreter aller Tierarten in ein Hochhaus der Tiere, sogar Figuren aus Bilderbüchern erscheinen. Fünf Menschenkinder, eines von jedem Erdteil, werden hinzugezogen, weil die Tiere die Kinder für unschuldig halten. Gleichzeitig tagt in Kapstadt erneut eine Konferenz der Menschen. Die Tiere fordern Frieden und werden nicht ernst genommen.
Darauf greifen sie ein. Nagetiere vernichten die Akten, in denen die Streitigkeiten feststecken; die Menschen beschaffen Abschriften und rücken bewaffnete Posten an die Mappen. Motten fressen die Uniformen, die Herren stehen nackt da und lassen neue Röcke schneidern. Als letztes Mittel entführen die Tiere die Kinder der Welt, bringen sie in sichere Verstecke und lassen sie spielen, während die Eltern eine leere Erde vorfinden. Der Sonderbeauftragte Feldmarschall Zornmüller soll die Tiere einschüchtern und wird verjagt. Die Erwachsenen begreifen, was eine Welt ohne Kinder kostet, und unterzeichnen.
Der Vertrag hebt die Grenzen auf, schafft das Militär und die Schusswaffen ab, verpflichtet Wissenschaft und Verwaltung auf den Frieden und setzt fest, dass die Lehrer die bestbezahlten Beamten sein sollen, weil die Erziehung zu Menschen die schwerste Aufgabe sei. Ziel: keine Trägheit des Herzens mehr. Kästner nennt Indochina, spanische Gefängnisse und die Gefahr der Kernwaffen beim Namen, ungewöhnlich deutlich für ein Kinderbuch. Die Giraffe im Hotelzimmer und der Protokollstil der Tiertagung tragen den Ernst, ohne ihn aufzulösen. Büros seien für die Menschen da, nicht umgekehrt: Dieser Satz gehört zur Moral des Schlusses so sehr wie die Abrüstung.
Einordnung
Kästner hat den Pazifismus, den der Erste Weltkrieg ihm eingebrannt hat, in eine Fabel gelegt, die Kinder lesen und Erwachsene verstehen sollen. Die Tiere sind die moralische Instanz, die Menschen die Angeklagten; die Kinder sind der Einsatz, nicht die Helden. Neben Emil und die Detektive ist dies das Kästner-Buch der öffentlichen Vernunft, hier international, dort berlinisch. Bürokratie und Militär werden als die eigentlichen Feinde des Friedens vorgeführt, die Akten als Hindernis, nicht als Ordnung. Lepmans Anstoß und Triers Bilder gehören zur Entstehung; ohne sie wäre der Ton ärmer. James Krüss hat den Stoff früh als Hörspiel eingerichtet; das Buch selbst bleibt schärfer als jede Fassung, die die Entführung der Kinder zum Schwank macht.
Der Zeichentrickfilm von 1969 und der animierte Film von 2010 haben den Titel übernommen und die Schärfe oft in Spektakel verwandelt. Die Pressekonferenz der Tiere in der Hainburger Au 1984 hat das Buch als politische Geste zitiert. Wer nach Kästner über Frieden für Kinder spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für ein harmloses Tierepos hält, hat Zornmüller und die Kernwaffen nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
