Die Grenzen der Toleranz

Ian Buruma · 2006 · Sachbuch, Zeitdiagnose


Das Werk
Deutscher Titel: Die Grenzen der Toleranz
Autor(en): Ian Buruma
Originaltitel: Murder in Amsterdam. The Death of Theo van Gogh and the Limits of Tolerance
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2006
Schlagwörter: Amsterdam, Toleranz, Mord, Islam
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hanser
Erscheinungsort: Murder in Amsterdam
Umfang dieser Ausgabe: 256 Seiten
ISBN: 9783446208278
Verweise


Die Grenzen der Toleranz. Der Mord an Theo van Gogh ist die 2006 erschienene, 2007 auf Deutsch vorgelegte Studie von Ian Buruma über Amsterdam nach dem Mord vom 2. November 2004. Mohammed Bouyeri tötete den Filmemacher Theo van Gogh und heftete ein Bekennerschreiben an den Körper, das auch Ayaan Hirsi Ali galt. Buruma erzählt die offene Stadt, den Täter, das Opfer, die somalisch-niederländische Politikerin und eine Liberalität, die nicht wusste, wo sie endet. Das Buch ist Reportage und Diagnose, kein Manifest.

Inhalt

Buruma geht den Biographien nach: van Gogh, der provozierte, ohne eine Theorie zu sein; Bouyeri, der aus einem niederländischen Alltag in eine Heilssprache kippte; Hirsi Ali, die den Islam als politische Fessel las und Verbündete unter den Liberalen suchte, die sie halb schützten und halb fürchteten. Amsterdam erscheint als Labor der Nachkriegsfreiheit: Drogen, Sex, Einwanderung, die Überzeugung, dass Zusammenleben eine Frage der Sitte sei, nicht des Rechts. Der Mord reißt dieses Labor auf.

Das Buch hält die Stimmen, statt sie zu einer Lehre zu pressen. Garton Ash hat darin eine Warnung vor der Härte der Aufklärung gelesen; Bruckner zu viel Verständnis für die Täterlage. Buruma selbst schreibt den liberalen Zweifel: dass eine offene Gesellschaft Feinde hat, die ihre Offenheit benutzen, und dass die Antwort darauf selbst zur Schließung werden kann. Er verharmlost die Tat nicht. Er erklärt sie auch nicht weg. Die Stärke ist diese Weigerung, aus Amsterdam ein Exempel zu machen, das nur eine Seite bestätigt.

Die niederländische Geschichte der Einwanderung, die Säulen der alten Verzuiling, die neue Sichtbarkeit des Islams: Buruma kennt das Land, ohne es zu besitzen. Der Ton ist erzählend, britisch-essayistisch, näher an der New York Review als an der Kampfschrift. Wer nur die Perlentaucher-Debatte kennt, kennt das Echo; wer das Buch kennt, kennt die Straßen und die Namen, ohne die das Echo leer wäre.

Einordnung

Der Perlentaucher hat 2007 aus diesem Band und Garton Ashs Essay die europäische Debatte gemacht, in der Bruckner, Kelek und Tibi antworteten. Im Essay steht Buruma als der Text, der den liberalen Zweifel ernst nimmt, ohne die Tat zu verkleinern. Neben Huntingtons Landkarte und Fallacis Wut ist das die kältere, genauere Prosa. Sie hat keine Schule gegründet; sie hat eine Stadt als Frage hinterlassen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.