Die Geier-Wally
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Geier-Wally |
| Autor(en): | Wilhelmine von Hillern |
| Originaltitel: | Die Geier-Wally |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1875 |
| Schlagwörter: | Tirol, Alm, Eigensinn, Berg |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Anaconda
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 174 Seiten |
| ISBN: | 9783865117243 |
| Verweise | |
Die Geier-Wally ist der 1875 bei Paetel in zwei Bänden erschienene Roman von Wilhelmine von Hillern, zuerst 1873 als Fortsetzung gedruckt, nach einer wahren Episode der Malerin Anna Stainer-Knittel aus dem Lechtal. Ein Mädchen wird in die Felswand gelassen, um einen Geierhorst auszunehmen, und trägt den Beinamen für den Rest des Lebens wie eine Wunde und wie einen Rang. Hillern hat daraus keinen stillen Heimatroman gemacht, sondern die Geschichte einer Frau, die der Vater wie einen Erben und wie ein Stück Vieh behandelt. Der Untertitel nennt eine Geschichte aus den Tiroler Alpen; die Alpen handeln mit, sie trösten nicht. Das Buch wurde rasch übersetzt, auch ins Französische, und überlebte als Stoff der Bühne, der Oper und vieler Filme, oft weicher als die Prosa.
Inhalt
Walburga Stromminger, genannt Wally, wächst als einzige Tochter des reichsten Bauern im Tal ohne Mutter auf. Der Vater erzieht sie hart, weil sie den Hof erben soll. Als ein Lämmergeier über dem Dorf nistet und kein Bursche sich an die Wand wagt, lässt Stromminger die eigene Tochter am Seil hinab. Wally kommt zerkratzt zurück, das Küken im Arm; der Vater küsst sie einmal, aus Stolz, die Männer beschämt zu haben. Sie zieht den Vogel Hansl auf und heißt fortan Geier-Wally. Bei der Firmung begegnet sie Joseph Hagenbach, dem Bärenjäger aus dem Nachbartal, und verliebt sich. Der Vater, der mit Josephs Geschlecht in Fehde liegt, prügelt die Tochter, als sie weint, und will sie an den finsteren Vinzenz Gellner verheiraten. Wally weigert sich und wird den Sommer auf das Hochjoch verbannt, allein mit Schafen, Ziegen und dem Geier.
Im Herbst ist der Hof an Vinzenz übergegangen, die alte Magd Luckard totgejagt. Wally soll beim Vieh schlafen. Als Vinzenz den greisen Knecht misshandelt, schlägt sie ihn mit der stumpfen Seite des Beils nieder, wirft Feuer in den Schober und flieht. Der Pfarrer von Heiligkreuz erkennt den Kern in der Verrohung, kann ihr aber kein Haus geben. Die Brüder Klotz auf den Rofenhöfen retten sie vor dem Erfrieren; sie kann ihre Liebe nicht erwidern, weil sie Joseph nicht los ist. Der Vater stirbt, Wally kehrt als Herrin zurück, hart geworden, gefürchtet wie er. Joseph, dem Gerüchte ihre Wildheit zugetragen haben, kommt in einem Unwetter in ihre Alm und versteht sie nicht; der Geier greift ihn an. Später beleidigt Wally vor dem ganzen Dorf die Magd Afra, in der sie Josephs Geliebte sieht. Er rächt sich mit einem Tanz, bei dem er ihr einen Kuss raubt und zu Afra geht.
In der Scham schwört Wally, den zu heiraten, der Joseph tot vor Afras Füße legt. Vinzenz hört es, schießt den Jäger und stößt ihn in den Grund. Wally will mit in den Tod und hört unten den Hilferuf; sie lässt sich hinabseilen und rettet den Bewusstlosen. Dann übergibt sie Afra die Pflege und Joseph den Hof und geht wieder aufs Hochjoch, um zu sterben, ohne Hand an sich zu legen. Joseph steigt nach zwei Monaten zu ihr: Afra ist seine Halbschwester, der Streich tat ihm leid, auf dem Weg der Bitte hat Vinzenz ihn überfallen. Die beiden verzeihen einander und leben noch einige Jahre auf dem Hof. Hillern setzt hinzu, sie seien früh gestorben; die Stürme hätten die Wurzeln gelockert. Der versöhnliche Schluss ist schmal und wird vom Satz über das frühe Ende wieder entzogen.
Einordnung
Hillern hat den Heimatroman gegen seine eigene Erbaulichkeit geführt: Die Natur ist Prüfung, nicht Schmuck, und die Tochter des Hofes wird nicht durch Sanftmut gerechtfertigt, sondern durch Eigensinn, der selbst zerstört. Das Vorbild Anna Stainer-Knittel hatte den Horst wirklich ausgenommen; der Roman macht aus der Tat eine Lebensform und aus der Liebe eine Folge von Missverständnissen, Prügel und Gerüchten. Fontane sah 1881 die Bühnenfassung und lobte, dass richtige Menschen das Richtige täten – und stellte das Stück dennoch zu den Kometen, nicht zu den Dauersternen. Die Oper La Wally von Alfredo Catalani und mehrere Filme haben aus Wally oft die mutige Almfigur gemacht, der nur der rechte Mann fehlt.
Der Roman erzählt etwas Härteres: Der Vater küsst nach der Mutprobe, nicht nach der Zärtlichkeit, und Joseph liebt erst, nachdem er gedemütigt hat. Wer das Buch für eine Trachtengeschichte hält, hat die Verbannung aufs Hochjoch und den Schwurb hinter dem Tanz nicht gelesen. In Elbigenalp steht eine Freilichtbühne; Felix Mitterer hat den Stoff für den Ort neu gefasst. Hillern selbst schätzte spätere, psychologisch dichtere Arbeiten höher. Geblieben ist dennoch diese eine Figur, die den Geier auf der Schulter trägt und den Hof nicht als Zuflucht, sondern als Schlachtfeld kennt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
