Die Entdeckung der Langsamkeit

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Entdeckung der Langsamkeit
Autor(en): Sten Nadolny
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Piper
Serie:
Erscheinungsjahr: 1983
Seitenanzahl: 376 Seiten
Originaltitel: Die Entdeckung der Langsamkeit
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3492051340
ISBN-13/

EAN-Code:

9783492051347
Schlagwörter: Arktis, Entschleunigung, Biografie, Zivilisationskritik
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Die Entdeckung der Langsamkeit ist der 1983 erschienene zweite Roman von Sten Nadolny. Er erzählt das Leben des britischen Seefahrers und Polarforschers John Franklin (1786–1847) und wurde zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Romane der 1980er Jahre.

Inhalt

John Franklin ist als Kind auffällig langsam: Er kann keinen Ball fangen, braucht länger für Antworten und gilt deshalb als beschränkt. Nadolny deutet diese Eigenart um – Franklin nimmt anders wahr, gründlicher und dauerhafter, und was seine Umgebung für Schwäche hält, erweist sich als eine eigene Form von Genauigkeit. Gegen alle Erwartungen geht er zur See.

Als junger Mann erlebt Franklin Seeschlachten vor Kopenhagen und bei Trafalgar, wird vor New Orleans verwundet und nimmt an einer Forschungsfahrt nach Australien teil. Später widmet er seine Kraft der Suche nach der Nordwestpassage. Zwei Arktisexpeditionen enden ohne Erfolg und mit schweren Verlusten; dazwischen amtiert Franklin als Gouverneur der Sträflingskolonie Van Diemen’s Land, wo seine bedächtige Menschlichkeit mit der Kolonialverwaltung zusammenstößt.

Auf seiner dritten Fahrt ins Eis erleidet Franklin einen Schlaganfall; die Expedition geht verloren, beobachtet aus der Ferne von Inuit, deren Vorräte für so viele Fremde nicht reichen. Die Handlung folgt weitgehend den überlieferten Fakten, doch das eigentliche Thema bleibt Franklins Umgang mit der Zeit: Seine Langsamkeit rettet Menschenleben und scheitert zugleich an einem Jahrhundert, das Tempo für Fortschritt hält.

Einordnung

Nadolny erhielt 1980 für ein Kapitel des Romans den Ingeborg-Bachmann-Preis. Das Buch wurde als Plädoyer gegen die Beschleunigung der Moderne gelesen und fand weit über den Literaturbetrieb hinaus Resonanz, unter anderem in Debatten über Arbeitstempo und Aufmerksamkeit. Ein Anhang verzeichnet die Quellen und die bewussten Abweichungen von der historischen Überlieferung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.