Die Ehre dess Hertzogthums Crain

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Ehre dess Hertzogthums Crain
Autor(en): Johann Weichard von Valvasor
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag:
Serie:
Erscheinungsjahr: 1689
Seitenanzahl: 3552 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10:
ISBN-13/

EAN-Code:

Schlagwörter: Krain, Landeskunde, Kupferstich, Adelsgeschichte
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen


Die Ehre dess Hertzogthums Crain ist das 1689 in Nürnberg erschienene Hauptwerk des krainischen Freiherrn Johann Weichard von Valvasor. Auf 3552 großformatigen Blättern in fünfzehn Bänden, gegliedert in vier Teile, mit 528 Kupferstichen beschreibt er Geschichte, Lage, Sitten, Natur und Herrschaft seines Landes, des heutigen Kerns von Slowenien. Das Buch ist deutsch geschrieben, lateinisch durchwirkt und aus der Sicht des Autors erzählt, kein alphabetisches Lexikon. Valvasor setzte fast sein Vermögen in den Druck. Eine vollständige slowenische Übersetzung erschien erst 2009. Es ist die Gründungsbeschreibung eines Landes, das in der gelehrten Literatur Europas bis dahin kaum als Gegenstand eigener Würde vorkam.

Inhalt

Valvasor schreibt gegen die Dürftigkeit der zeitgenössischen krainischen Bücher, die zumeist kirchlich waren, und gegen die Eintönigkeit eines Lexikons, die den Leser ermüden würde. Deshalb mischt er Topographie mit Anekdote, Urkunde mit Sage, Adelsgeschichte mit Naturlehre. Städte, Märkte, Klöster, Burgen und Schlösser erscheinen auf Kupferstichen, viele aus seiner älteren Topographia Ducatus Carniolae modernae, deren Platten für das neue Format beschnitten werden mussten, sodass Einzelheiten verlorengingen. Die vier Teile führen von der allgemeinen Landesbeschreibung über Natur und Gewässer zur Geschichte und endlich zu den Herrschaften. Mehr als zweihundert Schriftarten, verzierte Initialen und lange Schachtelsätze tragen einen barocken Ton, der Gegensätze, Metaphern und lateinische Zitate häuft. Das Werk will Ehre geben: dem Land, dem Adel, der eigenen Mühe.

Die Behauptung, Krain sei eines ausführlichen Buches wert, entfaltet sich an der Breite der Fächer. Valvasor handelt von Geologie und Heilkunde, von Theologie und Volksbrauch, von der Sprache der Istrianer und von den Herren von Graben und Görz. Als Kuriosum gilt die Erzählung von Jure Grando, einem der früh schriftlich bezeugten Fälle eines vermeintlichen Wiedergängers. Der Text läuft in zwei Spalten und gleicht eher einem Reisebericht als einer Enzyklopädie: der Autor ist gegenwärtig, urteilt, fügt Gegenwart und Vergangenheit ineinander. Wissenschaftliche Sorgfalt und barocke Wunderlust stehen nebeneinander, ohne dass Valvasor sie methodisch scheidet. Die Kupferstiche machen das Land sichtbar für Leser, die es nie gesehen haben, und binden die Ehre an das Bild.

Unsicher wird das Buch, wo die Fülle die Prüfung überwuchert. Valvasor sammelt, was das Land ziert, und gerät in die Nähe der Wunderkammer: Sage, Moralbeispiel und Beobachtung tragen denselben Schmuck. Die Beschneidung der Druckplatten zeigt, dass selbst das Bild der Genauigkeit weichen musste, wo das Format es verlangte. Gegenposition wäre eine Landeskunde, die Quellen scheidet und das Wunder als Quelle zweiten Ranges kennzeichnet. Valvasor wollte kein solches Buch; er wollte, dass Krain gelesen wird. Die Kosten ruinierten ihn beinahe, was die Ehre des Landes an die Aufopferung des Verfassers bindet. Wer nur die Vampirepisode sucht, verfehlt die Mühe der Topographie; wer nur die Stiche sucht, verfehlt den Satzbau, in dem sich ein Land adlig erzählt.

Einordnung

In der Krain und später in Slowenien gilt das Werk als Gründungsbuch der Landeskunde, lange bevor der Nationalstaat diese Rolle hätte spielen können. Es steht in der europäischen Tradition der Landesbeschreibungen des siebzehnten Jahrhunderts, ist aber durch Umfang und Bebilderung ein Sonderfall. Die slowenische Übersetzung unter Božidar Debenjak hat den Text erst einem Publikum gegeben, das die barocke deutsche Prosa nicht mehr als Muttersprache liest. Historiker des Adels entnehmen ihm Nachrichten, die anderswo fehlen; Volkskundler die Sitten, Sagenforscher den Grando. Neben gelehrten Kosmographien seiner Zeit wirkt es persönlicher, fast eigensinnig.

Das Missverständnis wäre, ein modernes Handbuch der Geographie zu erwarten. Es ist barocke Ehre: Wissen als Schmuck des Landes und des Autors. Die Zersplitterung in fünfzehn Bände und die alte Orthographie im Titel halten die Distanz fest, die jedes Lesen überbrücken muss. Wer deutsche Landesgeschichte des Südostens sucht, kommt an Valvasor nicht vorbei, auch wo er fabuliert. Die Kupfer bleiben, wenn die Sätze schwer werden. Das Buch hat Krain auf die Karte der gelehrten Welt gesetzt, indem es ihm eine Ehre gab, die sich in Papier und Kupfer messen ließ.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.