Die Dornenvögel
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Dornenvögel |
| Autor(en): | Colleen McCullough |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Goldmann |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1977 |
| Seitenanzahl: | 736 Seiten |
| Originaltitel: | The Thorn Birds |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3442098947 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783442098941 |
| Schlagwörter: | Priester, Australien, Familie, Opfer |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Dornenvögel ist ein Roman der Australierin Colleen McCullough, 1977 erschienen, deutsch zuerst bei Heyne, später in vielen Taschenbuchausgaben. Die Familie Cleary zieht vom neuseeländischen Land auf die Schafstation Drogheda in New South Wales; die einzige Tochter Meggie liebt den Priester Ralph de Bricassart, der Gott und den Aufstieg in der Kirche nicht aufgibt. Der Titel beruft eine Legende: Ein Vogel singt nur einmal, indem er sich in den schärfsten Dorn stürzt, und das Lied ist das Opfer wert. McCullough hat Familienchronik, Priesterdrama und australische Landschaft in einen Band gezwungen, der weltweit in Millionenauflage ging. Die Literaturkritik blieb kühl; die Leser nicht.
Inhalt
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts kommt Paddy Cleary mit Fiona und den Kindern nach Drogheda, um für die reiche Schwester Mary Carson zu arbeiten. Das Land ist hart, die Arbeit an den Schafen unerbittlich, die Familie findet dennoch eine Ordnung. Meggie, das einzige Mädchen, hängt von Kind an an Pater Ralph, der die Station seelsorgerisch und ehrgeizig besucht. Mary Carson, eifersüchtig auf die Zuneigung, vermacht Ralph ihr Vermögen in dem Wissen, dass das Geld ihn von Drogheda und von Meggie wegziehen wird, hin zu den Ämtern Roms. Beim Abschied küssen sie sich. Jahre später sterben Paddy und ein Sohn bei einem Brand; Ralph kehrt kurz zurück und sagt Meggie, Gott stehe vorn.
Meggie heiratet Luke O’Neill, der Ralph ähnlich sieht, und geht mit ihm nach Queensland in die Zuckerrohrgegend. Luke ist geizig und abwesend, das Kind Justine kommt ungefragt. Auf Matlock Island, allein, trifft Meggie Ralph; die unterdrückte Leidenschaft bricht auf. Sie wird schwanger, verlässt Luke, kehrt nach Drogheda zurück und bringt Dane zur Welt, Ralphs Sohn, ohne dass der Priester es weiß. Meggie liebt den Jungen mehr als Justine, gegen den Schwur, kein Kind zu bevorzugen. Dane will Priester werden; Meggie sieht darin die Strafe, dass sie den Sohn Gott genommen hat, und übergibt seine Ausbildung dem inzwischen zum Kardinal aufgestiegenen Ralph.
Justine geht nach Europa zur Bühne, Dane ertrinkt in Griechenland vor der Weihefeier, die Meggie in Rom nicht mitansieht. Ralph bringt den Sarg nach Drogheda. Meggie sagt ihm, Dane sei sein Sohn; Ralph bricht zusammen, bleibt und stirbt in ihren Armen. Justine, von der Mutter endlich entlastet, wählt ein Leben mit Rainer Hartheim in London – die erste Cleary, die Drogheda hinter sich lässt. Die Station behält die Toten und die, die nicht gehen können. Die Legende der Dornenvögel, die Ralph der Kind-Meggie erzählt hat, legt sich über die drei, die am stärksten geliebt und am härtesten bezahlt haben: Meggie, Ralph, Dane.
Einordnung
McCullough, Neurologin bevor sie Schriftstellerin wurde, hat den Stoff mit dem Atem einer Chronik erzählt, nicht mit der Ironie des späten Jahrhunderts. Der Vergleich mit Vom Winde verweht war die Verkaufssprache und die Falle: beides Land, Krieg, eine Frau, die nicht kriegt, was sie will – aber Drogheda ist keine Plantage des Südens, sondern eine katholische Schafstation, und der Mann ist Priester, nicht Offizier. Die Kirche erscheint als Karriere und als Glaube zugleich; Ralphs Ehrgeiz ist ernst, nicht nur Heuchelei. Die Millionen verkaufter Exemplare und die Fernsehserie von 1983 mit Richard Chamberlain und Rachel Ward haben das Buch zum Inbegriff der großen Gefühlserzählung gemacht und die literarische Wertung lange blockiert.
Die Serie strich den mittleren Kriegsteil; ein späterer Zweiteiler holte ihn nach, ohne die erste Wirkung zu wiederholen. In der australischen Literatur steht der Band als Weltbuch, das daheim oft als zu glatt galt. Wer nach diesem Roman über Priesterliebe spricht, findet keine Theologie, sondern eine Ökonomie des Opfers, die Frauen und Söhne teurer zu stehen kommt als den Mann in Purpur. Der Dorn ist die Wahl, die Ralph nie ganz trifft; der Gesang ist Meggies Leben, das der Roman nicht verklärt, sondern durch drei Generationen durchhält.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
