Die Baugrube

Andrei Platonow · 1930 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Baugrube
Autor(en): Andrei Platonow
Originaltitel: Котлован
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1930
Schlagwörter: Utopie, Grube, Hunger, Sprache
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 192 Seiten
ISBN: 9783518224007
Verweise


Die Baugrube ist der Roman von Andrei Platonow, um 1930 geschrieben, zu Lebzeiten ungedruckt, 1987 in der Sowjetunion vollständig erschienen. Arbeiter graben das Fundament für ein Haus, in dem das ganze Proletariat wohnen soll; die Grube wird tiefer, das Haus wird nicht gebaut, ein Kind stirbt. Platonow hat die Sowjetsprache ernst genommen, bis die Begriffe leer und tödlich werden. Suhrkamp hat die Übersetzung von Gabriele Leupold gehalten.

Inhalt

Woschtschew wird aus der Produktion entlassen, weil er nachdenkt, und stößt auf die Baugrube. Tschiklin, Safronow, der Ingenieur Pruschewski, der Aktivist: Sie graben für die Zukunft, essen karg, schlafen in der Baracke, reden, als wäre das Wörterbuch der Partei schon Alltag. Die Sprache ist das erste Ereignis. Sätze wie aus Flugblättern fallen in den Mund von Hungernden; Platonow parodiert nicht, er lässt sie wahr sein, bis sie grausam klingen.

Die Kolonne holt ein Mädchen, Nastja, Tochter einer Bourgeoise, die stirbt; das Kind wird zum Sinn der Grube, zur Zukunft, die man anfassen kann. Tschiklin liebt es mit der Härte eines Mannes, der sonst nur Erde bewegt. Auf dem Land, in der Kolchose, tanzen die Kulaken – so die Sprache – in den Sarg, die Bären helfen beim Enteignen, die Satire und das Märchen fallen in die Tragödie. Nastja stirbt. Man begräbt sie in der Grube, die das Haus für alle werden sollte.

Woschtschew steht am Rand und sammelt noch immer irgendetwas wie Sinn, den die Welt verloren hat. Das Haus wird nicht errichtet. Die Grube ist das Grab. Wer nur die Anklage der Utopie sucht, unterschlägt die Zärtlichkeit für die, die graben. Wer nur die Zärtlichkeit sucht, unterschlägt, dass die Grube das Programm ist, nicht ein Unglück.

Einordnung

Platonow hat die sowjetische Prosa von unten geschrieben, ohne den Witz als Rettung. Neben Bulgakow steht er als der Traurige derselben Jahre. Die Sprache der Pläne, der Aktivisten, der Liquidierung wird nicht von außen belacht; sie wird durchgehalten, bis ein Kind in der Zukunft begraben liegt. Stalin soll das Manuskript gekannt und den Verfasser einen Narren genannt haben; gedruckt wurde es trotzdem nicht.

Man hat den Roman zum Kronzeugen gegen jede Utopie gemacht. Er ist frommer: Er glaubt den Gräbern noch, während er sie als Grab zeigt. Wer nach Platonow über das Haus für alle spricht, spricht hinter dieser Grube. Die deutsche Übersetzung muss den Ton halten, sonst wird aus der Sowjetsprache bloße Parodie. Sie ist es nicht; sie ist ernst und deshalb unheimlich.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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