Die Badewanne des Archimedes. Berühmte Legenden aus der Wissenschaft

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Badewanne des Archimedes. Berühmte Legenden aus der Wissenschaft
Autor(en): Sven Ortoli, Nicolas Witkowski
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Piper
Serie:
Erscheinungsjahr: 1997
Seitenanzahl: 192 Seiten
Originaltitel: La baignoire d'Archimède
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3492039464
ISBN-13/

EAN-Code:

9783492039464
Schlagwörter: Legende, Wissenschaft, Entdeckung, Mythos
Sachgebiete: Sachbuch, Naturwissenschaft
Rezensionen

-

Umschlag

Die Badewanne des Archimedes. Berühmte Legenden aus der Wissenschaft ist die 1997 bei Piper erschienene deutsche Ausgabe von La baignoire d'Archimède der französischen Wissenschaftsjournalisten Sven Ortoli und Nicolas Witkowski. Das Original kam 1996 heraus; Juliane Gräbener-Müller hat übersetzt. Zweiundzwanzig Kapitel besichtigen die Geschichten, die die Naturwissenschaft über sich erzählt: die Wanne und das Heureka, Newtons Apfel, Kekulés Schlange, Mendelejews Tabelle, Schrödingers Katze, der Schmetterling, der den Wirbelsturm auslöst, Einsteins Formel, das Perpetuum mobile, Frankenstein, die Ufos, der Urknall. Piper hat später Taschenausgaben nachgelegt.

Inhalt

Ortoli und Witkowski schreiben gegen die Heiligenvita der Entdeckung. Archimedes dachte nicht nur in der Wanne, er war in Waffen und Politik verwickelt; der Apfel ist eine schöne Szene der Nachwelt; die Katze ist ein Gedankenexperiment, das zur Figur wurde; der Schmetterlingseffekt trägt den Namen Lorenz und eine Moral, die die Meteorologie nicht gedeckt hat. Die Kapitel nehmen die Legende ernst und entlarven sie, ohne den Fund für nichtig zu erklären. Was bleibt, ist oft kleiner und genauer: ein Brief, eine Rechnung, eine spätere Erfindung statt eines Schlachtfeldspruchs der Wissenschaft. Die Bibliographie am Schluss zeigt, dass die Verfasser gelesen haben, nicht nur gesammelt.

Die Sammlung ist französisch respektlos, näher an Roland Barthes’ Mythos des Alltags als am deutschen Irrtumslexikon, das denselben Stoff als Fehler des Laien nimmt. Gegenposition ist jede Wissenschaftsgeschichte, die die Anekdote als Quelle der Wirkung liest – dass der Apfel so nicht fiel, ändert nicht, dass Generationen danach die Gravitation als Apfel denken – und jede Heroisierung, die den nackten Archimedes braucht, damit nichts Weltliches an ihm bleibt. Ortoli und Witkowski bleiben Journalisten. Wer nur das Heureka sucht, findet es und verfehlt Kekulé, Nobel, die schwarzen Löcher. Wer nur die Entlarvung will, verfehlt, dass die Verfasser die große Physik voraussetzen, deren Bilder sie putzen.

Unsicher wird der Band, wo die Respektlosigkeit zur Glätte wird und zweiundzwanzig Mythen dieselbe Moral tragen: dass die Wissenschaft sich selbst erzählt. 192 Seiten tragen nicht die Geschichte der Physik; sie tragen deren Hauslegenden. Die Taschenbuchsonderausgabe hat das Register der Szenen gehalten. Neben Lexikon der klassischen Irrtümer. Wo Einstein, die katholische Kirche und andere total danebenlagen bleibt dies der Band, der nicht den Mund des Experten, sondern die Szene der Entdeckung prüft.

Einordnung

Ortoli und Witkowski haben der deutschen Übersetzung ein französisches Buch über die Bilder gegeben, mit denen Naturwissenschaft öffentlich wird. Der Band steht neben der Mythenforschung und neben den Irrtumslexika der Eichborn-Jahre, die denselben Leser wollten, und er bleibt der literaturfähigere Verwandte. Wer nach diesem Buch ein Heureka hört, darf nach der Wanne fragen. Paris hat den Ton gesetzt; München hat ihn ins Taschenbuch geholt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.