Die Akte Vaterland. Gereon Raths vierter Fall
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Akte Vaterland. Gereon Raths vierter Fall |
| Autor(en): | Volker Kutscher |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Kiepenheuer & Witsch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2012 |
| Seitenanzahl: | 576 Seiten |
| Originaltitel: | Die Akte Vaterland. Gereon Raths vierter Fall |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3462046462 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783462046465 |
| Schlagwörter: | Berlin, Masuren, Preußenschlag, Mord |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Akte Vaterland. Gereon Raths vierter Fall ist ein Kriminalroman von Volker Kutscher, 2012 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Er setzt die Reihe um den Kommissar Gereon Rath fort und spielt im Juli 1932, in den Tagen vor der Reichstagswahl und dem Preußenschlag. Der Titel nennt das Haus Vaterland am Potsdamer Platz, den Vergnügungspalast mit Themenrestaurants und künstlichem Gewitter, und meint zugleich die politische Losung, unter der Morde und Lügen laufen. Kutscher verbindet einen Fall, der von Berlin nach Masuren führt, mit dem Bild einer Republik, die sich selbst abschafft, während die Polizei noch Akten schreibt. Das Buch blieb ein Verkaufserfolg und Stoff für Fernsehfolgen, die den Stoff lockerer schneiden als der Roman.
Inhalt
Im Lastenaufzug des Hauses Vaterland liegt der Spirituosenhändler Herbert Lamkau, und alles deutet darauf, dass er ertrunken ist. Kommissar Gereon Rath hat den Kopf nicht frei: Die Jagd auf einen Auftragsmörder, das „Phantom“, stockt, und Charlotte Ritter, aus Paris zurück, beginnt als Kommissaranwärterin ausgerechnet in seiner Mordkommission. Es zeigt sich eine Serie: Weitere Tote, ebenfalls mit dem Pfeilgift Tubocurarin gelähmt, stammen wie Lamkau aus Ostpreußen. Rath verliert die Phantom-Ermittlungen an Kommissar Harald Dettmann und fährt, frisch mit Charly verlobt, in die masurische Kleinstadt Treuburg. Dort sitzt der Gutsbesitzer Gustav Wengler über einer Destillerie und einer Vergangenheit aus Schlägerdiensten gegen Polen. Charly arbeitet verdeckt in der Küche des Hauses Vaterland und stößt auf Erpressung; in Berlin prügeln sich SA und Rotfront die Straßen kaputt.
In Treuburg verdichtet sich, was 1920 am Tag der Volksabstimmung geschah: Wenglers Verlobte Anna von Mathée wurde vergewaltigt und ertränkt; der Arzt Jakub Polakowski saß dafür, der Einsiedler Artur Radlewski hat zugesehen und schweigt seither im Moor. Die Bibliothekarin Maria Cofalka bringt Rath Briefe, die Wengler belasten, und kommt um. Rath wird im Moor ausgesetzt, von Radlewski gerettet, eine Woche lang außer Gefecht. Unterdessen setzt Reichskanzler von Papen die preußische Regierung ab; Raths Schutz durch den Vizepolizeipräsidenten Bernhard Weiß entfällt. Polakowski hat den Tod im Gefängnis nur vorgetäuscht; Rath erkennt ihn auf einem Foto als den Wachmann, der Lamkaus Leiche „fand“. Zurück in Berlin wird Rath selbst verhaftet, weil jemand unter seinem Namen einen Zeugen in der Zelle getötet hat.
Rath und Kriminalrat Ernst Gennat begreifen, dass Dettmann das Phantom sein kann und dass Wenglers Geschäfte in die Berliner Ringvereine reichen. Rath fährt erneut nach Treuburg, stellt Polakowski am Wahltag, als dieser Wengler ertränken will – und merkt, dass Wengler die Rache des anderen benutzt hat, um Zeugen und zuletzt auch Rath zu beseitigen. Bevor der Plan aufgeht, tötet Radlewski den Gutsherrn mit Pfeil und Bogen. Rath deckt die Tat, lässt Polakowski entkommen und hilft in Berlin, Dettmann zu stellen. Der Preußenschlag bleibt im Hintergrund das größere Verbrechen: Die Polizeispitze wechselt, die Straße gehört den Schlägern, die Wahl verschiebt die Gewichte. Rath löst einen Fall und verliert den Staat, in dem Lösen noch etwas galt.
Einordnung
Kutscher hat den vierten Rath-Band nicht zum reinen Berlinroman gemacht. Masuren, die Abstimmung von 1920 und der Hass auf Polen holen die Ostgrenze in die Hauptstadt; das Haus Vaterland liefert Kulisse und Namen, ohne dass der Fall ein bloßer Gebäudekrimi wäre. Historische Figuren wie Gennat und Weiß stehen neben Erfindung; der Preußenschlag ist keine Fußnote, sondern ändert, wer wen noch schützen kann. Die Fernsehreihe um denselben Kommissar hat Gesichter und Tempo gesetzt; der Roman bleibt langsamer, aktenreicher, genauer in Destillerie und Moor. Wer die Reihe bei den ersten Berliner Fällen gelesen hat, findet hier den Punkt, an dem die Republik nicht mehr Kulisse ist, sondern Täterin durch Unterlassen.
Neben den großen Weimar-Romanen Falladas steht Kutscher als später Chronist in Kriminalform: weniger Elend der kleinen Leute, mehr Institution und Nachtleben, dieselbe Frage, wann der Alltag kippt. Der Band ist unterhaltend und politisch, ohne Lehrsatz. Die „Akte Vaterland“ ist der Fall und das Land, das seine Toten im Aufzug und an der Grenze produziert. Fortsetzungen führen Rath tiefer in die dreißiger Jahre; dieses Buch hält den Sommer 1932 fest, in dem noch ermittelt wird, als sei Zeit.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
