Dictionnaire historique et critique

Pierre Bayle · 1697 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Dictionnaire historique et critique
Autor(en): Pierre Bayle
Originaltitel: Dictionnaire historique et critique
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1697
Schlagwörter: Artikel, Zweifel, Toleranz, Gelehrsamkeit
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reinier Leers


Umfang dieser Ausgabe: 3100 Seiten
ISBN:
Verweise


Dictionnaire historique et critique ist das ab 1697 in Rotterdam erschienene Wörterbuch von Pierre Bayle. Es gibt sich als historische Enzyklopädie der Personen und Irrtümer und wird in den Anmerkungen zur Maschine des Zweifels: Fußnoten, die den Artikel sprengen, Widersprüche, die der Verfasser stehen lässt, die Unmöglichkeit, aus gelehrter Vollständigkeit eine ruhige Lehre zu ziehen. Diderot hat später das Haus der Encyclopédie gebaut; Bayle hat die Schwelle gebaut, auf der das Nachschlagen gefährlich wird.

Inhalt

Bayle versammelt Artikel über Ketzer, Philosophen, Könige, über David und über Spinoza, oft kürzer im Lemma als in den Anmerkungen. Die Anmerkung ist das eigentliche Buch: dort werden Quellen gegeneinandergeführt, Wunder zersetzt, die Moral der Frommen an ihren Taten gemessen. Der Ton ist höflich und unerbittlich. Wer den Artikel liest, bekommt eine Vita; wer die Note liest, bekommt den Zweifel an der Vita.

Die Rotterdammer Ausgabe, die Verbote, die späteren vermehrten Drucke: das Wörterbuch ist selbst eine Geschichte der Zensur. Bayle, als Protestant in den Niederlanden, schreibt gegen die Intoleranz der Konfessionen, ohne eine neue Kirche zu stiften. Die Pyrrhonische Skepsis wird zur Methode des Nachschlagens. Gegen die scholastische Summe setzt er das Alphabet, das keinen Schluss erzwingt. Man kann aussteigen, weiterblättern, denselben Mann unter einem anderen Namen wiederfinden.

Was das Buch nicht ist: ein neutrales Lexikon. Es ist eine Philosophie in Artikeln, die sich als Gelehrsamkeit tarnt. Die Aufklärung hat Bayle als Vorläufer genommen, oft ohne die Fußnoten auszuhalten, in denen der Trost ausbleibt. Wer nur die Toleranzpredigt kennt, hat den Spott nicht gelesen, mit dem Bayle die Frommen und die Freigeister zugleich trifft.

Einordnung

Ohne Bayle ist die Encyclopédie ein Haus ohne Keller. Im Essay zu den Nachfolgern steht das Wörterbuch als die Form, die das Alphabet zur Waffe macht, bevor Diderot das Handwerk danebenstellt. Zedlers Universal-Lexicon hat die Menge; Bayle hat den Stachel. Die Philosophiegeschichte führt ihn unter den Skeptikern; die Buchgeschichte unter den Erfindern des Nachschlagens, das nicht beruhigt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.