Dhalgren

Samuel R. Delany · 1975 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Dhalgren
Autor(en): Samuel R. Delany
Originaltitel: Dhalgren
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1975
Schlagwörter: Bellona, Stadt, Gedächtnis, Rand
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Heyne


Umfang dieser Ausgabe: 880 Seiten
ISBN: 9783453021239
Verweise


Dhalgren ist der 1975 erschienene Roman von Samuel R. Delany. Ein namenloser Mann, später Kid genannt, kommt in die Stadt Bellona, die von einer Katastrophe getroffen ist, die niemand genau benennt: zwei Monde am Himmel, Straßen, die sich verschieben, Gangs, Sex, ein Heft, das Gedichte und das Buch selbst zu sein scheint. Die deutsche Übersetzung von Annette von Charpentier erschien bei Heyne. Delany, in Harlem geboren, hat die Zukunftsliteratur in eine amerikanische Innenstadt geführt, die nicht mehr kartierbar ist.

Inhalt

Kid hat eine Lücke im Gedächtnis, eine abgetrennte Fußzehe oder nicht, eine Kette mit Prismen. Bellona liegt im Mittleren Westen, die Bevölkerung ist geflohen, Wer übrig ist, haust, liebt, prügelt, schreibt an Wänden. Die Familie Richards spielt bürgerliches Leben in einer Wohnung, als stünde die Stadt noch. Die Scorpions, eine Gang, nehmen Kid auf. Lanya, eine Frau mit Musik, und eine zweite Liebe, ein Junge, machen aus ihm ein Dreieck, das nicht zur Lehre wird. Delany schreibt Sex als Alltag, nicht als Skandal, und die Stadt als Labyrinth, das den Satzbau ansteckt.

Ein Notizbuch, gefunden, beschrieben, verloren: Der Text, den Kid schreibt, nähert sich dem Roman, den wir lesen. Die Katastrophe bleibt unklar – Rasse, Krieg, etwas Astronomisches. Wer eine Auflösung sucht, wird von der Länge bestraft und belehrt. Bellona ist der Ort, an dem die amerikanische Ordnung nicht mehr gilt und deshalb sichtbar wird, was sie verdeckt hat.

Kid verlässt die Stadt oder betritt sie, je nach der Schleife des Anfangs, der das Ende ist. Wer nur die Schwierigkeit rühmt, unterschlägt die Gangs. Wer nur die freie Stadt sucht, unterschlägt die Angst. Delany hat 1975, nach den Unruhen und vor der glatten Zukunftsgattung, das dicke Buch gesetzt, das sich nicht verfilmen lässt, weil die Stadt der Satz ist.

Einordnung

Delany hat der amerikanischen Zukunftsliteratur das Innerste der Stadt gegeben, neben Ursula K. Le Guins Planeten und Octavia E. Butlers Plantage. Dhalgren bleibt umstritten: zu lang, zu sexuell, zu unklar – und genau deshalb das Maß einer Gattung, die sonst gerne Karten liefert. Wer nach 1975 über Bellona, Gedächtnis und den Rand der amerikanischen Stadt spricht, spricht hinter Kid. Heyne hat das Buch ins Deutsche gebracht; es verlangt Zeit, die Bellona nicht hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.