Der kaukasische Kreidekreis
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der kaukasische Kreidekreis |
| Autor(en): | Bertolt Brecht |
| Originaltitel: | Der kaukasische Kreidekreis |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1948 |
| Schlagwörter: | Kreidekreis, Kind, Richter, Kaukasus |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | edition suhrkamp |
| Umfang dieser Ausgabe: | 144 Seiten |
| ISBN: | 9783518100318 |
| Verweise | |
Der kaukasische Kreidekreis ist ein Stück von Bertolt Brecht, 1944 im amerikanischen Exil geschrieben und 1948 in Northfield uraufgeführt, 1954 am Berliner Ensemble in der Gestalt, die den Kanon bestimmte. Ein Kind wird im Kreis aus Kreide zwei Müttern zugemutet; die Magd lässt los, die Fürstin reißt.
Inhalt
Ein Vorspiel versetzt den Streit in ein kaukasisches Tal nach dem Abzug der deutschen Truppen: Zwei Kolchosen wollen dasselbe Land, die eine, weil sie es früher hatte, die andere, weil sie es besser bewässern würde. Ein Sänger schlichtet, indem er eine alte Geschichte vorspielt. Dann beginnt die eigentliche Handlung. Im Bürgerkrieg flieht die Statthalterin Natella Abaschwili ohne den Säugling Michael; die Magd Grusche nimmt ihn auf, obwohl der Kopf des Kindes den Träger gefährdet. Sie zieht mit ihm über den Gletschersteg, bezahlt, lügt, heiratet einen Sterbenden, um dem Kind einen Namen zu geben, und wird zur Mutter, ohne es geboren zu haben.
Der zweite Strang gehört Azdak, Schreiber und Schelm, den ein Umschwung zum Richter macht. Er nimmt Bestechung an, spricht für die Armen, hängt die Reichen nicht höher, als der Witz trägt, und bleibt im Amt, weil niemand den nächsten Richter will. Brecht gibt ihm die grobe Gerechtigkeit, die das Gesetz nicht hat: Azdak urteilt nach dem Schaden, nicht nach dem Titel. Als Natella das Kind zurückverlangt, weil mit ihm das Vermögen fällt, setzt Azdak den Kreidekreis. Beide Frauen sollen das Kind aus dem Kreis ziehen; wem es folgt, die sei die Mutter.
Grusche lässt die Arme sinken, um den Arm des Kindes nicht zu zerreißen. Natella zieht. Azdak spricht das Kind der Magd zu, die es nicht besitzen, sondern schonen wollte, und erklärt die Statthalterin zur Fremden am eigenen Sohn. Der Sänger schließt den Kreis zum Vorspiel: Das Tal soll denen gehören, die es fruchtbar machen, nicht denen, die die alten Titel halten. Die Lehre ist grob und genau. Brecht holt das salomonische Urteil in die Ökonomie und lässt den Richter verschwinden, bevor die Ordnung ihn wieder einholt.
Einordnung
Das Stück ist die heitere Gegenprobe zu Mutter Courage und ihre Kinder: Wieder ein Krieg, wieder eine Frau mit einem Kind, aber Grusche gibt nicht dem Geschäft nach, sondern dem Kind, und Azdak spricht ein Recht, das die Courage nie vor Gericht brächte. Der Kreidekreis, die Songs, der Sänger als Erzähler – das epische Theater ist hier so leicht, dass man die Lehre überhört, wenn man nur die Magd liebt. Die Inszenierung mit Angelika Hurwicz und Ernst Busch am Berliner Ensemble hat den Text zur Weltreferenz gemacht. Wer nach Brecht ein Kind zwei Müttern übergibt, damit der Besitz sich verrät, spielt hinter diesem Kreis.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
