Der blonde Eckbert

Ludwig Tieck · 1797 · Erzählung
Literatur
Das Werk
Deutscher Titel: Der blonde Eckbert
Autor(en): Ludwig Tieck
Originaltitel: Der blonde Eckbert
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1797
Schlagwörter: Kunstmärchen, Wald, Geheimnis, Wahn
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 94 Seiten
ISBN: 9783150161678
Verweise


Der blonde Eckbert ist die 1797 erschienene Erzählung von Ludwig Tieck, zuerst in den Volksmärchen unter dem Namen Peter Lebrecht, später im Phantasus. Ein Ritter hört die Lebensgeschichte seiner Frau und erkennt zu spät, dass die Märchenfiguren nicht vergangen sind. Die angegebene Ausgabe stellt den Text neben Der Runenberg.

Inhalt

Eckbert lebt mit Bertha einsam auf einer Burg. Dem Freund Walther erzählt Bertha, wie sie als Kind vor den Schlägen der Eltern in den Wald floh, zu einer alten Frau, einem Hund namens Strohmian und einem Vogel, der Edelsteine legt. Jahre aß sie das Brot der Alten, lernte spinnen, las in Büchern – und floh mit Vogel und Stein, den Hund ließ sie zurück. In der Stadt verkaufte sie den Vogel, der die Tat sang; sie hörte auf, ihn zu hören. Eckbert kennt die Geschichte, Walther zum ersten Mal.

Am nächsten Tag nennt Walther den Hund Strohmian, ohne dass Bertha den Namen in der Erzählung gesagt hat. Bertha erkrankt und stirbt. Eckbert, von Verdacht zerfressen, schießt Walther im Wald nieder. Ein zweiter Freund, Hugo, tritt an Walthers Stelle; Eckbert sieht in seinem Gesicht das des Getöteten. Die Einsamkeit, die das Paar schützen sollte, wird zur Falle: Wer das Geheimnis teilt, hat es schon verraten, und wer es für sich behält, wird wahnsinnig.

Eckbert reitet in den Wald der Kindheit. Die Alte sitzt am Weg. Sie sagt ihm, Walther und Hugo seien sie gewesen; Bertha sei seine Schwester. Der Inzest war das ungenannte Hausgesetz der Burg. Eckbert bricht zusammen. Tieck gibt keine Moral und keine Lösung: Das Märchen hat die Aufklärung nicht widerlegt, es hat ihr den Boden entzogen. Die Namen waren Masken einer einzigen Figur, und die Idylle war die Tat.

Einordnung

Tieck hat das Volksmärchen zur Seelenfalle gemacht. Das Unheimliche entsteht nicht durch Geister, sondern dadurch, dass die Erzählung selbst der Täter ist: Wer hört, ist schon verstrickt. Neben NovalisHeinrich von Ofterdingen und den Fragmenten des Blüthenstaub steht der Eckbert als die dunkle Seite derselben Frühromantik: dort die blaue Blume, hier der Wald, der die Herkunft verschlingt. Wer nach Tieck über das Kunstmärchen spricht, das nicht tröstet, spricht hinter dieser Erzählung; wer sie für ein Kinderstück hält, hat den Namen Strohmian nicht gehört.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.