Der Utilitarismus
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Utilitarismus |
| Autor(en): | John Stuart Mill |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1861 |
| Seitenanzahl: | 208 Seiten |
| Originaltitel: | Utilitarianism |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3150184614 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150184615 |
| Schlagwörter: | Glück, Nützlichkeit, Gerechtigkeit, Tugend |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Der Utilitarismus (englisch Utilitarianism) ist der 1861 in Fraser’s Magazine erschienene, 1863 als Buch vorgelegte Essay von John Stuart Mill. Der englische Philosoph erläutert seine Fassung der Nützlichkeitslehre und verteidigt sie gegen Vorwürfe. Jeremy Bentham und Mills Vater James Mill hatten die Lehre geprägt; der Sohn schreibt sie um, indem er Freuden qualitativ unterscheidet. Die zweisprachige Reclam-Ausgabe Dieter Birnbachers ist die greifbare deutsche Schul- und Studienfassung.
Inhalt
Mill schreibt gegen die Verächter, die den Utilitarismus für eine Moral der Schweine halten, und gegen Immanuel Kants Anspruch, aus dem Vernunftgesetz konkrete Pflichten abzuleiten, an dem Kant nach Mill fast grotesk gescheitert sei. Das Prinzip des größten Glücks lautet: eine Handlung ist richtig, wenn sie Glück fördert, falsch, wenn sie das Gegenteil tut. Glück ist Freude und Abwesenheit von Schmerz. Nicht jede Freude ist gleich: wer beide Arten erfahren hat, zieht die geistigen den körperlichen vor. Besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Dummkopf. Wer sich für die nähere, niedrigere Freude entscheidet, ist oft nicht mehr urteilsfähig.
Tugend, Bildung, Wissen und Nächstenliebe sind Mittel zur Vermehrung des Glücks, nicht selbst das höchste Gut. Der Vorwurf der Überforderung – stets das Glück aller berechnen zu müssen – trifft nach Mill keine Moraltheorie wirklich; auch Handlungen ohne sittliche Absicht können richtig sein, wenn sie Glück nicht mindern. Die Menschheit hat Erfahrungswissen über Folgen, sie muss nicht jedes Mal neu rechnen. Die Verpflichtung speist sich aus äußeren Gründen – Lob, Strafe, Mitgefühl – und aus dem Pflichtgefühl, das in sozialen Empfindungen wurzelt. Menschen müssen kooperieren; Fortschritt macht es zur Pflicht, eine Einheit mit den übrigen zu bilden. Beweisbar ist das höchste Ziel nicht logisch: sichtbar ist, was man sieht; wünschenswert, was Menschen wirklich wünschen. Sie wünschen Glück, und Tugenden, weil diese zum Glück beitragen.
Das fünfte Kapitel bindet Gerechtigkeit an Nutzen, ohne sie zu streichen. Gerechtigkeitsgefühle – Gesetze achten, Rechte, das jedem Zustehende, Verträge, Gleichheit vor Gericht – sind eine Klasse besonders gewichtiger sozialer Nutzeneffekte. Vollkommene Pflichten kann das Gegenüber einfordern, unvollkommene nicht. In Not darf man gegen die Regel verstoßen, um ein Leben zu retten; dann nennt man die Ausnahme selbst gerecht. Ob Mill damit eher die einzelne Handlung oder die Regel zum Maßstab macht, bleibt im Text offen. Die Spannung ist fruchtbar und nicht ausgetragen. Wer nur das Kalkül liest, verfehlt die Rangordnung der Freuden. Wer nur Sokrates liest, verfehlt, dass Mill den Nutzen aller meint, nicht die Vornehmheit weniger.
Einordnung
Mill hat Benthams Gleichheit aller Freuden korrigiert und den Utilitarismus anschlussfähig für Bildung und Recht gemacht. John Rawls hat ihn später als Gegner einer Gerechtigkeitstheorie gelesen, die Rechte nicht im Nutzen aufgehen lässt. Die Debatte, ob die einzelne Tat oder die Regel zählt, bestimmt die Moralphilosophie bis heute. Mills Kürze hat das Buch zum Schultext gemacht, ohne die Härte der Einwände zu nehmen.
Neben David Humes Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral und Mills eigener Schrift Über die Freiheit steht der Essay als Ethik eines Liberalen, der Glück und Recht zusammenhalten will. Wer Nützlichkeit mit Kälte verwechselt, spricht gegen Mill. Wer Gerechtigkeit für unabhängig von Folgen hält, ebenfalls. Das Buch bleibt kurz, schulmäßig klar und in der Letztbegründung ehrlich: beweisen lässt sich das Glücksprinzip nur, indem Menschen es begehren.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
