Der Ursprung des Kunstwerkes

Martin Heidegger · 1950 · Sachbuch, Philosophie
Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Der Ursprung des Kunstwerkes
Autor(en): Martin Heidegger


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1950
Schlagwörter: Wahrheit, Erde, Welt, Ding
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 128 Seiten
ISBN: 9783150084463
Verweise


Der Ursprung des Kunstwerkes ist die 1935 und 1936 vorgetragene, 1950 in den Holzwegen gedruckte Abhandlung von Martin Heidegger. Sie fragt nicht, was Kunstschönheit ist, sondern wie im Werk Wahrheit geschieht: als Streit von Welt und Erde, nicht als sinnliches Scheinen einer Idee.

Inhalt

Heidegger beginnt beim Ding, geht zum Zeug und erst dann zum Werk. Van Goghs Bild der Bauernschuhe soll zeigen, was ein Paar Schuhe als Zeug öffnet: die Verlässlichkeit der Welt der Arbeiterin, nicht die Abbildung eines Objekts. Das Kunstwerk stellt eine Welt auf und stellt die Erde her. Welt ist der offene Bezugssinn eines geschichtlichen Daseins; Erde ist das Sichverschließende, das Stoffliche, das nicht in der Brauchbarkeit aufgeht. Ihr Streit ist keine Metapher für Konflikt, sondern die Weise, in der Unverborgenheit sich ereignet. Wahrheit ist hier nicht Übereinstimmung eines Satzes mit einem Ding; sie ist Homers Unverborgenheit, die Heidegger als Grundwort nimmt.

Deshalb ist alle Kunst im Wesen Dichtung: nicht Versmachen, sondern Stiftung von Wahrheit. Der griechische Tempel lässt den Gott anwesen und fügt Fels, Sturm und Volk in eine Welt; er bildet nichts ab. Das Werk hat einen Ursprung, der nicht der Künstler als Subjekt ist. Der Künstler bleibt dem Werk gegenüber das Gleichgültige, das durch das Werk erst Künstler wird. Heidegger schreibt gegen die Ästhetik, die Erlebnis, Geschmack und Genius zum Maß macht, und gegen Hegels Bestimmung der Schönheit als sinnliches Scheinen der Idee in den Vorlesungen über die Ästhetik. Das Ende der Kunst, das Hegel aussprach, wird hier zur Frage, ob die Kunst noch ein Ursprung sein kann oder nur noch Gegenstand des Erlebens.

Unsicher ist das Beispiel und die Zeit. Die Schuhe sind vielleicht nicht die einer Bäuerin; die philologische Kritik hat das gezeigt, ohne die These vom Zeug zu erledigen. 1935 und 1936 sind die Jahre nach dem Rektorat; die Sprache von Volk, Erde, Stiftung ist nicht unschuldig. Wer den Aufsatz nur als Kunstphilosophie rettet, unterschlägt diesen Klang. Wer ihn nur als Ideologie liest, unterschlägt die genaue Unterscheidung von Ding, Zeug und Werk und den Angriff auf die Ästhetik, der die spätere Kunsttheorie erreicht hat. Der Ton ist der der Kehre: weniger Existenzialien, mehr Seinsgeschichte, kürzer als Sein und Zeit, greller im Wort.

Einordnung

Gegen Hegels Vorlesungen und gegen Walter Benjamins Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit steht dieser Text als die andere Gründung: nicht Reproduktion und Politik, nicht Idee und Sinnlichkeit, sondern Wahrheit als Unverborgenheit im Werk. Hans-Georg Gadamers Wahrheit und Methode hat die Kunst als Geschehen des Verstehens weitergeführt. Wer nach 1950 über das Kunstwerk spricht, ohne Ding, Zeug und Erlebnis zu unterscheiden, spricht hinter diesem Aufsatz oder hat ihn zum Spruch gemacht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.