Der Spion, der aus der Kälte kam

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John le Carré · 1963 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Der Spion, der aus der Kälte kam
Autor(en): John le Carré
Originaltitel: The Spy Who Came in from the Cold
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1963
Schlagwörter: Spionage, Mauer, Verrat, Berlin
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ullstein


Umfang dieser Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 9783548287256
Verweise
Umschlag

Der Spion, der aus der Kälte kam ist der 1963 erschienene Roman von John le Carré, im Original The Spy Who Came in from the Cold. Ein britischer Agent soll als Überläufer den ostdeutschen Geheimdienst täuschen und begreift zu spät, dass die eigene Zentrale ihn opfert, um einen Mörder im Amt zu halten. Le Carré, selbst eine Zeit beim britischen Dienst, hat mit diesem Band den schönen Schein der Spionage zerschlagen. Die Mauer ist noch neu; der Kalte Krieg wird in Verhören geführt, nicht in Verfolgungsjagden. Control opfert den eigenen Mann, damit ein nützlicher Schlächter im Amt bleibt, und nennt das Strategie. Martin Ritt verfilmte 1965 mit Richard Burton. Sabine Roth hat die gängige deutsche Fassung besorgt.

Inhalt

Alec Leamas, Leiter der Berliner Stelle des Circus, verliert an der Mauer den letzten Überläufer; der ostdeutsche Mundt hat sein Netz ausgerollt. In London erklärt Control, Leamas solle »aus der Kälte kommen«, in Wahrheit: noch einmal hineingehen. Leamas spielt den gescheiterten, trinkenden Entlassenen, sitzt wegen eines Überfalls auf einen Krämer, lässt sich von ostdeutschen Werbern anwerben. Die junge Liz Gold, Mitglied der Kommunistischen Partei Großbritanniens, liebt ihn und weiß nichts vom Spiel. In der DDR verhört ihn Fiedler, Mundts Stellvertreter, ein überzeugter Jude und Kommunist, der Mundt für einen britischen Maulwurf hält. Leamas liefert, was Fiedler braucht: Indizien, dass Mundt für London arbeitet.

Das Tribunal tagt. Liz wird aus England herbeigeschafft, gutgläubig, und zerbricht Leamas’ Legende, ohne es zu wollen: Sie erzählt von Geld, das Leamas’ Leute ihr zukommen ließen. Fiedler hat recht und verliert. Mundt ist der britische Mann; Fiedler wird fallen. Control und George Smiley im Hintergrund haben Leamas nicht geschickt, um Mundt zu enttarnen, sondern um Fiedler zu vernichten, der Mundt gefährlich wurde. Leamas versteht, dass er Liz und sich selbst für einen Nazi im ostdeutschen Apparat gegeben hat, weil dieser Nazi London nützt.

Mundt lässt die beiden zur Mauer bringen, als Flucht getarnt. Liz wird auf dem Todesstreifen erschossen; Leamas, der schon im Westen wäre, kehrt auf die Leiter zurück und stirbt bei ihr. Aus der Kälte kommt niemand. Der Circus hat gewonnen, die beiden Toten sind die Kosten. Leamas’ letzter Satz an Liz, man sei auf keiner Seite die Guten, trägt den Roman über die Mauer.

Einordnung

Le Carré hat Ian Flemings James Bond die Antwort gegeben, ohne ihn zu nennen: Spionage ist Büro, Zynismus und das Opfer der eigenen Leute. Der Band machte ihn weltberühmt und hat die Spionageerzählung umgedreht, vom Helden zum Buchhalter des Schmutzes. Smiley, in anderen Büchern die Mitte, bleibt hier Rand; Leamas ist die Figur, die glaubt, noch ein Spiel zu spielen, und das Spiel ist sie. Die Verhöre zwischen Fiedler und Leamas sind die moralische Mitte: zwei Männer, die den Sozialismus und den Westen je ernst nehmen, während die Zentralen nur den nützlichen Schlächter halten. 1963, zwei Jahre nach dem Mauerbau, las man das als Reportage aus einer Welt, die es gab.

Ritts Film hat Burtons Gesicht zur Ikone gemacht und die Kälte gehalten. Spätere Smiley-Romane – Dame, König, As, Spion – haben den Circus ausgeweitet; dieser Band bleibt der schmalste und härteste. Wer nach le Carré über den Kalten Krieg spricht, spricht hinter Leamas’ Leiter: hinter der Einsicht, dass die eigene Seite denselben Schmutz braucht und ihn den Liebenden in die Schuhe schiebt. Die Mauer ist keine Metapher. Sie ist die Grenze, an der die Buchhaltung der Dienste bar bezahlt wird.

Ideen

Verrat

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.