Der Schüler Gerber

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Schüler Gerber
Autor(en): Friedrich Torberg
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1930
Seitenanzahl: 280 Seiten
Originaltitel: Der Schüler Gerber
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3423008849
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423008846
Schlagwörter: Schule, Matura, Macht, Scheitern
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Schüler Gerber ist der 1930 im Wiener Zsolnay-Verlag erschienene Roman von Friedrich Torberg, zuerst unter dem Titel Der Schüler Gerber hat absolviert. Torberg war 1927 durch die Matura gefallen und 1928 bestanden; Zeitungsberichte über Schülerselbstmorde im Winter 1929 stehen am Beginn. Der Band war in vier Wochen ausverkauft und wurde 1933 in Preußen für Schülerbüchereien verboten, weil er das Lehrer-Schüler-Verhältnis gehässig verzerren sollte. Er erzählt, wie ein Gymnasium einen Jungen zerlegt, der nicht dumm ist. Der Klassenvorstand heißt im Spott Gott Kupfer.

Inhalt

Kurt Gerber ist klug, unstet und reifer als die Klasse. In den Ferien sagt Professor Artur Kupfer dem Vater beiläufig, er werde den Sohn noch brechen, sollte er ihn in die Finger bekommen. Der Vater, herzkrank, rät zum Schulwechsel oder zur Lehre im Geschäft; Kurt will das Doktorat und glaubt sich unzerbrechlich. Am ersten Schultag ist Lisa Berwald nicht mehr da; die heimliche Liebe, die die Mitschüler zur Schwärmerei herabsetzen würden, wird zum Halt, den sie nicht trägt. Kupfer, strenger Mathematiker und Klassenvorstand der Oktava, macht Gerber zum Gegenstand. Die anderen Lehrer halten ihn für geeignet; das reicht nicht, wenn der eine ihn will.

Lisa besucht die Physikstunde des wohlwollenden Professors Hussak. Kurt folgt ihr unerlaubt, stürzt auf der Treppe, belügt Kupfer über den Grund seines Draußenseins. Fieber, eine Mathematikarbeit, bei der Kupfer ihn schummeln sieht, ein blauer Brief: Kurt fälscht die Unterschrift des Vaters, auch unter die Karzermitteilung, um das Herz zu schonen. In den Weihnachtsferien kommt es im dunklen Zug zu einer Annäherung an Lisa, die längst bei Otto Engelhart ist und Kurt nicht will, was er nicht wahrhaben kann. Der Vater holt ihn heim, verlangt Nachhilfe; Kurt lehnt ab, tritt dann in einen Lernkreis der Besten, steigt auf und graut sich, zu den Strebern zu gehören. Der vorzügliche Schüler Benda stirbt; niemand meldet sich als Freund.

Die Halbjahresnachricht bleibt in Mathematik und darstellender Geometrie negativ. Kurt rutscht zu den Hoffnungslosen, die Freundschaft mit Weinberg bröckelt, ein Boykott im Französischen scheitert, er muss sich entschuldigen. Eine unberechtigte Karzerstrafe Kupfers wird zurückgenommen; Kurt merkt den kleinen Sieg nicht. Lisa macht ihm die Aussichtslosigkeit klar. Er wird trotzdem zur mündlichen Matura zugelassen. Ein Mitschüler, an dem er sich aufrichtet, fällt durch. Kurt löst die Mathematikaufgaben nicht, die hinterher einfach gewesen wären, schwankt in Latein, Deutsch, Geschichte. In der Pause vor der Bekanntgabe, während Hussak hinter den Türen für ihn spricht, springt er aus dem Fenster und stirbt. Er hat bestanden. Der Erzähler weiß früher als Kurt, wie Lisa und Kupfer wirklich stehen; die Tragik liegt nicht im Überraschungsschluss, sondern darin, dass der Junge die Schule für das Leben nimmt, gegen den eigenen früheren Satz.

Einordnung

Torberg schreibt den Schulroman als Machtstudie, nicht als Ulk. Kupfer ist zeittypischer Drill und persönlicher Hass auf den, der nicht kriecht. Neben Jugend ohne Gott und Törleß steht Gerber als österreichisches Gegenstück: weniger philosophisch als Musil, greller in der Panik vor der Prüfung. Der Prager Lehrer Arnold Schwefel, Vorbild Kupfers, bat den Verlag um ein Widmungsexemplar. Der Film von 1981 mit Gabriel Barylli und Werner Kreindl hat das Akademische Gymnasium Wien zum Ort gemacht.

Die Sprache ist klar, der Erzähler greift vor, ohne zu trösten. Wer nach 1930 über Schule als Lebensersatz und über den Selbstmord als falsche Lösung einer bestandenen Prüfung sprach, sprach hinter diesem Buch. Torberg hat später anderes geschrieben; Der Schüler Gerber bleibt der Satz, dass Absolvieren und Leben nicht dasselbe sind, und dass ein Lehrer einen Schüler töten kann, ohne die Hand zu rühren. Die Matura ist bestanden, der Junge ist tot, und Kupfer geht in die nächste Stunde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.