Der Römerbrief

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Römerbrief
Autor(en): Karl Barth
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Theologischer Verlag Zürich
Serie:
Erscheinungsjahr: 1919
Seitenanzahl: 784 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3290175626
ISBN-13/

EAN-Code:

9783290175627
Schlagwörter: Offenbarung, Krise, Dialektik, Paulus
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Rezensionen
Umschlag

Der Römerbrief ist der Kommentar des Schweizer Theologen Karl Barth zum Brief des Paulus an die Römer. Die erste Fassung erschien zu Weihnachten 1918, auf 1919 datiert; die zweite, völlig neu geschriebene von 1922 begründete die dialektische Theologie und schlug, so Karl Adam, wie eine Bombe auf dem Spielplatz der Theologen ein. Barth war Dorfpfarrer in Safenwil, ohne Promotion, und las den griechischen Paulus, als hätte er ihn nie gelesen. Die erste Fassung macht ihn in der Schweiz bekannt, die zweite trägt ihm den Ruf nach Göttingen ein. Das Buch zählt, weil es Gott dem frommen Erlebnis und dem Kulturprotestantismus entreißt und als den ganz Anderen setzt.

Inhalt

Barth schreibt gegen die liberale Theologie seit Friedrich Schleiermacher, die das Christentum auf fromme Erfahrung, Kulturprotestantismus und historisch-kritische Milde gründete. Gott ist der ganz Andere, im Himmel, der Mensch auf der Erde; gerade das Nichtwissen dessen, was Gott weiß, ist das Wissen von Gott. Der Pfarrer von Safenwil las den griechischen Paulus, als hätte er ihn nie gelesen, nicht um den historischen Mann zu rekonstruieren, sondern weil die Fragen dieselben seien. Die Historisch-Kritischen, so Barth, müssten noch kritischer sein: Die Historie reicht nicht an die Sache. Das Kreuz ist Gottes Nein zu allen Versuchen, Gott für Partei, Nation, Fortschritt und religiösen Sozialismus zu verzwecken.

Die zweite Fassung schärft die erste. Der neue Äon bricht nicht als Ziel eines irdischen Fortschritts an, sondern als Störung des alten. Barth denkt mit Kierkegaard, Dostojewski, Overbeck und dem Bruder Heinrich, dem Neukantianer; Johannes der Täufer am Isenheimer Altar, der von sich weg auf den Gekreuzigten weist, hängt über dem Schreibtisch. Glauben ist nicht Erlebnis, sondern Anerkennung der Krise. Wo Paulus ermahnt, hört Barth: Lasst euch unterbrechen. Die Auslegung von Römer 12 und 13, also der Ethik und des Staates, wird deshalb prekär: Zwischen theologischer Grundlegung und alltäglichem Handeln reißt der organische Zusammenhang. Gott bleibt die große Störung, nicht der Motor der Reform.

Unsicher bleibt, wie aus dem Nein ein Ja des Handelns werden soll, ohne Gott wieder zu vereinnahmen. Die erste Fassung hatte noch konkretere Perspektiven eines neuen Lebens; die zweite streicht sie als naturphilosophische Spekulation. Der Ton der ersten ist expressionistisch, bildreich, aufrüttelnd; der der zweiten paradox, polemisch, von einer Härte, die Tröstungen zerschlägt. Neutestamentler warfen Eisegese vor: Man lerne nicht Paulus kennen, sondern Barth. Rudolf Bultmann lobte die sachliche Nähe und vermisste die Übersetzung in die Gegenwart. Barth stellte sich neben Paulus, nicht über ihn.

Einordnung

Das Buch machte den Dorfpfarrer ohne Promotion zum Professor in Göttingen und zu einem der bestimmenden evangelischen Theologen des Jahrhunderts. Es steht am Anfang der Kirchlichen Dogmatik und der Barmer Theologischen Erklärung, in der Barth später das Nein zum nationalsozialistischen Staat kirchlich formulierte. Gegen Schleiermachers frommes Bewusstsein und gegen den Kulturprotestantismus des Kaiserreichs setzt es Offenbarung als Krise. Immanuel Kants Grenze der Erkenntnis wird theologisch gewendet: Gott ist nicht Gegenstand einer Wissenschaft vom Menschen.

Die Kritik nannte die Dialektik unfruchtbar für die Ethik, die Exegese gewaltsam, den ganz Anderen eine Abstraktion, die die Schrift überrennt. Geblieben ist die Warnung, Gott nicht für den eigenen Standpunkt zu buchen: Militärdienst allenfalls, niemals als Feldprediger. Wer nach 1922 evangelische Theologie treibt, ohne diese Störung zu kennen, redet an der Zäsur des Jahrhunderts vorbei. Adolf von Harnack distanzierte sich, Emil Brunner folgte zuerst und stritt später; die Wirkung lief durch Freundschaft und Bruch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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