Der Menschen Hörigkeit
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Menschen Hörigkeit |
| Autor(en): | William Somerset Maugham |
| Originaltitel: | Of Human Bondage |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1915 |
| Schlagwörter: | Abhängigkeit, Klumpfuß, Liebe, Bildung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
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| Umfang dieser Ausgabe: | 976 Seiten |
| ISBN: | 9783257242072 |
| Verweise | |
Der Menschen Hörigkeit ist der 1915 erschienene Roman von William Somerset Maugham, im Original Of Human Bondage, der Titel nach Spinozas Abhandlung über die Knechtschaft der Affekte. Maugham hat gesagt, er habe alles hineingelegt, was er wusste; es ist kein Bekenntnisbuch im engen Sinn, aber der Klumpfuß, die Waise, Heidelberg, Paris und das Londoner Hospital sind aus seinem Leben genommen. Der Band machte ihn zum Erzähler, den man nicht mehr nur als Bühnenschreiber las. Die deutsche Fassung von Mimi Zoff und Susanne Feigl liegt bei Diogenes in überarbeiteter Gestalt vor. Es ist ein Bildungsroman, der die Bildung als Umweg und die Liebe als Krankheit erzählt.
Inhalt
Philip Carey verliert früh die Eltern und wächst beim Onkel, einem pfarrherrlichen Geistlichen in Blackstable, und bei der Tante auf, streng, lieblos, mit einem Klumpfuß, den die Schule verspottet. Er liest, widerspricht, will dem Pfarrhaus entkommen. Nach der Schulzeit geht er nach Heidelberg, hört Philosophie und merkt, dass der Glaube des Onkels ihm nichts mehr gilt; zurück in England versucht er sich in der Buchhaltung, die ihn tötet vor Langeweile, und setzt gegen den Onkel durch, in Paris Malerei zu studieren. In den Ateliers lernt er, dass Talent nicht Wunsch ist: Die Lehrer sagen ihm die Wahrheit, er sieht die Bilder der anderen und gibt die Kunst auf, nicht aus Verzicht auf Schönheit, sondern aus Einsicht. Er kehrt nach London zurück und beginnt das Medizinstudium, das Maugham selbst absolviert hat: Sezieren, Armut der Patienten, die Nüchternheit des Hospitals.
Im Teehaus begegnet er der Kellnerin Mildred Rogers. Sie ist dünn, blass, schnippisch, ohne Wärme; Philip verliebt sich in eine Leere. Mildred lässt sich aushalten, verachtet ihn, geht mit dem Handelsreisenden Miller, kommt schwanger und verlassen zurück, lässt sich von Philip wieder aufrichten und betrügt ihn mit seinem Freund Griffiths. Philip zahlt, demütigt sich, hasst und kann nicht lassen; Spinoza liefert den Titel, Mildred die Anschauung. Dazwischen stehen andere Bindungen: die Schriftstellerin Norah Nesbit, die ihn liebt und die er nicht lieben kann, solange Mildred ihn ruft; der Dichter Cronshaw, der ihm in Paris den persischen Teppich als Bild des Lebens deutet, ein Muster ohne hinteren Sinn. Philip verarmt, als eine Spekulation das kleine Erbe auffrisst, arbeitet in einem Kaufhaus, kehrt ins Hospital zurück und besteht die Prüfungen, während Mildred als Prostituierte krank wird und er sie pflegt, ohne Illusion.
Am Ende steht nicht Mildred, sondern die Familie Athelny, bei der Philip Tisch und Wärme findet, und die Tochter Sally, die ihn ohne Theater nimmt. Eine mögliche Schwangerschaft, die sich als Irrtum erweist, zwingt ihn zu wählen: die Laufbahn des Schiffsarzes, von der er geträumt hat, oder ein Leben als Landarzt an Sallys Seite. Er bleibt. Der Roman schließt nicht mit einer großen Läuterung, sondern mit der Einsicht, dass die Hörigkeit ein Name für das ist, was man nicht abschütteln kann – und dass man sie, wenn sie sich legt, nicht durch eine Idee ersetzt, sondern durch Alltag. Mildred verschwindet aus dem Blick; Philip geht nicht als Sieger aus der Bindung, sondern als Arzt, der weiß, was Abhängigkeit im Körper und im Willen bedeutet.
Einordnung
Maugham hat den viktorianischen Bildungsroman ins zwanzigste Jahrhundert gezogen, ohne ihn zu zerschneiden: Die Stationen Schule, Reise, Kunst, Beruf bleiben, aber die Mitte gehört einer Liebe, die keine Erziehung ist. Mildred ist keine femme fatale der Oper, sie ist gewöhnlich, und genau darin liegt Philips Knechtschaft. Zeitgenossen lasen das Buch als zu roh, zu klinisch, zu wenig erbaulich; später hat man es als Schlüssel zum Autor genommen und darüber oft übersehen, dass Philip nicht Maugham ist, sondern dessen Prüfung. Neben Dickens’ Waisen und Goethes Lehrjahren steht der Roman als englische Variante, in der das Muster des Teppichs den Sinn ersetzt: Man sieht die Figur, nicht das Jenseits.
Die Verfilmungen, von Bette Davis’ Mildred 1934 bis zu späteren Fassungen, haben die Kellnerin zur Hauptrolle gemacht und Philips Umwege gekürzt. Der Roman braucht die Umwege: Heidelberg, Paris, das Kaufhaus, sonst bleibt nur die Demütigung. Maugham hat später glattere Erzählungen geschrieben; Der Menschen Hörigkeit bleibt das Buch, in dem er sich nicht schont. Wer nach ihm über Abhängigkeit spricht, ohne den Klumpfuß und das Hospital, spricht von einem anderen Stoff.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
