Der Leopard

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Leopard
Autor(en): Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Piper
Serie:
Erscheinungsjahr: 1958
Seitenanzahl: 398 Seiten
Originaltitel: Il Gattopardo
Originalsprache: italienisch
ISBN-10: 3492318630
ISBN-13/

EAN-Code:

9783492318631
Schlagwörter: Sizilien, Risorgimento, Adel, Vergänglichkeit
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Der Leopard (italienisch Il Gattopardo) ist der einzige Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Er erschien 1958, ein Jahr nach dem Tod des Autors, und wurde nach mehreren Verlagsabsagen zu einem internationalen Erfolg.

Inhalt

Sizilien, Mai 1860: Garibaldis Freiwillige landen auf der Insel, das Königreich der Bourbonen bricht zusammen. Im Mittelpunkt steht Don Fabrizio Corbèra, Fürst von Salina, ein hochgewachsener, sinnlicher und hochgebildeter Aristokrat, dessen Wappen die Raubkatze des Titels zeigt. Er beobachtet den Umbruch mit der Klarsicht eines Astronomen und dem Fatalismus eines Mannes, der weiß, dass seine Klasse abtritt.

Sein Neffe Tancredi schlägt sich auf die Seite der neuen Ordnung und wirbt nicht um die Fürstentochter Concetta, sondern um Angelica, die schöne Tochter des reich gewordenen Bürgermeisters Don Calogero Sedàra. Der Fürst befördert diese Verbindung, weil sie das Überleben der Familie sichert – zum Preis ihrer Exklusivität. Bei der Volksabstimmung über den Anschluss an Piemont lässt er das gefälschte Ergebnis geschehen; ein angebotener Senatorensitz lehnt er ab, weil er sich für die neue Zeit nicht mehr zuständig fühlt.

Der Roman besteht aus acht lose gefügten Episoden, deren letzte weit über den Tod des Fürsten hinausreichen. Ein langer Ballabend in Palermo zeigt den Adel als schöne, erschöpfte Gesellschaft; danach stirbt Don Fabrizio in einem Hotelzimmer und zieht Bilanz. Die Schlusskapitel führen bis 1910 und zeigen die alt gewordenen Fürstentöchter mit ihren Reliquien: Was vom Haus Salina bleibt, ist eine Sammlung fragwürdiger Andenken und der Kadaver eines ausgestopften Hundes.

Einordnung

Der Roman löste sofort eine politische Debatte aus: Die eine Seite las ihn als Verklärung der alten Ordnung, die andere als illusionslose Analyse des Risorgimento, in dem sich die Herrschaft nur umverteilt. Prägend wurde Don Fabrizios Selbstbeschreibung als Angehöriger einer Übergangsgeneration, die weder in der untergehenden noch in der kommenden Ordnung zu Hause ist. 1959 erhielt das Buch den Premio Strega; Luchino Viscontis Verfilmung von 1963 mit Burt Lancaster gewann die Goldene Palme.