Der König der purpurnen Stadt

Rebecca Gablé · 2002 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Der König der purpurnen Stadt
Autor(en): Rebecca Gablé
Originaltitel: Der König der purpurnen Stadt
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2002
Schlagwörter: London, Tuchhandel, Mittelalter, Aufstieg
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 960 Seiten
ISBN: 9783404152186
Verweise


Der König der purpurnen Stadt ist der historische Roman von Rebecca Gablé, 2002 erschienen, angesiedelt im London der dreißiger Jahre des vierzehnten Jahrhunderts, unmittelbar vor dem Stoff von Das Lächeln der Fortuna. Ein Waisenjunge wird Tuchhändler, Ritter und Gläubiger der Krone, und die Stadt färbt sich nach dem Stoff, den sie verkauft. Gablé, Mediävistin und Verfasserin der Waringham-Romane, hat hier keinen Teil jener Familiensaga geschrieben, sondern einen Kaufmannsroman, in dem Wolle, Kredit und Königsnähe dasselbe bedeuten. Edward III. und Philippa von Hennegau treten als handelnde Figuren auf, nicht als Kulisse. Das Buch wurde ein Erfolg des Unterhaltungsromans und blieb, anders als die Waringham-Bände, ein Einzelstück mit Überschneidungen.

Inhalt

Jonah Durham, 1312 geboren, wächst als Lehrjunge unter dem Namen Hillock im Haus seines Cousins Rupert in London auf, einem Meister, der den Verwandten als billige Kraft hält. Die Großmutter erkennt spät das Talent des verschlossenen Jungen und hinterlässt ihm ein Erbe, das die Lehre in eine Laufbahn verwandeln könnte. Rupert neidet das Geld und versucht, Jonah auf einer Geschäftsreise umzubringen; eine Jagdgesellschaft des Königs verhindert den Anschlag. Jonah tritt Edward III. und der Königin Philippa gegenüber, wird vorzeitig aus der Lehre entlassen und in die Gilde der Tuchhändler aufgenommen. Wenig später rettet er der Königin das Leben und steigt zum Hoflieferanten auf. Der Ehrgeiz überholt die Vorsicht: Ein leichter Sinn fürs Risiko zwingt ihn in einen Pakt mit dem mächtigen Kaufmann William de la Pole.

Jonah lässt flämische Weber kommen, stellt mit Philippas Rückhalt die englische Tuchfertigung um und wird zum Ritter geschlagen, ohne dass der Adel ihn für einen der Seinen hielte. 1337 heiratet er de la Poles Tochter Giselle, gegen eine finanzielle Gefälligkeit, die dem König den Krieg gegen Frankreich erleichtert. Ein schlechtes Geschäft mit der Krone bringt Jonah an den Rand des Ruins; Giselle und der Gefährte Crispin fangen ihn auf. Die Seeschlacht von Sluis füllt die Kassen wieder. Dazwischen stehen Brand, Pest und die alte Rechnung des Cousins Rupert, der nicht vergisst, dass der Lehrjunge ihn überholt hat. Jonah lernt, dass der Hof nicht dankt, sondern leiht, und dass ein Kaufmann, der dem König Geld gibt, den König nicht besitzt.

Der Roman folgt Jonah über Jahre des Aufstiegs, nicht als Heiligenlegende des Fleißes, sondern als Kette von Beinahe-Untergängen. Annot, eine Frau aus dem Gewerbe der Straße, und Francis Willcox, König der Diebe, halten die Stadt offen, die der Gildemeister gerne geschlossen hätte. Historische Kinder Edwards und Philippas laufen durch die Kapitel, ohne dass Gablé aus dem Hof ein Kostümfest macht. Am Ende hat Jonah Haus, Frau, Kinder und Feinde. Der Titel meint London als purpurne Stadt des Tuchs und des königlichen Anspruchs, und er meint den Mann, der in dieser Farbe reich geworden ist, ohne sicher zu sein, ob die Farbe hält. Gablé lässt ihn nicht als unbestrittenen Sieger stehen; sie lässt ihn als Händler stehen, der den Staat finanziert hat und von ihm abhängig bleibt.

Einordnung

Gablé hat den historischen Unterhaltungsroman auf die Zunft gelegt, näher beim Tuch als beim Turnier. Das englische vierzehnte Jahrhundert liefert Krieg, Pest und die Verschiebung der Wolle vom Rohstoff zum fertigen Tuch, und das Buch erklärt diese Verschiebung, indem es sie einem Leben aufbürdet. Historiker können Vereinfachungen nennen; Leser finden eine Stadt, in der Kredit und Gunst denselben Geruch haben. Personelle Brücken zur Waringham-Saga ändern nichts daran, dass Jonahs Laufbahn eine eigene Rechnung ist: nicht Erbe eines Geschlechts, sondern Erfindung eines Namens. Im deutschen Taschenbuchmarkt der zweitausender Jahre stand der Band neben Folletts Kathedralenromanen, schlanker in der Moral, genauer im Handel.

Lübbe hält den dicken Band, der in der Bahn gelesen wird und als Epos gilt. Hörfassungen, darunter eine mehrteilige unter dem Titel Jonah, haben den Stoff weitergetragen. Wer nach Gablé über das englische Mittelalter spricht, spricht oft zuerst von Waringham; wer diesen Roman liest, sieht London vom Laden aus, nicht vom Bergfried. Die Königin als Verbündete der Weber ist die politische Pointe: Fortschritt entsteht hier nicht aus Tugend, sondern aus einem Bündnis von Hof und Werkstatt, das den Adel hintergeht, solange der Krieg Geld braucht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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