Der Gott der kleinen Dinge
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Gott der kleinen Dinge |
| Autor(en): | Arundhati Roy |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1997 |
| Seitenanzahl: | 440 Seiten |
| Originaltitel: | The God of Small Things |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3596299527 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596299522 |
| Schlagwörter: | Kerala, Kaste, Kindheit, Verbot |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Gott der kleinen Dinge ist der 1997 erschienene erste Roman von Arundhati Roy, im Original The God of Small Things. In Kerala, im feuchten Süden Indiens, zerbricht eine Familie an den Gesetzen, wer wen lieben darf. Roy hat die Geschichte von hinten und von vorn erzählt, in der Sprache eines Kindes, das die Erwachsenenworte falsch und deshalb genauer hört. Der Roman erhielt den Bookerpreis und machte die Architektin zur Schriftstellerin. Er ist politisch, ohne Flugblatt zu sein: Die Kaste, die Polizei und das Haus in Ayemenem tun dasselbe Werk. Nach diesem Buch hat Roy lange keinen zweiten Roman vorgelegt.
Inhalt
Rahel kehrt als Erwachsene nach Ayemenem zurück. Ihr Zwillingsbruder Estha ist stumm geworden und geht durchs Haus. Die Erzählerin holt den Dezember 1969 nach, als die Zwillinge sieben waren. Ihre Mutter Ammu hat den alkoholkranken Vater verlassen und lebt, geschieden, geduldet, im Haus der Familie Ipe. Dort herrscht die Tante Baby Kochamma, die ein unglückliches Begehren nach einem Priester in Bitterkeit verwandelt hat; der Onkel Chacko, zurück aus Oxford, redet vom Marxismus und führt die Gurkenfabrik. An diesem Tag soll Chackos englische frühere Frau Margaret mit der Tochter Sophie Mol aus London eintreffen. Die Kinder üben Willkommen; die Erwachsenen üben Rang.
Am Fluss, im Haus des Unberührbaren Velutha, eines Zimmermanns der Fabrik, findet Ammu, was das Gesetz nicht erlaubt. Velutha ist für die Zwillinge der Gott der kleinen Dinge: der Mann, der Spielzeug baut und sie ernst nimmt. Baby Kochamma und die Partei, die Velutha braucht und verstößt, setzen die Polizei in Bewegung. Sophie Mol kentert mit den Zwillingen im Fluss und ertrinkt. Die Familie schiebt die Schuld auf Velutha; Estha, von Baby Kochamma in der Wache gezwungen, sagt aus, was sie ihm in den Mund legt. Velutha wird in der Zelle totgeschlagen. Ammu wird aus dem Haus gejagt und stirbt allein, Jahre später, in einem billigen Zimmer. Estha schickt man zu seinem Vater; Rahel wandert, heiratet in Amerika, kehrt kinderlos zurück.
In der letzten Nacht in Ayemenem überschreiten die erwachsenen Zwillinge die letzte der Liebesgesetze, jener Regeln, die festlegen, wer mit wem sprechen, sich berühren, lieben darf. Der Roman hat diesen Schluss von Anfang an vorbereitet, ohne ihn zu entschuldigen: Nachdem die Welt ihnen alles genommen hat, bleibt ihnen nur noch einander. Dazwischen stehen die kleinen Dinge, auf denen der Titel besteht – ein Lied, ein Insekt, ein falsch verstandenes englisches Wort –, weil die großen Dinge, Nation und Partei und Kirche, die Kinder nicht gerettet haben. Ayemenem riecht nach Fluss und nach dem, was nicht vergeht. Der Gott der kleinen Dinge ist kein Tröster; er ist das, was die Großen übersehen, bis es zu spät ist.
Einordnung
Roy hat den indischen Familienroman mit der Kaste und mit der Kindersprache neu gebaut. Die Zeit springt, weil das Trauma springt: Sophie Mols Tod liegt über jedem früheren Satz. Das Verbot, das Ammu und Velutha bricht, ist älter als der Staat und härter als die Liebe; die Polizei vollstreckt es im Namen der Ordnung. Der Bookerpreis hat das Buch weltweit durchgesetzt, manchmal als exotisches Kerala, was es nicht ist. Es ist ein Roman über Berührung und über die Strafe, die auf Berührung steht.
Die Kritik in Indien war gespalten: zu viel Kunst, zu viel Anklage, zu nah an der eigenen Biographie. Roy hat die Aufmerksamkeit in die politische Essayistik getragen und erst nach Jahren wieder erzählt. Wer nach ihr über Kaste und Kindheit spricht, spricht hinter diesem Band: hinter den Zwillingen, die ein Wort der Erwachsenen falsch hören und darin die Wahrheit treffen. Die angegebene Ausgabe folgt einer Übersetzung aus dem Englischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
