Der Glöckner von Notre-Dame
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Glöckner von Notre-Dame |
| Autor(en): | Victor Hugo |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Insel Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1831 |
| Seitenanzahl: | 663 Seiten |
| Originaltitel: | Notre-Dame de Paris |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3458352376 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783458352372 |
| Schlagwörter: | Kathedrale, Paris, Missgestalt, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Glöckner von Notre-Dame ist der Roman von Victor Hugo, 1831 unter dem Titel Notre-Dame de Paris erschienen, ein Buch über eine Kirche, das die Nachwelt nach dem Glöckner benannt hat. Hugo, schon Dramatiker und Dichter der Romantik, hat Paris im Jahr 1482 auf die Seite gelegt: Gassen, Gericht, Bettlerhof, die Türme der Kathedrale. Der Anlass war der Stein: Hugo fürchtete, die Gotik werde unter Tünche und Abriss verschwinden, und schrieb der Stadt ein Gedächtnis. Der Roman ist ein Liebesdrama, ein Architekturbuch und eine Anklage gegen die Gewalt, die das Hässliche und das Fremde trifft. Die deutsche Titelwahl hat Quasimodo in den Vordergrund gerückt; im Französischen trägt das Münster den Namen.
Inhalt
Zum narrenfestlichen Dreikönigstag 1482 wählen die Pariser den missgestalteten Glöckner Quasimodo zum Narrenpapst, weil sein Gesicht das hässlichste ist. Quasimodo, taub von den Glocken, bucklig, einäugig, lebt in Notre-Dame, ausgesetzt als Kind und aufgezogen vom Erzdiakon Claude Frollo. Auf dem Grèveplatz tanzt die Zigeunerin Esmeralda mit der Ziege Djali; der Dichter Pierre Gringoire gerät unter die Bettler des Hofes der Wunder und wird beinahe gehängt, bis Esmeralda ihn zum Schein heiratet, um ihn zu retten. Frollo, gelehrt und ausgehöhlt von Askese, begehrt Esmeralda und hetzt Quasimodo, sie zu rauben. Der Königsschütze Phoebus de Châteaupers verhindert die Tat, Quasimodo wird ausgepeitscht am Pranger. Esmeralda bringt ihm Wasser; der Glöckner, der bisher nur Frollo und die Glocken gekannt hat, liebt sie von da an, ohne Hoffnung und ohne Anspruch.
Frollo ersticht nicht selbst, aber seine Eifersucht richtet den Anschlag: Phoebus, den Esmeralda liebt, wird verwundet, die Tat fällt auf sie. Gericht und Kirche beschuldigen sie der Hexerei; die Ziege, die Kunststücke kann, gilt als Beweis. Esmeralda wird zum Galgen verurteilt. Quasimodo reißt sie vom Karren und schleppt sie ins Münster: Asyl. In den Türmen lebt sie eine Weile zwischen Glocken und Stein, versteht die Liebe des Glöckners nicht als die, die sie will – sie will Phoebus, der sie bereits vergessen hat –, und Frollo drängt weiter, sie zu besitzen oder zu vernichten. Hugo unterbricht die Jagd durch Kapitel über Notre-Dame, über Paris von oben, über die Buchdruckerkunst, die den Stein ablösen wird. Die Kathedrale ist die Hauptfigur, die Menschen sind ihre Bewohner und ihre Opfer.
Der Hof der Wunder stürmt Notre-Dame, um Esmeralda zu befreien; Quasimodo, der die Angreifer für Feinde hält, wirft Steine und siedendes Blei. Frollo lockt Esmeralda hinaus, übergibt sie der Obrigkeit, als sie ihn erneut zurückweist. Sie wird gehängt. Quasimodo sieht Frollo vom Turm der Hinrichtung zusehen, erkennt den Verrat und stößt den Erzdiakon in die Tiefe. Danach verschwindet der Glöckner. In einer spätern Kammer findet man zwei Skelette in Umarmung: das eine mit gebrochener Wirbelsäule, das andere missgestaltet; als man sie trennen will, zerfällt der Staub. Phoebus heiratet standesgemäß, Gringoire überlebt als Mann der Worte. Hugo lässt Paris weiterläuten und die Kirche stehen; der Roman endet bei den Toten, nicht bei der Stadt, die sie verbraucht hat.
Einordnung
Hugo hat den historischen Roman der französischen Romantik nicht als Kostümfest angelegt, sondern als Streit um das, was bleibt: der Stein gegen das Buch, das Münster gegen den Abriss, das Asyl gegen das Gericht. Die langen Kapitel über Architektur sind kein Schmuck; sie behaupten, dass ein Volk sich in seinen Bauten liest. Quasimodo, den die Menge zum Narren macht und der allein das Asylrecht ernst nimmt, ist die moralische Mitte, ohne tugendhaft zu sein. Esmeralda bleibt Objekt fast aller Blicke – Frollos, Phoebus’, der Richter, der Menge – und wird genau deshalb getötet. Wer den Band als Liebesgeschichte zwischen Glöckner und Tänzerin erzählt, folgt den späteren Bearbeitungen, nicht Hugos Grausamkeit: Sie liebt Phoebus, er liebt sie, Frollo zerstört beide.
Die Oper, das Ballett, der Stummfilm Lon Chaneys und vor allem die geglätteten Kinderfassungen haben dem Schluss die Skelette genommen und dem Glöckner eine Errettung gegeben, die Hugo verweigert. In Deutschland hat der Titel die Figur vor die Kirche geschoben; wer das Original liest, findet Paris. Neben den großen Gesellschaftsromanen Hugos – Les Misérables später – ist Notre-Dame das Buch, in dem die Stadt noch mittelalterlich ist und schon modern wird, weil der Druck die Fassade ablöst. Wer nach Hugo über Asyl und Ausschluss spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für ein Münster-Souvenir hält, hat Esmeralda am Galgen nicht gesehen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
