Der General der toten Armee

Ismail Kadare · 1963 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Der General der toten Armee
Autor(en): Ismail Kadare
Originaltitel: Gjenerali i ushtrisë së vdekur
Originalsprache: albanisch
Erstveröffentlichung: 1963
Schlagwörter: Gebeine, Albanien, Krieg, Verwaltung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 9783596271801
Verweise


Der General der toten Armee ist der Roman von Ismail Kadare, 1963 in Tirana erschienen. Ein italienischer General und ein Priester reisen durch Albanien, um die Gebeine gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs heimzuholen. Unter Enver Hoxha geschrieben, liest sich das Buch als Geschichte jedes Regimes, das Tote verwaltet. Le Monde hat es unter die hundert des Jahrhunderts gesetzt, nicht aus Exotik, aus Härte.

Inhalt

Der General hat Listen, Karten, eine Mission, die pietätvoll klingen soll und eine Behörde ist. Der Priester betet und zweifelt. Sie fahren durch Regen, Dörfer, Gräber, die keine Schilder tragen. Die albanischen Bauern wissen mehr als die Akten; eine Witwe hat den Toten, den sie suchen, schon in ihr Leben genommen. Kadare lässt das Volkslied und die Bürokratie sich kreuzen: Dieselbe Macht zählt Knochen und singt Helden.

Ein zweiter, deutscher Beauftragter sucht dieselben Hügel ab; die Totenarmeen begegnen sich als Konkurrenz der Listen. Der General trinkt, friert, hasst das Land, das ihn nicht heroisch macht, und merkt, dass die Gebeine keine Nation mehr haben, nur noch Erde. Die Identifikation misslingt, gelingt falsch, wird Handel. Der Regen hört nicht auf. Albanien ist keine Kulisse der Wildnis; es ist ein Staat, der die eigenen Toten anders zählt als die fremden.

Am Ende ist die Mission erfüllt und leer. Der General bringt Kisten heim, deren Inhalt die Hinterbliebenen beruhigen soll. Wer nur den Antikriegsroman sucht, unterschlägt die Witwe. Wer nur die albanische Folklore sucht, unterschlägt die Liste. Kadare hat Mythos und Verwaltung in einem Satz gehalten, ohne dass eines das andere erklärt.

Einordnung

Kadare hat den Totenkult der Nationen als Verwaltung erzählt. Das Buch erschien im Land, das es als Gleichnis hätte fürchten können; es blieb mehrdeutig genug. Nach 1990 Paris, der Streit, ob der Verfasser Kollaborateur oder Chronist gewesen sei. Die Prosa ist die bessere Antwort. Fischer hat die deutsche Adresse gehalten.

Man hat ihn zum albanischen Nationaldichter gemacht. Wer nur die Nation sucht, unterschlägt den General, der Italiener ist. Wer nur die Anklage sucht, unterschlägt, dass das Buch in Tirana gedruckt wurde. Nach Kadare über Gebeine und Staat zu sprechen, heißt, hinter dieser Reise durch den Regen zu sprechen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.