Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee |
| Autor(en): | Erich Kästner |
| Originaltitel: | Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1931 |
| Schlagwörter: | Phantasie, Südsee, Großstadt, Kind |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 160 Seiten |
| ISBN: | 9783423708425 |
| Verweise | |
Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee ist das Kinderbuch von Erich Kästner, 1931 bei Williams & Co. erschienen, mit Bildern von Walter Trier. Ein Junge, dessen Eltern den Tag in Stundenpläne und Gesundheitslehren zerlegt haben, reitet mit dem Onkel durch einen Schrank in Länder, die es nicht gibt und die dennoch die Wirklichkeit meinen. Kästner hat nach Emil und die Detektive nicht noch einmal den Großstadtkrimi geschrieben, sondern die Phantasie als Ausbruch aus der pädagogischen Wohnung. Der fünfunddreißigste Mai ist ein Datum, das der Kalender verweigert; genau deshalb kann an ihm geschehen, was der Stundenplan verbietet. 1933 verboten wie andere Bücher Kästners, blieb der Band nach 1945 das Gegenstück zum Emil: weniger Straße, mehr Traum, dieselbe Vernunft gegen die Erwachsenen.
Inhalt
Konrad lebt in einer Wohnung, in der die Mutter die Ernährung wägt und der Vater die Bildung misst; beides ist gut gemeint und lässt dem Jungen wenig Luft. Der Onkel Ringelhuth, Maler, hält nichts von diesem Regiment und holt Konrad an einem Tag ab, den er den fünfunddreißigsten Mai nennt. Im Atelier steht ein Schrank, und hinter den Mänteln beginnt die Reise. Ein sprechendes Pferd trägt die beiden in die Südsee, wo die Inseln nicht nach dem Klischee der Abenteuerhefte funktionieren, sondern nach Kästners Sinn fürs Genau-Verkehrte: Die Eingeborenen sind den Besuchern gewachsen, die Romantik kippt, sobald man hinsieht. Konrad, der zu Hause kaum entscheiden darf, muss hier urteilen, helfen, widersprechen.
Die Fahrt führt weiter in die Stadt Elektropolis, eine Zukunft aus Automaten, fliegenden Maschinen und Erwachsenen, die den Fortschritt so eifrig betreiben, dass das Kind zur Störung wird. Kästner karikiert die Technikbegeisterung der Weimarer Jahre, ohne die Maschinen zu dämonisieren; er zeigt, was übrig bleibt, wenn der Mensch nur noch Schalter ist. Es gibt ein Land, in dem die Tiere die Macht haben, und Szenen, in denen die Schule, die Konrad kennt, als absurde Wiederholung erscheint. Ringelhuth kommentiert wenig. Er lässt den Neffen sehen. Das Pferd redet, wie bei Kästner die Vernünftigen reden: knapp, unsentimental, gegen den Schwulst.
Die Rückkehr durch den Schrank setzt Konrad wieder vor den Eltern ab, die vom fünfunddreißigsten Mai nichts wissen wollen, weil er im Kalender nicht vorkommt. Der Junge behält die Reise als Wissen, nicht als Lüge. Kästner gibt dem Schluss keine Moraltafel; er gibt dem Kind ein Datum, das es gegen den Stundenplan halten kann. Die Südsee war kein Ausflug in die Ferne um der Ferne willen. Sie war die Probe, ob Konrad, der zu Hause funktionieren soll, noch staunen und entscheiden kann. Wer das Buch nur als lustige Erfindung liest, hat Elektropolis nicht gesehen: die Zukunft als Wohnung, in der wieder jemand den Tag zerlegt, nur mit mehr Strom.
Einordnung
Kästner hat das phantastische Kinderbuch gegen die Sorte Abenteuer geschrieben, die Kolonien als Spielplatz braucht, und gegen die Sorte Erziehung, die das Kind als Projekt führt. Der Onkel ist kein Zaubermeister; er ist der Erwachsene, der Zeit hat. Walter Triers Zeichnungen halten den Witz trocken, ohne den Traum zu verklären. Neben Emil, das die Stadt den Kindern übergibt, steht der 35. Mai als Buch der anderen Tür: Dieselbe Berlinische Vernunft reist aus, um heimzukommen. Die Nationalsozialisten verboten Kästner; gerade die Verspottung der marschierenden Zukunft in Elektropolis war ihnen nicht geheuer.
Bühnen- und Hörspielfassungen haben den Schrank oft zum reinen Zauber gemacht. Der Text ist schärfer. Er nimmt die Reformhauswohnung und die Maschinenstadt als zwei Formen derselben Bevormundung. Wer nach Kästner über Kinder und Phantasie spricht, spricht hinter diesem Datum; wer nur den Emil kennt, kennt nur die Straße. Der fünfunddreißigste Mai bleibt der Tag, an dem der Kalender Unrecht hat und das Kind recht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
