De ente et essentia
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | De ente et essentia |
| Autor(en): | Thomas von Aquin |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | Philosophische Bibliothek |
| Erscheinungsjahr: | 1255 |
| Seitenanzahl: | 134 Seiten |
| Originaltitel: | De ente et essentia |
| Originalsprache: | lateinisch |
| ISBN-10: | 3787314318 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783787314317 |
| Schlagwörter: | Seiendes, Wesen, Form, Sein |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
De ente et essentia (lateinisch Über das Seiende und das Wesen) ist die um 1255 entstandene Frühschrift des Thomas von Aquin, den Mitbrüdern gewidmet. Sie gehört zu den kleineren Werken und erläutert die Grundbegriffe der aristotelischen Metaphysik, mit Seitenblicken auf Boethius, Avicenna, Averroes und Avicebron. Weil ein kleiner Irrtum am Anfang am Ende ein großer sei, müssen Seiendes und Wesen geklärt werden, bevor Gattung, Art und Unterschied sinnvoll zu brauchen sind. Die lateinisch-deutsche Meiner-Ausgabe von Horst Seidl hat den schmalen Traktat als Eingang in die thomanische Ontologie festgehalten.
Inhalt
Thomas schreibt gegen die Verwechslung von logischem und realem Seienden und gegen die Meinung, das Wesen einer zusammengesetzten Substanz sei nur Form oder nur Materie. Seiendes heißt einmal, was sich in die zehn Kategorien teilt, und einmal, wovon eine bejahende Aussage wahr ist; nach der zweiten Bedeutung sind auch Verneinung und Beraubung seiend, etwa die Blindheit. Das Wesen betrifft nur das reale Seiende: das, wodurch etwas Sein hat, seine Washeit, seine Form, seine Natur. Es findet sich zuerst in den Substanzen, in den Eigenschaften nur in gewisser Hinsicht. Einfache Substanzen – Gott, Geist – haben vorzüglicheres Sein als zusammengesetzte; das Wesen ist in ihnen wahrer gegenwärtig. Die Untersuchung schreitet vom Zusammengesetzten zum Einfachen, weil wir jenes zuerst erkennen.
Bei den aus Form und Materie zusammengesetzten Substanzen gehört beides zum Wesen: die Materie allein ist weder Erkenntnisprinzip noch Artunterschied, die Form allein würde natürliche und mathematische Dinge ununterscheidbar machen. Das Individuum hat bezeichnete Materie – dieses Fleisch, diese Knochen –, die Art hat Materie im allgemeinen. Gattung und Art verhalten sich analog: die Gattung enthält die Art unbezeichnet, der artbildende Unterschied bezeichnet sie, ohne von außen hinzuzukommen. Der Artbegriff ist vom Individuum aussagbar und enthält Einheit und Vielheit; „Menschheit“ als bloßer Teil ist das nicht. Erst der Intellekt bildet den allgemeinen Artbegriff, immer im Bezug auf die Einzelnen, aus denen er abgezogen wurde – gegen Averroes hat er keine universelle, nur eine für den Erkennenden einheitliche Bedeutung. Bei den einfachen Substanzen fällt das Wesen mit der Form zusammen; Sein und Wesen bleiben gleichwohl verschieden, außer in Gott. Ein Phönix lässt sich definieren, ohne zu existieren; die Erkenntnis des Seins ist ein anderer Akt als die Definition.
Unsicher wird die Schrift, wo die Rangordnung der Geister und die Individuation der Engel die Erfahrung hinter sich lassen. Thomas entwirft eine Stufenfolge: die menschliche Seele als unterste einfache Substanz, ans Leibliche gebunden und doch Form; über ihr die stofffreien Geister, deren Individuationsprinzip die Form ist; zuoberst Gott, in dem Wesen und Sein identisch sind und der keiner Gattung angehört. Die Eigenschaften haben nur unvollkommenes Wesen, weil ihr Sein von der Substanz abhängt. Gegner haben die reale Unterscheidung von Sein und Wesen für zu avicennisch, Freunde für den Kern der thomanischen Metaphysik gehalten. Der Ton ist der der Schule, gliedernd und geduldig, ohne die Weite der späteren Summa. Das Frühwerk legt das Werkzeug, noch nicht den Bau.
Einordnung
Der Traktat ist der klassische Eingang in Thomas’ Metaphysik und wurde vom dreizehnten Jahrhundert an kommentiert, von Cajetan bis in die Neuscholastik. Er steht zwischen Aristoteles’ Begriffen von Form und Materie und der christlichen Schöpfungstheologie, die das Sein als empfangen denken muss. Die Summa theologica und die Summa contra gentiles setzen diese Klärungen voraus, ohne sie zu wiederholen. Immanuel Kant hat in der Kritik der reinen Vernunft das Dasein aus den Merkmalen eines Begriffs gestrichen; Thomas hatte den Unterschied schon als zwei Akte der Vernunft beschrieben, allerdings um Gott als reines Sein zu retten.
Geblieben ist die Warnung vor dem kleinen Irrtum am Anfang und die Unterscheidung, dass man wissen kann, was etwas wäre, ohne dass es ist. Die Meinerausgabe macht den Schultext wieder zum philosophischen Buch. Wesen, Art und die Differenz von Sosein und Dasein bleiben an dieses Opusculum gebunden. Thomas hat die Begriffe geklärt, bevor die Summen sie gebrauchen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
