Das zweite Königreich
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Das zweite Königreich |
| Autor(en): | Rebecca Gablé |
| Originaltitel: | Das zweite Königreich |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2000 |
| Schlagwörter: | Normannen, England, Eroberung, Vermittler |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Bastei Lübbe
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| Umfang dieser Ausgabe: | 878 Seiten |
| ISBN: | 9783404148080 |
| Verweise | |
Das zweite Königreich ist der 2000 erschienene historische Roman von Rebecca Gablé, nach Das Lächeln der Fortuna ihr zweites großes Mittelalterbuch. Die Handlung spielt zwischen 1064 und den Jahren nach der Schlacht von Hastings und erzählt die normannische Eroberung Englands nicht vom Hof, sondern von einem Mann, der zwischen den Sprachen steht. Gablé, studierte Mediävistin, hat die Daten, Heere und Verwandtschaften der Godwinsons und des Herzogs William von der Normandie an den Quellen entlanggeführt; die Hauptfigur ist erfunden. Der Titel meint England nach 1066: dasselbe Land, ein zweites Königtum, aufgesetzt auf ein Volk, das sich nicht gefragt hat.
Inhalt
Cædmon von Helmsby, Sohn eines englischen Gutsherrn und einer normannischen Heilkundigen, wird 1064 bei einem dänischen Überfall so verletzt, dass er fortan hinkt. Als Harold Godwinson, Earl of Wessex, im Auftrag König Eduards des Bekenners in die Normandie reist, nimmt er Cædmon als Dolmetscher mit, weil er den Mönchen nicht traut. Das Schiff strandet; Guy de Ponthieu nimmt die Engländer gefangen. Cædmon flieht zu William, erwirkt die Freilassung und gerät in die Rolle, die ihn nicht mehr loslässt: Er übersetzt nicht nur Wörter, sondern Interessen. Harold leistet William – unter Zwang, wie die Engländer später sagen – einen Eid; Cædmon sieht, dass aus dem Eid ein Vorwand für eine Invasion werden kann, und kann ihn nicht verhindern.
Im Jahr 1066 fällt Harold bei Hastings, Cædmons Vater mit ihm. William wird König, und Cædmon, der beide Sprachen spricht und beide Seiten kennt, soll zwischen Eroberern und Eroberten vermitteln. Er setzt sich für englische Höfe ein, landet im Kerker, gewinnt die Gunst zurück, verliert sie wieder. Sein Bruder Dunstan kämpft in der Rebellion; die Schwester Hyld heiratet den Dänen, der Cædmon einst verwundet hat; die Mutter heilt Normannen und Angelsachsen, ohne die Rechnung der Macht zu akzeptieren. Cædmon liebt Aliesa, die Frau seines normannischen Freundes Etienne und Schwester seines Feindes Lucien de Ponthieu. Als die Liebe bekannt wird, verstößt William ihn wegen Unzucht; Cædmon erkauft sich die Rückkehr, indem er weiter der Mann bleibt, den beide Seiten brauchen und keiner ganz haben will.
Neben Cædmon stehen Williams Halbbruder Odo von Bayeux, der Bischof mit dem Streitkolben, der gefangene Wulfnoth Godwinson und der Mönch Oswald, der die Gewissen verwaltet, ohne sie zu besitzen. Gablé erzählt auktorial, aber nah an Cædmons Blick: die Schlacht, die Brandschatzung, die Vergabe englischen Landes an normannische Ritter, die Demütigung der Alten vor den Neuen. Cædmon rettet einzelne, nie das Ganze. Das zweite Königreich ist keins, das man abschütteln kann; es setzt sich in die Sprache, in die Ehen, in die Höfe. Am Ende steht kein Sieg der Versöhnung, sondern ein Mann, der weiter übersetzt, weil das Land sonst nur noch die Stimme der Sieger hätte.
Einordnung
Gablé schreibt den populären historischen Roman, wie er im deutschen Taschenbuch um die Jahrtausendwende Erfolg hatte: dicht recherchiert, figurenreich, ohne den Anspruch, die große Form zu sprengen. Gegenüber Ken Folletts Die Säulen der Erde, das denselben englischen Boden ein Jahrhundert später zum Bauplatz macht, ist Das zweite Königreich politischer und weniger ein Gesellschaftsepos um Handwerk und Kathedrale. Die Erfindung Cædmons erlaubt, Hastings nicht als Schicksal der Könige, sondern als Bruch in einer Familie zu erzählen, die schon vor 1066 halb normannisch war. Genau das ist die historische Pointe: Die Eroberung fällt nicht aus heiterem Himmel; sie nutzt Verwandtschaft, Sprache und Eide, die schon lange über den Kanal liefen.
Die Kritik hat Gablé flüssiges Erzählen und sorgfältige Ortskenntnis bescheinigt, gelegentlich auch Länge und die Neigung, Figuren als Typen zu führen: der grausame König, der treue Freund, die Heilkundige. Das Buch blieb, anders als die Waringham-Romane, ein Einzelband und hat trotzdem eine Leserschaft gehalten, die das elfte Jahrhundert nicht bei den Tudors sucht. Wer die Schlacht von Hastings nur als Datum kennt, findet hier den Alltag danach: Enteignung, Dolmetschen, die Mühe, in einem besetzten Land anständig zu bleiben, ohne Held zu werden. Die angegebene Lübbe-Ausgabe ist das greifbare Taschenbuch; die Erstausgabe erschien 2000 bei Ehrenwirth.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
