Das blinde Licht

Benjamin Labatut · 2020 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Das blinde Licht
Autor(en): Benjamin Labatut
Originaltitel: Un verdor terrible
Originalsprache: spanisch
Erstveröffentlichung: 2020
Schlagwörter: Physik, Wahnsinn, Entdeckung, Grenze
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 192 Seiten
ISBN: 9783518429242
Verweise


Das blinde Licht. Aufzeichnungen aus dem wissenschaftlichen Wahnsinn erschien 2020 als Un verdor terrible, deutsch bei Suhrkamp. Benjamin Labatut erzählt Physiker und Mathematiker – Haber, Schwarzschild, Heisenberg, Grothendieck – an der Grenze, wo Erkenntnis den Verstand und die Welt zerreißt. Der Roman ist Dokumentation und Erfindung in einem; die Fakten tragen, die Fieber nicht immer.

Inhalt

Labatut setzt bei Fritz Haber ein, der das Stickstoffwunder und das Giftgas lieferte, und gleitet zu Männern, deren Gleichungen die Nacht öffnen: der Schwarzschildradius, die Unschärfe, der Rückzug Grothendiecks in die Einsamkeit. Dazwischen eine Erzählung, die wahr sein will, wo sie recherchiert, und frei, wo sie den Abgrund braucht. Der Ton ist dunkel, hymnisch, näher an der Novelle als am Lehrbuch. Wissenschaft erscheint nicht als Fortschritt, sondern als Blenden.

Unsicher ist die Ethik der Mischung. Leser haben Fiktion für Biographie genommen; Labatut hat die Mischung gewollt. Die Stärke ist die Intensität, mit der Denken als Gefahr erscheint, ohne Technikfeindschaft zu predigen. Die Schwäche ist der Kult des genialen Wahns, der Frauen und Laboralltag streicht. Wer nur Physik sucht, findet Mythos. Wer nur Mythos sucht, findet Haber, der tötet und ernährt.

Heisenbergs Unschärfe und Habers Gas gehören in denselben Raum des Jahrhunderts: Erkenntnis, die nicht unschuldig bleibt. Der Roman hat das Feuilleton begeistert, die Wissenschaftsgeschichte irritiert. Beides ist verdient.

Einordnung

Neben Bostroms Superintelligenz und den klassischen Physikerbiographien steht Labatut als Dichtung der Grenze. Wer nach 2020 über Quanten und Gift spricht, als wären sie getrennte Welten, hat das blinde Licht nicht gelesen. Roman heißt hier: die Akten öffnen und dort weiterschreiben, wo die Akte schweigt – mit dem Risiko, dass der Abgrund schöner wird als die Arbeit.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.