Das Haupt der Welt

Rebecca Gablé · 2013 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Das Haupt der Welt
Autor(en): Rebecca Gablé
Originaltitel: Das Haupt der Welt
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2013
Schlagwörter: Otto, Slawen, Magdeburg, Geisel
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 860 Seiten
ISBN: 9783404172009
Verweise


Das Haupt der Welt ist ein historischer Roman von Rebecca Gablé, 2013 bei Bastei Lübbe erschienen. Nach den englischen Mittelalterbüchern um Waringham wendet sich Gablé hier der ottonischen Geschichte zu: König Heinrich I., sein Sohn Otto und die slawischen Fürstentümer östlich der Elbe. Der Titel zitiert den Anspruch, Haupt der Christenheit und des Reiches zu sein, und meint zugleich den Kopf, um den Politik und Krieg kreisen. Anders als in den Waringham-Bänden steht keine erfundene Adelsfamilie im Zentrum, sondern der Hevellerprinz Tugomir, den es gegeben hat, auch wenn die Quellen über ihn schweigen. Das Buch wurde ein Verkaufserfolg und der Auftakt einer Folge um Otto den Großen.

Inhalt

Im Januar 929 fällt die Brandenburg, Sitz der Heveller, an Heinrich I. Die Kinder des Fürsten Vaclavic, der junge Tugomir und die vierzehnjährige Dragomira, werden als Geiseln nach Magdeburg gebracht. Unterwegs muss Tugomir mitansehen, wie die Krieger Geros die Daleminzer niedermachen; nur Kinder lässt man leben, als künftige Knechte. Tugomir, einst Priester des Kriegsgottes Jarovit, rettet sich in die Heilkunst und zieht den daleminzischen Jungen Semela an sich. Prinz Otto nimmt Dragomira als Kriegsbeute und Geliebte; als sie schwanger wird, schickt Königin Mathildis sie ins Stift Möllenbeck. Otto verlobt sich mit Editha von Wessex, während Tugomir zwischen den Kulturen hängt: Er heilt, unterrichtet, bleibt Gefangener. Vaclavic fällt nach einem Aufstand durch eigene Hand; Tugomir rettet Otto das Leben und gewinnt ein prekäres Vertrauen, das noch keine Freundschaft ist.

Jahre später ist Tugomir Leibarzt und Lehrer der Königssöhne, verliebt in Alveradis, die Tochter ebenjenes Gero, der seine Leute abgeschlachtet hat. Heinrich stirbt 936, Otto wird in Aachen gesalbt, und sogleich erheben sich Herzöge, der Halbbruder Thankmar und später der jüngere Heinrich, von der Mutter gegen den König in Stellung gebracht. Gero, zum Markgrafen im Osten gemacht, lockt slawische Fürsten zu einem Gastmahl und tötet sie. Otto zwingt Tugomir, in die Heimat zurückzukehren und die Heveller zu beruhigen; Tugomir willigt nur, wenn Alveradis seine Frau wird. Unter den eigenen Leuten gilt er als abtrünnig, weil er Christ geworden ist und eine Deutsche geheiratet hat. Dragomira, im Stift zur Buchmalerin geworden, liebt den Priester Widukind, Mathildis’ Neffen, und zahlt für jede Nähe den Preis der Heimlichkeit.

Otto übersteht Aufstände, die Schlacht bei Andernach und einen Mordplan zu Ostern in Quedlinburg, den Tugomir vereitelt. Aus dem Vernunftbündnis wird eine Freundschaft auf Augenhöhe, ohne dass der Roman die Gewalt der Ostpolitik schönredet: Geros Schrecken, die Geiseln, die Bekehrung als Herrschaftsmittel bleiben im Bild. Tugomir wählt den Bischof für Brandenburg mit und schränkt damit Geros Macht ein, so weit ein Fürst das kann, der selbst als Pfand begann. Das Buch spannt mehr als ein Jahrzehnt und schließt nicht mit der Kaiserkrönung, sondern mit dem Moment, in dem König und Geisel einander brauchen und das wissen. Die große Politik bleibt Personenhandeln: Mütter, Brüder, Markgrafen, Priester, und ein Heiler, der zwischen Tempel und Hof keine dritte Heimat findet.

Einordnung

Gablé hat den ottonischen Stoff nicht zum Nationaldenkmal gemacht. Die Trennung der Figuren in Slawen und „Deutsche“ folgt der Perspektive Tugomirs, der beide Seiten von innen kennt und keiner ganz gehört. Wo die Waringham-Romane eine erfundene Familie durch englische Jahrhunderte tragen, muss dieser Band mit Lücken der Chronik leben: Tugomirs Biographie ist zum großen Teil Erfindung auf schmaler Belegbasis, Otto und Gero sind aus den Geschichtsschreibern genommen. Das Verfahren erklärt die Dichte der Hoftage und Schlachten; wer Handlung ohne Register sucht, wird die Länge spüren. Leserpreis und Verkaufszahlen zeigten, dass der Griff nach der deutschen Geschichte ein Publikum fand, das Folletts Kathedralen und Gablés eigenes England schon kannte.

Neben Die Säulen der Erde steht der Band als anderer Typ des historischen Unterhaltungsromans: weniger Bauhütte, mehr Herrschaftstechnik, weniger erfundene Stadt, mehr belegte Namen. Die Fortsetzungen um Otto führen die Linie weiter; dieses erste Buch bleibt das der Geisel, die den König kennt, weil sie ihn pflegen musste. Gablé schreibt klar, szenisch, mit Sinn für Speisen, Wunden und Beleidigungen am Hof. Wer nach 2013 über Otto den Großen in erzählender Prosa sprach, hatte oft diesen Tugomir im Ohr, nicht den Kaiser allein.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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