Das Grab des Tutanchamun

Howard Carter · 1923 · Sachbuch, Archäologie


Das Werk
Deutscher Titel: Das Grab des Tutanchamun
Autor(en): Howard Carter
Originaltitel: The Tomb of Tut-ankh-Amen
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1923
Schlagwörter: Tutanchamun, Grab, Ägypten, Fund
Sachgebiete: Sachbuch, Archäologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Duckworth Publishers


Umfang dieser Ausgabe: 300 Seiten
ISBN: 9780715629642
Verweise


Das Grab des Tutanchamun (englisch The Tomb of Tut-ankh-Amen) ist der 1923 begonnene Bericht Howard Carters über die Öffnung des Grabes KV 62 im Tal der Könige. Der erste Band erschien, als die Kammern noch nicht ausgeräumt waren; die Fortsetzungen folgten 1927 und 1933. Das Buch hat der Archäologie des 20. Jahrhunderts das Bild gegeben, an dem sich Sehnsucht und Fach zugleich abarbeiten: die versiegelte Tür, der Goldschrein, der Knabe, der König war.

Inhalt

Carter erzählt den Fund nicht als Zufall, sondern als Geduld. Lord Carnarvon finanzierte, die Arbeiter räumten Schutt, der 4. November 1922 zeigte die erste Stufe, der 26. November das Loch in der Tür, durch das Carter eine Kerze hielt und auf die Frage, ob er etwas sehe, das Wort »wunderbare Dinge« setzte – so steht es im Bericht, und so ist es in die Welt gegangen. Der Text ist Tagebuch, Inventar und Rechtfertigung in einem: Carter zählt Kisten, Wagen, Betten, den Sarkophag, und er verteidigt das langsame Bergen gegen die Presse, die das Grab als Schatzkammer einer Nacht wollte.

Der zweite und dritte Band holen nach, was der erste nur andeuten konnte: die Öffnung der Särge, die Mumie, die Goldmaske, die Reihenfolge der Kammern. Carter beschreibt das Handwerk – Paraffin, Verbände, das Abnehmen der Blattgoldlagen –, und er beschreibt den König als Kind, dessen Grab voller Beigaben war, weil die Zeit knapp und der Ritus vollständig sein sollte. Die wissenschaftliche Deutung bleibt hinter dem Katalog zurück: Carter ist Ausgräber, nicht Theologe des Totenbuchs. Die Stärke des Bandes liegt in der Genauigkeit dessen, was da lag, nicht in der Theorie, warum es so lag.

Gegen die Legende vom Fluch, die nach Carnarvons Tod die Zeitungen füllte, setzt Carter den Staub, das Fieber, den Zufall. Der Bericht ist nüchterner als sein Nachleben. Wer nur die Maske kennt, hat die Listen nicht gelesen, in denen ein zerbrochenes Spielzeug neben dem Thron steht. Wer nur den Schatz sucht, unterschlägt, dass Carter das Grab als geschlossene Ordnung eines Königsbegräbnisses nahm, nicht als Magazin für Museen – auch wenn die Funde nach Kairo wanderten und das Buch den Tourismus nach Luxor erst richtig in Gang setzte.

Einordnung

Kein archäologisches Buch des Jahrhunderts hat so weit über das Fach hinausgewirkt, und keines hat das Fach so sehr in den Verdacht der Schatzgräberei gebracht. Schliemanns Ilios bleibt der Nachbar des 19. Jahrhunderts: dort Troja als Beweis einer Sage, hier ein unberührtes Königsgrab als Beweis, dass die Wüste noch schließt, was die Moderne öffnen will. Die Prozessuale Archäologie hat Carter später für vorwissenschaftlich gehalten, weil er sammelte, statt Siedlungen zu messen; die Öffentlichkeit hat ihn für den Ausgräber gehalten, der er war. Nach ihm ist das Bild der Archäologie das Bild einer Tür, hinter der Gold liegt. Das Fach hat sich davon nie ganz befreit und nie ganz befreien wollen: ohne diesen Fund fehlte der Beweis, dass Graben auch eine Geschichte erzählt, die jedes Kind kennt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.