Das Fest des Ziegenbocks

Mario Vargas Llosa · 2000 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Das Fest des Ziegenbocks
Autor(en): Mario Vargas Llosa
Originaltitel: La Fiesta del Chivo
Originalsprache: spanisch
Erstveröffentlichung: 2000
Schlagwörter: Diktatur, Trujillo, Santo Domingo, Rache
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 541 Seiten
ISBN: 9783518412664
Verweise


Das Fest des Ziegenbocks ist der 2000 erschienene Roman von Mario Vargas Llosa über das Ende der Herrschaft Rafael Leónidas Trujillos in der Dominikanischen Republik. Der Ziegenbock ist der Spitzname des Diktators; das Fest ist der Tag, an dem er sterben soll, und zugleich das Ritual einer ganzen Gesellschaft, die sich an ihn gewöhnt hat. Drei Erzählstränge greifen ineinander: Trujillos letzter Tag im Mai 1961, die Verschwörer, die in einem Auto auf ihn warten, und Urania Cabral, die 1996 aus den Vereinigten Staaten nach Santo Domingo zurückkehrt, um den Vater zu sehen, der sie einst dem Regime überlassen hat. Elke Wehrs deutsche Übersetzung erschien 2001 bei Suhrkamp. Vargas Llosa hat hier nicht den Wunderapparat der karibischen Hochkonjunktur bemüht, sondern die Mechanik der Macht: Folter, Günstlingswirtschaft, die Kirche, die CIA, der Körper des Herrschers.

Inhalt

Urania Cabral, Anwältin in New York, betritt nach fünfunddreißig Jahren das Haus des Vaters in der Hauptstadt, die nicht mehr Ciudad Trujillo heißt. Der alte Agustín Cabral, einst Präsident des Senats und Günstling, sitzt stumm im Rollstuhl. Die Cousinen wollen Familiengeschichten; Urania will die eine Geschichte, die niemand erzählt. Als Mädchen hat der Vater sie zu Trujillo geschickt, um die eigene Ungnade zu wenden. Der Diktator, schon impotent und von der Prostate gezeichnet, hat das Kind nicht als Geliebte genommen, sondern als Beweis, dass selbst der Senator seine Tochter opfert. Urania ist danach nicht mehr heimgekehrt. Der Roman lässt sie den Vater anklagen, ohne dass der Vater antworten kann. Die Rückkehr ist keine Versöhnung.

Parallel läuft der 30. Mai 1961. Trujillo steht früh auf, trainiert den Körper, empfängt Minister, demütigt den Minister für die Streitkräfte José René Román, der später als »Pupo« zwischen den Verschwörern und der Loyalität zerreibt. Der Diktator fährt nach San Cristóbal; auf der Straße warten Antonio de la Maza, Antonio Imbert, Amado García Guerrero und die anderen mit Gewehren. Vargas Llosa gibt jedem ein Motiv: eine ermordete Schwester, ein gedemütigter Offizier, ein Gewissen, das zu spät erwacht. Der Anschlag gelingt. Trujillo stirbt im Auto. Was nicht gelingt, ist der Staatsstreich. Ramfis Trujillo kehrt aus Paris zurück, die Folter beginnt, die Verschwörer werden gejagt, Pupo Román stirbt langsam. Joaquín Balaguer, der scheinbar schwache Präsident, überlebt alle und wird der nächste Herr der Insel.

Der dritte Strang sitzt im Kopf des Ziegenbocks selbst. Trujillo rechnet, hasst, fürchtet die Körperschwäche mehr als die Kugel. Er erinnert den Massaker an den Haitianern von 1937, die Kontrolle über Bett und Amt, die Brüder, die Söhne, den amerikanischen Druck nach den letzten Skandalen. Vargas Llosa zeigt ihn nicht als Dämon aus einem anderen Stoff, sondern als Mann, der ein Land in die Verlängerung seines Willens verwandelt hat. Die Frauen des Romans – Urania, die Mutter, die Geliebten – tragen die Kosten dieser Verlängerung. Am Ende sitzt Urania wieder im Flugzeug. Santo Domingo bleibt die Stadt, in der man den Vater nicht zur Rede stellen kann, weil die Diktatur die Sprache der Väter war. Der Ziegenbock ist tot; das Fest geht in anderer Besetzung weiter.

Einordnung

Gegen Hundert Jahre Einsamkeit und das Wunderbare der karibischen Erzählung setzt Vargas Llosa die Recherche und den politischen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts: Diktator, Attentat, Tochter. Der Stoff ist verbürgt, die Figuren oft historisch, die Erfindung sitzt in der Montage und in Urania, die das private Opfer zur Erzählerin macht. Lateinamerika hat Diktatorenromane in Fülle; dieser gehört zu den wenigen, die den Körper des Herrschers und den Körper des Mädchens in einem Buch zusammenzwingen, ohne das eine zum Sinnbild des anderen zu verdünnen. Wer nach Trujillo, nach Balaguer und nach der Frage spricht, was eine Familie dem Staat schuldet, spricht hinter diesem Band. Die Verfilmung von 2005 mit Isabella Rossellini hat Gesichter geliefert und die Härte der Prosa nicht ersetzt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.