Das Aleph
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Das Aleph |
| Autor(en): | Jorge Luis Borges |
| Originaltitel: | El Aleph |
| Originalsprache: | spanisch |
| Erstveröffentlichung: | 1945 |
| Schlagwörter: | Unendlichkeit, Keller, Buenos Aires, Punkt |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer
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| Umfang dieser Ausgabe: | 64 Seiten |
| ISBN: | 9783596272778 |
| Verweise | |
Das Aleph ist die Erzählung von Jorge Luis Borges, 1945 in der Zeitschrift Sur erschienen und 1949 titelgebend für den Band, der neben ihr andere Stücke versammelt. Im Keller eines Hauses in der Calle Garay in Buenos Aires liegt ein Punkt, an dem alle Orte der Welt zu sehen sind, ohne Überlagerung, ohne Verkleinerung. Der Erzähler Borges steigt hinab, sieht das Unerträgliche und steigt wieder hinauf; Carlos Argentino Daneri, der Hausherr, dichtet an einem Poem, das denselben Anspruch hat und lächerlich bleibt. Die deutsche Lektüre findet den Text in den Sammlungen bei Fischer; wie Die Bibliothek von Babel braucht er kein eigenes dickes Buch, die Idee trägt die wenigen Seiten.
Inhalt
Der Erzähler hat Beatriz Viterbo geliebt, die gestorben ist. Jedes Jahr am Jahrestag besucht er das Haus ihrer Familie, in dem der Cousin Carlos Argentino Daneri wohnt, ein aufgeblasener Verseschmied, der das ganze Erdenrund in Strophen pressen will. Daneri klagt, das Haus solle abgerissen werden; ohne den Keller, sagt er, könne er das Gedicht nicht vollenden, denn dort befinde sich das Aleph. Borges hält ihn für verrückt und folgt ihm trotzdem die Treppe hinunter, legt sich auf den Rücken, richtet die Augen auf die nächste Stufe, wie geheißten, und sieht.
Er sieht das Aleph: einen kleinen Kreis glühenden Lichts, zwei oder drei Zentimeter, und in ihm sämtliche Orte, alle Winkel, jedes Meer, jeden Spiegel, die eigene Eingeweide, Beatriz in unzähligen Gestalten, die Nachwelt, den Plan des Universums, das, was niemand zugleich erträgt. Borges zählt, was sich nicht zählen lässt, in einer Litanei, die das Unendliche als Aufzählung vortäuscht und damit die einzige Form findet, die Prosa dafür hat. Dann steht er auf. Oben behauptet er, nichts gesehen zu haben, aus Rache an Daneri und aus Selbstschutz. Daneri erhält später einen Preis für das Poem; das Haus fällt oder fällt nicht, je nach Fassung. Der Erzähler zweifelt hinterher, ob das Aleph echt war oder ein Blendwerk, und erinnert an andere Alephs, die die Kabbala und die Legende kennen.
Die Pointe ist nicht das Wunder, sondern die Unmöglichkeit, es zu behalten. Wer alles gesehen hat, kann nichts erzählen, ohne zu wählen, und Wahl ist schon Verlust. Borges, der blinde Bibliothekar der späteren Jahre, hat das Sehen hier als Zumutung geschrieben, nicht als Gnade. Daneri, der das Aleph zum Rohstoff seiner Eitelkeit macht, ist der Dichter, der die Unendlichkeit für ein Werk hält. Der Erzähler, der schweigt und dann doch schreibt, ist der andere: Er weiß, dass der Satz das Aleph nicht ist. Die Calle Garay bleibt eine Straße in Buenos Aires. Der Punkt im Keller ist die Theologie einer Stadt, die Borges aus Spiegeln und Kellern gebaut hat.
Einordnung
In der Nachbarschaft von Die Bibliothek von Babel und Fiktionen ist das Aleph das Stück, in dem die Unendlichkeit nicht als Speicher, sondern als Blick erscheint: nicht alle Bücher, sondern alle Orte auf einmal. Die Kabbala liefert den Buchstaben, Dante den Anspruch, ganz zu sehen; Buenos Aires liefert den Keller. Wer den Text als Schmuck der Phantastik nimmt, unterschlägt Daneri, ohne den das Wunder zur Andacht würde. Wer nach Borges über das Unendliche spricht, kommt an diesem Keller nicht vorbei; wer nur den Keller meint, hat Beatriz nicht mitgesehen, um derentwillen der Erzähler überhaupt noch in das Haus geht. Die kurze Form bleibt das Maß. Der Roman würde das Aleph erklären. Borges lässt es stehen und zweifeln.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
