Daphnis und Chloe
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Daphnis und Chloe |
| Autor(en): | Longos |
| Originaltitel: | Δάφνις καὶ Χλόη |
| Originalsprache: | griechisch |
| Erstveröffentlichung: | 200 |
| Schlagwörter: | Hirten, Lesbos, Liebe, Unschuld |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 175 Seiten |
| ISBN: | 9783150069110 |
| Verweise | |
Daphnis und Chloe ist der Hirtenroman des griechischen Autors Longos, vermutlich gegen Ende des zweiten Jahrhunderts auf Lesbos entstanden. Zwei Findelkinder wachsen unter Ziegen- und Schafhirten auf, verlieben sich, ohne die Liebe zu kennen, und heiraten, nachdem sich ihre vornehme Herkunft enthüllt hat. Longos hat die Abenteuer des antiken Liebesromans – Seeräuber, Krieg, Entführung – auf die Weiden um Mytilene verkürzt und in die Bukolik des Theokritos gelegt. Goethe nannte das Buch ein Meisterstück, das man jedes Jahr lesen solle; Ravel hat daraus ein Ballett gemacht.
Inhalt
Daphnis wird von einer Ziege genährt und vom Hirten Lamon gefunden; zwei Jahre später findet der Schäfer Dryas Chloe in einer Nymphenhöhle, von einem Schaf gesäugt. Beiden Kindern liegen Gaben bei, die auf Reichtum deuten. Die Herden weiden nebeneinander, die Freundschaft wird Verlangen, als Chloe den gestürzten Daphnis rettet und beim Baden sieht. Der Rinderhirte Dorkon wirbt um sie; in einem Schönheitsstreit küsst Chloe Daphnis als Sieger, und nun ist auch er entflammt, ohne das Gefühl benennen zu können. Seeräuber entführen Daphnis; der sterbende Dorkon verrät Chloe, wie sie mit seiner Syrinx die Rinder ins Meer treibt, dass das Schiff kentert.
Der Greis Philetas erklärt ihnen Eros: gegen die Liebe helfe nur Kuss, Umarmung und das Zusammenliegen nackter Körper. Sie versuchen es und wissen nicht, wie. Jünglinge aus Methymna prügeln Daphnis, Truppen entführen Chloe; der Hirtengott Pan erwirkt ihre Freilassung. Im Winter besucht Daphnis die Geliebte; im Frühling ahmen sie die Tiere nach, vergeblich. Die Bäuerin Lykainion begehrt Daphnis, lockt ihn und lehrt ihn den Beischlaf, warnt aber vor Chloes Blut. Freier werben um Chloe; Nymphen führen Daphnis zu einem Beutel Geld aus dem gesunkenen Schiff, und Dryas sagt zu.
Die Gutsherren kommen zur Besichtigung. Dionysophanes erkennt in Daphnis den eigenen Sohn; der Schmarotzer Gnathon hat den Hirten begehrt und muss umlernen. Der Rinderhirte Lampis entführt Chloe, weil er glaubt, Daphnis werde sie nach dem Aufstieg verstoßen; Gnathon befreit sie. Auch Chloe stammt aus reichem Haus. Sie heiraten auf dem Land, bleiben bei den Herden, verehren Nymphen, Pan und Eros und nähren den Sohn an einer Ziege, die Tochter an einem Schaf. Der Roman gönnt ihnen den Schluss auf der Weide, nicht in der Stadt. Unschuld und Wissen stehen am Ende nebeneinander, ohne dass Longos die Lehre predigt.
Einordnung
Longos schreibt keine Reise durch die Mittelmeerwelt wie Heliodor, sondern eine innere Reise der Sinne. Die Liebe ist symmetrisch, die Kinder gleich unwissend; das Komische – der Misserfolg beim Nachahmen der Ziegen – hält die Süße im Zaum. Motive aus Thukydides, Homer und Sappho sind eingearbeitet, der Weise Philetas trägt den Namen eines hellenistischen Dichters. Der Reim und Rhythmus der Prosa gehen in älteren deutschen Übersetzungen verloren; Otto Schönbergers Reclam-Fassung bleibt die greifbare Schul- und Hausausgabe. Goethe hat das Buch Eckermann gegenüber so hoch gestellt, dass die deutsche Rezeption lange diese Bewunderung nachsprach.
Die europäische Hirtendichtung des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts hat aus diesem Stoff ihre Paare gebaut, bis zu Bernardin de Saint-Pierres Paul et Virginie. Chagall lithographierte die Szenen, Maillol schnitt Holz, Rodin modellierte Daphnis und Lykainion. Wer über arkadische Unschuld spricht, sollte die Lehre der Lykainion und die Prügel der Städter nicht vergessen: Lesbos ist keine Kulisse ohne Gefahr. Goethe las das Buch gegen die eigenen, wie er sagte, schlechten Zustände; genau dieser Kontrast – hellster Tag, vollständige Welt in mäßiger Abgeschlossenheit – trägt den Roman bis heute. Ravels Ballett und Lagerfelds Fotoserie haben die Weide weiter geschmückt; Longos bleibt der, der das Blut und den Beutel Geld nicht auslässt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
