Computing Machinery and Intelligence
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Computing Machinery and Intelligence |
| Autor(en): | Alan Turing |
| Herausgeber: | Achim Stephan, Sven Walter |
| Originaltitel: | Computing Machinery and Intelligence |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1950 |
| Schlagwörter: | Rechenmaschine, Intelligenz, Imitation, Denken |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Naturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 205 Seiten |
| ISBN: | 9783150144640 |
| Verweise | |
Computing Machinery and Intelligence ist der 1950 in der Zeitschrift Mind erschienene Aufsatz von Alan Turing, deutsch oft unter dem Titel Können Maschinen denken?. Die zweisprachige Reclam-Ausgabe macht aus dem Zeitschriftenstück das Buch, in dem die Frage gelesen wird.
Inhalt
Turing ersetzt eine Frage, die er für sinnlos hält, durch ein Spiel. Statt zu definieren, was Denken sei, lässt er einen Fragesteller über Fernschreiber mit zwei Unsichtbaren sprechen: einem Menschen und einer Maschine. Wenn der Fragesteller nicht zuverlässig sagen kann, wer die Maschine ist, hat die Maschine das Spiel gewonnen. Das Imitationsspiel – später das nach ihm benannte Prüfgespräch – verschiebt das Problem vom Wesen auf das Verhalten. Turing zählt die Einwände ab, die 1950 schon bereitlagen und seither wiederkehren: Bewusstsein, Originalität, die Seele, Gödel, die Behauptung, eine Maschine tue nur, was man ihr gesagt hat. Jeden Einwand nimmt er ernst genug, um ihn zu entkräften, und leicht genug, um nicht in Metaphysik stecken zu bleiben. Der entscheidende Satz ist nüchtern: Am Ende des Jahrhunderts werde man von denkenden Maschinen sprechen können, ohne zu widersprechen.
Das Argument hängt an einer Maschine, die Turing schon 1936 beschrieben hatte, lange bevor sie als Gerät auf dem Tisch stand. Eine Rechenmaschine mit endlichem Alphabet, endlichem Zustand und beliebig langem Band kann jede effektive Vorschrift ausführen, die ein Mensch mit Papier und Geduld ausführen könnte. Was berechenbar heißt, heißt dann: von einer solchen Maschine ausführbar. Der Aufsatz von 1950 setzt diese Härte voraus und öffnet sie auf den Geist. Lernen, Zufall, die Erziehung einer kindlichen Maschine statt des fertig programmierten Orakels: Turing denkt den Rechner nicht als Lexikon, sondern als Wesen, das Erfahrungen sammelt. Die Pointe ist nicht, dass heutige Sprachmodelle den Test bestehen oder nicht. Die Pointe ist, dass »Denken« hier keine Innenschau mehr braucht, um überhaupt verhandelt zu werden.
Unsicher bleibt, ob das Spiel das trifft, was die Einwände meinen. Wer Bewusstsein will, kann jede gelungene Imitation für Attrappe erklären, und Turing weiß das. Seine Antwort ist methodisch, nicht tröstlich: Ein Kriterium, das sich nicht prüfen lässt, taugt nicht als Einwand gegen die Maschine. Wer den Aufsatz als Prophezeiung liest, wird ihn an den Kalender hängen und enttäuscht oder triumphal finden. Wer ihn als Begriffsarbeit liest, merkt, dass nach 1950 die Last gewechselt hat. Nicht die Maschine muss beweisen, dass sie eine Seele hat. Wer ihr das Denken abspricht, muss sagen, was am menschlichen Gespräch nicht nachahmbar sein soll – und warum das, was nachahmbar ist, nicht zählen darf. Der Ton ist trocken, britisch, gelegentlich spöttisch gegen die Theologie des Unnachahmlichen.
Einordnung
Ohne die Arbeit von 1936 über berechenbare Zahlen wäre das Imitationsspiel ein Salonwitz; ohne den Aufsatz von 1950 wäre die Berechenbarkeit eine Sache der Logik geblieben. Norbert Wieners Kybernetik hatte Organismus und Maschine schon unter Regelung gestellt; Claude Shannons The Mathematical Theory of Communication hatte Nachricht ohne Sinn gemessen. Turing stellt die Frage, die beide nicht stellen: ob der Rechner ein Gegenüber sein kann. Die Nachbarschaft zur künstlichen Intelligenz ist laut und oft falsch, weil sie den Test zur Prüfung heutiger Produkte macht. Nach diesem Text kann man Maschinen noch für seelenlos halten. Man kann Denken nicht mehr als das definieren, was Maschinen wesensmäßig nicht können, ohne das Wesen anzugeben – und das Wesen ist genau das, was Turing aus dem Spiel genommen hat.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Berechenbarkeit (zentral)
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Weltbildwechsel in acht Büchern (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
