Chroniken
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Chroniken |
| Autor(en): | Jean Froissart |
| Originaltitel: | Chroniques |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | um 1400 |
| Schlagwörter: | Hundertjähriger Krieg, Rittertum, Hof, Crécy |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Manesse
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| Umfang dieser Ausgabe: | 824 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Die Chroniken des Jean Froissart erzählen den Hundertjährigen Krieg, wie ihn Höfe hören wollten: Waffenstillstand und Schlacht, Turnier und Verrat, von den zwanziger Jahren des vierzehnten Jahrhunderts bis nahe an 1400. Vier Bücher, in französischer Prosa, entstanden im Dienst englischer, schottischer, niederländischer und französischer Herren. Froissart kam aus Valenciennes, war Kleriker ohne Pfarre und lebte von Fürsten, die sich im Spiegel der Ritterschaft erkennen wollten.
Inhalt
Froissart setzt bei den Ursachen des Krieges an, bei der Thronfolge in Frankreich und den Ansprüchen Edwards III., und er erzählt dann, was sich erzählen lässt, wenn man von Burg zu Burg reitet: Crécy, Calais, Poitiers, die Jacquerie, die Pest als Hintergrund, nicht als Thema. Die Schlacht ist bei ihm ein Bild aus Bannern, Pferden, gefangenen Rittern und Lösegeldern; die Bauern, die 1358 die Schlösser angreifen, sind eine Störung der Ordnung, keine Klasse. Er hat Augenzeugen befragt, Herolde, Kapitäne, Damen des Hofes, und er schreibt, als säße der Leser bei Tisch. Die Wahrheit, die er sucht, ist die des ritterlichen Ruhms: wer sich hält, wer flieht, wer sein Wort bricht.
Im Lauf der Bücher ändert sich der Ton. Die frühen Teile glänzen; die späteren, nach den siebziger Jahren, werden nüchterner, misstrauischer gegenüber einer Ritterschaft, die plündert und sich verkauft. Froissart bleibt auf der Seite der Herren, aber er sieht, dass der Krieg den Adel verzehrt, der ihn trägt. Flandern, Kastilien, der Hof Richards II., der Aufstand der englischen Bauern 1381: immer wieder die Frage, wer zu Pferd das Recht hat, über Unberittene zu verfügen. Die Chronik ist keine Staatstheorie. Sie ist das Gedächtnis einer Gesellschaft, die sich über Wappen definiert und dabei erfährt, dass Wappen nicht vor der Kanonenkugel schützen, die schon am Horizont steht.
Unsicher ist fast jede Zahl und manche Schlachtordnung. Froissart hat abgeschrieben, ausgeschmückt, Gönner geschont und Feinde der jeweiligen Tafel geschwärzt. Die Forschung hat ihn als Quelle für Preise, Wege, Namen und für die Sprache des Adels rehabilitiert, nicht als unbestechlichen Zeugen. Wer eine Geschichte der Städte, der Steuer oder der Kirche sucht, findet sie bei ihm nur am Rand. Wer verstehen will, wie der Krieg den Zeitgenossen als Abenteuer und als Beruf vorkam, kommt an den Chroniken nicht vorbei. Sie haben dem späteren Europa das Bild des Hundertjährigen Krieges geliefert – buntes Banner, schwarzer Prinz, belagerte Stadt –, und sie haben die Toten unter den Bannern nicht gezählt.
Einordnung
Froissart steht am Ende der ritterlichen Geschichtsschreibung, bevor die italienischen Sekretäre den Krieg als Berechnung schrieben. Neben Thukydides’ Geschichte des Peloponnesischen Krieges ist er der Gegenpol: nicht Machtanalyse, sondern Ehrenordnung. Guicciardini wird denselben Kontinent später ohne Turnierdenken erzählen. Geblieben ist das Ohr für Stimmen der Höfe – und die Grenze, dass das Volk bei Froissart lärmt, aber nicht spricht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.