Chronik oder Die Geschichte der zwei Staaten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Chronik oder Die Geschichte der zwei Staaten |
| Autor(en): | Otto von Freising |
| Originaltitel: | Chronica sive Historia de duabus civitatibus |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 1146 |
| Schlagwörter: | Zwei-Reiche-Lehre, Investitur, Weltchronik, Staufer |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | C.H. Beck
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| Umfang dieser Ausgabe: | 672 Seiten |
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| Verweise | |
Chronik oder Die Geschichte der zwei Staaten ist die Weltchronik des Bischofs Otto von Freising, geschrieben in den vierziger Jahren des zwölften Jahrhunderts und 1146 abgeschlossen, später um ein Buch über den ersten Kreuzzug Friedrich Barbarossas ergänzt. Acht Bücher führen von Adam bis in Ottos Gegenwart; das Schema stammt von Augustinus: der Staat Gottes und der Staat der Welt laufen ineinander, bis das Gericht sie trennt. Otto war Enkel Heinrichs IV., Onkel Barbarossas, Zisterzienser und Bischof; die Chronik denkt das Reich theologisch, während es sich vom Investiturstreit noch nicht erholt hat.
Inhalt
Otto erzählt nicht Kaiserliste um Kaiserliste, sondern die Vermischung zweier Bürgerschaften. Der irdische Staat – Babel, Rom, das Imperium der Deutschen – trägt Frieden und Gewalt; der Gottesstaat ist in der Kirche sichtbar und doch nicht mit ihr identisch. Weltreiche steigen und fallen nach einem Plan, den der Chronist in der Schrift liest: Translatio imperii, die Wanderung der Herrschaft von Ost nach West, bis sie bei den Franken und Sachsen ankommt. Die Antike wird nicht bewundert wie bei den Humanisten; sie wird als Vorlauf gelesen, dessen Götter Irrtum waren und dessen Recht trotzdem das Reich trägt.
Die jüngere Zeit ist der Investiturstreit, die Demütigung Heinrichs IV., das Schisma, der Kreuzzug. Otto hat die Partei seiner Verwandten und die Partei der Reform nicht einfach versöhnt; er hat sie in das Schema der zwei Staaten gelegt, in dem kein irdischer Sieg endgültig ist. Das siebte Buch wird düster: Verfall der Sitten, Unsicherheit des Reiches, die Erwartung, dass die Geschichte sich dem Ende zuneigt. Das achte Buch denkt das Gericht, die Auferstehung, die Trennung der zwei Städte – Historiographie, die in Eschatologie umschlägt, weil Otto die Zeit für kurz hält. Später, unter Barbarossa, hellt sich der Blick: der Neffe scheint den irdischen Staat noch einmal haltbar zu machen. Die Fortsetzung in den Gesta Frederici ist ein anderes Buch; die Chronik bleibt die dunklere.
Unsicher ist die Balance. Otto predigt und datiert, mischt Augenzeugen des Zweiten Kreuzzugs mit Isidor und Orosius, und er urteilt als Bischof, der den Kaiserhaushalt kennt. Die zwei Staaten sind kein soziologisches Modell; sie sind Augustin, angewandt auf Staufer und Papst. Wer eine Reichsgeschichte ohne Theologie sucht, findet sie hier nicht. Wer eine bloße Heilsgeschichte ohne Akten sucht, unterschlägt die Genauigkeit, mit der Otto Höfe, Feldzüge und Konzilien kennt. Das Buch hat dem hohen Mittelalter eine Sprache gegeben, in der sich das Reich denken ließ, ohne Rom oder die Kirche zum einzigen Maß zu machen – und ohne die Welt für harmlos zu halten.
Einordnung
Zwischen Augustins Gottesstaat und der späteren staufischen Hofhistoriographie steht diese Chronik als der Versuch, Weltgeschichte und Gericht in einem Atemzug zu halten. Neben Bedas Kirchengeschichte des englischen Volkes ist sie volkhaft und reichisch statt klösterlich-insular; neben den Kreuzzugschroniken theologisch strenger. Die Neuzeit hat Otto zum Vorläufer einer Geschichtsphilosophie gemacht, die er nicht wollte. Geblieben ist das Bild zweier Staaten, die sich im selben Jahrhundert durchdringen – und die Warnung, dass irdischer Glanz die Trennung nicht aufhebt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.