Christus kam nur bis Eboli
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Christus kam nur bis Eboli |
| Autor(en): | Carlo Levi |
| Originaltitel: | Cristo si è fermato a Eboli |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1945 |
| Schlagwörter: | Lukanien, Verbannung, Bauern, Malaria |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 285 Seiten |
| ISBN: | 9783423130394 |
| Verweise | |
Christus kam nur bis Eboli ist der 1945 bei Einaudi erschienene autobiographische Roman von Carlo Levi, im Original Cristo si è fermato a Eboli. Levi, Arzt, Maler und Gegner Mussolinis, war 1935 und 1936 als politischer Verbannter nach Grassano und Aliano in der lukanischen Basilicata geschickt worden; im Buch heißt Aliano Gagliano. Die Bauern sagen, sie seien keine Christen, Christus sei nur bis Eboli gekommen, nicht weiter zu ihnen. Christ bedeutet in ihrem Mund Mensch; wer hinter Eboli lebt, zählt als Tier. Der Band ist keine Anklage im engeren Sinn, sondern das Porträt einer Gegend, die der Staat als Strafkolonie benutzt, ohne sie zu kennen. Francesco Rosi hat 1979 daraus einen Film gemacht, mit Gian Maria Volonté als Levi.
Inhalt
Zwei Carabinieri bringen den Turiner Arzt im Spätsommer 1935 nach Gagliano. Die Ausgehzeiten sind festgelegt, Briefe werden zensiert, der Bewegungsraum ist eng. Die Honoratioren – der Faschist, der Arzt, der Priester – suchen Levi in ihre alten Kämpfe zu ziehen; er weicht ihnen aus und findet auf dem Friedhof, in einem vorsorglich ausgehobenen Grab, Stunden der Hitze und der Stille. Inmitten des Dorfs steht ein haushohes Pissoir aus Stahlbeton, geliefert von einer Turiner Firma, benutzt von Schweinen und Kindern. Levi selbst tritt manchmal hinein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus Heimweh nach der Stadt, die dieses Ding geschickt hat.
Die Bauern leben mit der Malaria, mit magischer Medizin, mit einer Zeit, die Levi als vorrömisch und geschichtslos beschreibt. Wer etwas aus sich machen will, geht fort; wer bleibt, hat sich aufgegeben. Levi behandelt die Kranken, obwohl das Regime ihm die Praxis erschweren will, und gewinnt Zuneigung, die keine Bekehrung ist. Er porträtiert Gesichter und Landschaft, später, als Schriftsteller und Maler, und hält fest, was der Staat Süditalien nennt, ohne die Dörfer je betreten zu haben. Feste, Krankheiten, geheime Hoffnungen: alles gehört zu einer Ordnung, die sich nicht in Fortschritt übersetzen lässt.
Ein kurzer Aufenthalt in der Heimat, wegen eines Todesfalls in der Familie, zeigt ihm, dass selbst die antifaschistischen Freunde das Problem des Südens zu abstrakt fassen. Levi folgert, der Staat könne den Süden nicht lösen, weil das Problem des Südens das Problem des Staates sei; ohne Autonomie der Gemeinden bleibe nur Resignation, unterbrochen von verzweifelten Aufständen wie denen der Briganten. Nach der Abreise, so der Schluss, sinken die Menschen in ihr Dasein zurück. Ein Sprichwort der Gegend sagt, der Regen treffe den, der schon nass sei. Levi ist Zeuge, nicht Erlöser; Christus kommt auch mit ihm nicht weiter als bis Eboli.
Einordnung
Levi hat den Mezzogiorno nicht als Folklore und nicht als bloßes Elend geschrieben, sondern als eine Welt, die der geschichtlichen Zeit des Nordens nicht angehört. Bevor Fernand Braudel die lange Dauer des Mittelmeers beschrieb, steht hier der Satz, man müsse eine Geschichte dessen schreiben, was ewig und unveränderlich sei, eine Mythologie. Der Neorealismus hat das Buch als Dokument genommen; es ist mehr, weil der Arzt sich selbst nicht ausnimmt: das Pissoir, das Heimweh, die Abhängigkeit von den Honoratioren. Helly Hohenemser-Steglich hat die deutsche Fassung geschaffen, die bis heute bei dtv steht.
Rosis Film hat die Bilder der kargen Hügel und Volontés ruhiges Gesicht kanonisch gemacht. Wer nach 1945 über den italienischen Süden sprach, sprach hinter diesem Titel, oft ohne die politische Folgerung mitzunehmen: dass der Zentralstaat das Dorf nicht heilen kann, weil er selbst die Krankheit ist. Neben Ignazio Silone und der späteren Südprosa bleibt Levi der Maler unter den Zeugen, genau im Detail, ohne Trost. Das Buch erschien, als der Faschismus gefallen war; die Bauern von Gagliano hatten davon so wenig, wie Christus bei ihnen Halt gemacht hätte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
