Casino Royale
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Casino Royale |
| Autor(en): | Ian Fleming |
| Originaltitel: | Casino Royale |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1953 |
| Schlagwörter: | Spionage, Casino, Folter, Verrat |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Cross Cult
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| Umfang dieser Ausgabe: | 272 Seiten |
| ISBN: | 9783864250705 |
| Verweise | |
Casino Royale ist der 1953 erschienene erste James-Bond-Roman von Ian Fleming. Der britische Agent mit der Nummer 007 soll im fiktiven Royale-les-Eaux an der französischen Küste den sowjetischen Finanzmann Le Chiffre beim Baccarat ruinieren, weil dieser Geld der Organisation SMERSCH veruntreut hat. Fleming, selbst zeitweise im Nachrichtendienst, hat aus dem Kalten Krieg keinen Weltuntergang gemacht, sondern einen Tisch, eine Folter und eine Frau, die lügt. Der Bond der Bücher ist verletzlicher, grüblerischer und weniger mit technischen Spielereien ausgestattet als der der Filme. Die erste deutsche Ausgabe bei Ullstein 1960 war gekürzt; die ungekürzte Neuübersetzung von Stephanie Pannen und Anika Klüver erschien 2012 bei Cross Cult.
Inhalt
James Bond, gerade erst mit der Lizenz zum Töten versehen, reist 1951 nach Royale-les-Eaux. Le Chiffre, der französische Gewerkschaften im sowjetischen Auftrag unterwandern sollte, hat das Geld in einem gescheiterten Geschäft verloren und setzt jetzt alles auf eine Karte. Bond erhält Unterstützung von Vesper Lynd aus dem eigenen Dienst, von Felix Leiter der CIA und von René Mathis vom Deuxième Bureau. Das Spiel kippt gegen Bond; Leiter schiebt ihm Geld nach, Bond gewinnt, Le Chiffre ist erledigt. Wenig später wird Vesper vor Bonds Augen entführt. Bei der Verfolgung verliert er den Wagen; man schleppt ihn in eine Villa und foltert ihn stundenlang, um das Versteck des Geldes zu erfahren. Ein SMERSCH-Agent erscheint, richtet Le Chiffre hin, weil die Unterschlagung den eigenen Apparat trifft, und lässt Bond leben: Sein Auftrag gilt nicht dem feindlichen Spion. Er ritzt Bond den kyrillischen Buchstaben für Spion in den Handrücken.
Bond liegt im Krankenhaus, zweifelt am Dienst, denkt ans Aufhören. Mit Vesper erholt er sich in einem Strandhotel; der Junggeselle will ihr einen Antrag machen und den Dienst quittieren. Vesper telefoniert heimlich, fürchtet einen Mann, der ihnen folgt, leugnet. Nach einer scheinbaren Aussöhnung tötet sie sich. Der Abschiedsbrief sagt, sie sei Doppelagentin des sowjetischen Dienstes gewesen, beauftragt, Bonds Plan zu hintertreiben; die Entführung war inszeniert. Weil sie Bond liebte, brach sie den Auftrag und wurde damit selbst zum Ziel. Bond, verbittert, kehrt in den Dienst zurück mit dem Vorsatz, SMERSCH zu jagen, damit nicht noch eine Frau so endet. Der letzte Satz über Vesper ist roh und ohne Trauerarbeit – das Miststück sei tot –, und die späteren Romane zehren von diesem Bruch: Der Kaltsinn des Agenten ist hier noch eine Wunde, kein Markenzeichen.
Fleming erzählt knapp, in Kapiteln, die nach dem Spiel, der Jagd, der Folter, der Liebe benannt sein könnten, ohne dass die Liebe eine Rettung wäre. Es gibt keinen größenwahnsinnigen Bösewicht, der die Welt mit Raketen bedroht, und kaum Erfindung aus der Werkstatt. Die Brutalität der Folter – Le Chiffre arbeitet Bond mit einer Teppichklopfer-Sitzfläche zu Leibe – ist absichtlich unheroisch. Bond denkt darüber nach, warum seine Seite die richtige sein soll, und findet keine Metaphysik, nur den Auftrag. Royale-les-Eaux bleibt ein Kurort mit Casino, nicht Montenegro, nicht die Karibik der späteren Filme.
Einordnung
Casino Royale begründet die Reihe und widerspricht zugleich dem, was aus Bond geworden ist. Der Agent der Leinwand rettet die Welt und küsst im Abspann; der Agent des ersten Romans verliert die Frau, wird gefoltert und behält eine Narbe, die man später mit Haut verdeckt. Die Ullstein-Fassung hat antideutsche Stellen und Unbequemes gestrichen, damit das Taschenbuch billig und glatt war; Cross Cult hat den Wortlaut und die Kapitel zurückgegeben. 1954 zeigte das amerikanische Fernsehen eine frühe Fassung mit Barry Nelson; 1967 entstand die Parodie mit David Niven; erst 2006 holte Martin Campbell mit Daniel Craig den Ton des Buchs teilweise ins Kino: Zweifel, Folter, Vesper, der Satz, dass Bond die Welt nicht für ein Spiel hält.
Wer Fleming nur aus den Filmen kennt, trifft hier einen Mann, der nach der Folter weint und nach dem Verrat hart wird. Die Serie hat daraus eine Formel gemacht; der erste Band ist noch der Roman eines Anfangs, der weh tut. SMERSCH, im Buch der sowjetische Gegner, ist historisch überhöht, literarisch aber der Name für einen Apparat, der die eigenen Leute ebenso tötet wie die fremden. Die angegebene Cross-Cult-Ausgabe ist die ungekürzte deutsche Fassung.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
