Bindung

John Bowlby · 1969 · Sachbuch, Psychologie
Das Werk
Deutscher Titel: Bindung
Autor(en): John Bowlby
Originaltitel: Attachment and Loss, Volume 1: Attachment
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1969
Schlagwörter: Bindung, Trennung, Kind, Ethologie
Sachgebiete: Sachbuch, Psychologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Basic Books
Erscheinungsort: Attachment
Serie: Attachment and Loss
Umfang dieser Ausgabe: 428 Seiten
ISBN: 9783497018307
Verweise

Bindung ist die 1975 bei Kindler, später bei Reinhardt geführte deutsche Fassung des 1969 bei Basic Books erschienenen ersten Bandes von Attachment and Loss von John Bowlby. Bindung ist hier keine Folge der Fütterung, sondern ein eigenes System: das Kind klammert, protestiert, verzweifelt, erstarrt, wenn die Person fehlt, die Schutz bedeutet.

Inhalt

Bowlby holt das Kind aus der Innenwelt, in der nur Phantasien zählen, und stellt es vor eine Tür, die zugeht. Bindung ist ein primäres Motiv, vergleichbar dem Hunger, nicht ein Nebeneffekt der Brust. Die Beobachtung von Kindern, die im Hospital oder Heim von der Bezugsperson getrennt wurden, ergibt eine Folge: Protest, Verzweiflung, dann eine Gleichgültigkeit, die wie Anpassung aussieht und Verlust ist. Gegen Kleins Die Psychoanalyse des Kindes, die frühe Angst als innere Objekte liest, setzt er das sichtbare Verschwinden der Mutter. Gegen die Lehre, das Kind hänge am Essen, setzt er die Ethologie: Junge von Tieren suchen Nähe, bevor sie satt sind. Die Psychoanalyse bekommt eine Tür nach draußen, ohne die Couch zu streichen.

Das Buch ist lang, evolutionär, gegen die Schule, die das Kind nur als Bühne der Eltern-Imago kannte. Die Gefahr ist die Mutter als einzige Stelle: Vater, Geschwister, Klasse, die Institution, die Trennung anordnet, können zu Randfiguren werden. Bowlby kennt den Vorwurf und hält an der einen Person fest, weil ohne sie die Klinik der Trennung kein Maß hat. Kritik hat die Analogie zum Tier, die Mutterschuld, die zu wenig Gesellschaft in der Bindung genannt. Mary Ainsworth hat später gemessen, was 1969 noch Beschreibung war. Die Stärke bleibt der Satz, dass Trennung Schaden ist, den man anordnen kann – in Krankenhäusern, die Besuche verboten, in Heimen ohne Gesicht. Wer nach Bowlby nur den Test kennt, hat den ersten Band übersprungen. Wer nur 1969 kennt, unterschlägt Trennung und Verlust, ohne die Bindung eine halbe Lehre bleibt.

Die Wirkung liegt in der Entwicklungspsychologie, in der Pädiatrie, die Eltern nicht mehr als Störung der Station las, in einer Psychoanalyse nach Freud, die das Kind nicht nur als Triebwesen nahm. Winnicott hatte den Übergangsraum, in dem gespielt wird; Bowlby die Person, ohne die Spiel nicht beginnt. Wer nur den Teddy kennt, hat 1969 nicht gelesen. Wer nur Bowlby kennt, unterschlägt die Couch, gegen die er schrieb, ohne sie zu verlassen.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die Psychoanalyse nach Freud eine Lehre innerer Objekte ohne Tür. In Die Psychoanalyse nach Freud steht es neben Klein und Winnicott, nicht als neuntes der acht: Trennung gegen Phantasie, Ethologie gegen nur Deutung. Wer nur die Traumdeutung kennt, hat das Kind nicht gelesen, das schreit, wenn die Tür zugeht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.