Bernarda Albas Haus

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Bernarda Albas Haus
Autor(en): Federico García Lorca
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1945
Seitenanzahl: 64 Seiten
Originaltitel: La casa de Bernarda Alba
Originalsprache: spanisch
ISBN-10: 315008525X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150085257
Schlagwörter: Andalusien, Ehre, Unterdrückung, Frauentragödie
Sachgebiete: Drama
Rezensionen

Bernarda Albas Haus (spanisch La casa de Bernarda Alba) ist das letzte Drama von Federico García Lorca, vollendet im Juni 1936, wenige Wochen vor seiner Ermordung. Die Uraufführung fand erst 1945 in Buenos Aires statt, die deutschsprachige Erstaufführung 1947 in Basel. Der Untertitel bezeichnet das Stück als Frauentragödie in spanischen Dörfern.

Inhalt

Nach der Beerdigung ihres zweiten Mannes verhängt die Witwe Bernarda Alba über ihr Haus acht Jahre Trauer. Fenster und Türen bleiben geschlossen, niemand darf hinaus, und wer aufbegehrt, bekommt den Stock zu spüren. In diesem Gefängnis leben fünf erwachsene Töchter, die Magd La Poncia, die Bernarda seit Jahrzehnten kennt und verachtet, und die alte Mutter María Josefa, die man einschließt, weil sie laut sagt, was alle wollen: heiraten, hinaus, ans Meer.

Der Konflikt entzündet sich an Pepe el Romano. Der junge Mann wirbt um die neununddreißigjährige Angustias, die älteste und unattraktivste Tochter, weil sie als einzige aus der ersten Ehe des Vaters ein Vermögen geerbt hat. Bernarda befördert die Verlobung als Geschäft. Nachts aber kommt Pepe zu der jüngsten Tochter Adela, die als einzige den Mut hat, sich das Verbotene zu nehmen. Die kranke, missgünstige Martirio beobachtet alles und schweigt zunächst – nicht aus Loyalität, sondern weil sie Pepe selbst begehrt.

Im dritten Akt bricht der Haushalt auseinander. Martirio verrät die Schwester, Bernarda holt das Gewehr und schießt auf Pepe, der unverletzt entkommt. Martirio jedoch behauptet, er sei tot, und Adela erhängt sich in ihrer Kammer. Bernardas erste Reaktion auf die Leiche ihrer Tochter ist nicht Trauer, sondern Regie: Sie ordnet an, das Mädchen als Jungfrau aufzubahren, verbietet jedes Weinen und schneidet mit einem letzten Befehl zum Schweigen das Stück ab.

Einordnung

Lorca beschränkt das Geschehen auf ein einziges Haus und arbeitet mit strengen Kontrasten – weiße Wände gegen schwarze Kleidung, drückende Hitze gegen kaltes Regelwerk. Bernarda ist Täterin und Opfer derselben Ordnung: Um die Familienehre zu retten, opfert sie ihre Kinder und am Ende sich selbst. Zusammen mit Bluthochzeit und Yerma bildet das Drama Lorcas Trilogie über das ländliche Spanien und gehört zu den meistgespielten Stücken des 20. Jahrhunderts.