Ausgebrannt
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ausgebrannt |
| Autor(en): | Andreas Eschbach |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Lübbe |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2007 |
| Seitenanzahl: | 752 Seiten |
| Originaltitel: | Ausgebrannt |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3404191994 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783404191994 |
| Schlagwörter: | Erdöl, Krise, Amerika, Erfindung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Ausgebrannt ist der Roman von Andreas Eschbach, 2007 bei Lübbe erschienen, ein Zukunftsbild vom Ende des Erdölzeitalters, das nicht auf fernen Planeten spielt, sondern in Firmen, Familien und Wüsten der Gegenwart. Eschbach, bekannt durch Das Jesus-Video und später durch Titel, die Technik als Falle erzählen, hat hier den Stoff genommen, den die Fachleute Fördermaximum nennen, und ihn in lauter Alltage übersetzt. Der Band ist dick, sprunghaft in der Zeit und eigensinnig in der Behauptung, dass eine Zivilisation, die auf einer Flüssigkeit sitzt, stürzt, sobald die Flüssigkeit versiegt. Er wurde ein Verkaufserfolg, ohne deshalb ein Lehrbuch der Geologie zu sein.
Inhalt
Markus Westermann, junger Deutscher, will in den Vereinigten Staaten eine Firma gründen, am liebsten mit dem Geld und den Einfällen anderer. Ein Aufenthalt bei einer Softwarefirma endet, eine Rundreise beginnt, und in Chicago trifft er den Österreicher Karl Walter Block, einen Mann ohne Studium, der behauptet, Öl zu finden, wo die Wissenschaft keines sieht. Block spricht von Bakterien, die das Öl erzeugen, und von Jahrtausenden ohne Sorge. Markus gründet mit ihm Block Explorations, Investoren steigen ein, in South Dakota wird tatsächlich Öl fündig, die Presse spricht vom Wunder. Eine Anfrage aus Saudi-Arabien holt die beiden in die Wüste; dort versagt die Methode an jeder Bohrung. Block verschwindet. Markus, auf der Suche nach hinterlegten Heften, verunglückt, weil der Tank leer ist – die Ironie steht früh im Buch, bevor die Welt sie versteht.
Die große Krise kommt, wenn Ghawar, das größte Feld, versiegt und ein Anschlag oder das, was man dafür hält, den Markt in Panik versetzt. Preise explodieren, Unruhen folgen, amerikanische Truppen besetzen Saudi-Arabien. Parallel erzählt Eschbach Markus’ Bruder Frieder, die Schwester Dorothea und deren Familie in Deutschland, den saudischen Prinzen Abu Jabr: Fahrgemeinschaften, Dorfläden, Häuser, die man nicht mehr heizen kann, Höfe der Macht, denen das Öl unter den Füßen wegschmilzt. Markus, in den USA gesucht, gerät in die abgeschottete Siedlung Bare Hands Creek in Idaho, deren Leute ohne Öl leben wollen und ihre Abschottung mit Gewalt sichern. Der Geheimdienstmann Charles Taggard erklärt ihm, Blocks Hefte seien unlesbar, die Funde Zufall oder alte, unrentable Felder, die Theorie ein schönes Wort. Taggard kennt auch den Tod von Markus’ Vater, einem Erfinder, dessen Arbeit die Sicherheitsbehörden nicht in fremde Hände fallen lassen wollten.
Markus flieht, findet in einem Institut die Spur der väterlichen Erfindung, trifft die schwangere Amy-Lee Wang wieder, heiratet, und mit einem ehemaligen Kollegen wird aus der Kellerarbeit des Vaters eine Technik, welche die Regierung großmacht. Die Energiekrise mildert sich, die Gesellschaft bleibt verwandelt: weniger Verkehr, andere Arbeit, andere Nähe. Eschbach schließt nicht mit der Wiederherstellung der alten Welt. Das Öl kommt nicht zurück, die Erfindung ersetzt es nur so weit, dass man weiterleben kann, anders. Die Nebenstränge – deutsche Provinz, saudischer Hof, amerikanische Sekte – bleiben in der neuen Knappheit hängen, jeder auf seine Weise. Markus, der mit fremdem Geld beginnen wollte, endet bei der Arbeit des Vaters, die er lange nicht verstanden hat.
Einordnung
Eschbach hat den Untergangsroman der Rohstoffe populär gemacht, ohne ihn zur Predigt der Verzichter zu machen. Die Wissenschaft der Petroleonten ist im Buch falsch, und trotzdem ist die Krise wahr: Nicht die Wunderbohrung entscheidet, sondern das Versiegen dessen, was alle für selbstverständlich hielten. Gegenüber Frank Schätzings Der Schwarm ist Ausgebrannt weniger das Buch der Naturgewalt als das der Infrastruktur; die Katastrophe sitzt in der Zapfsäule und im Heizungskeller. Die Sprünge der Erzählung, das späte Verstehen, die vielen Figuren haben dem Band den Vorwurf der Überlänge eingetragen. Sie gehören zum Verfahren: Niemand sieht das Ganze, während es geschieht.
Wer das Buch nur als Warnung vor dem Förderende liest, hat die Familiengeschichte des Vaters übersehen, die Erfindung, die der Staat lieber ungeschehen macht, und die Ironie, dass Markus’ erster Unfall der leere Tank ist. Die Taschenbuchauflagen bei Lübbe haben den Roman im Regal der Spannung gehalten. Er ist Spannung und Rechnung zugleich. Die Welt nach dem Öl ist bei Eschbach nicht der Mythos der sauberen Zukunft, sondern ein Alltag, in dem man rechnet, bevor man fährt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
