Aufstieg und Fall der großen Mächte
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Aufstieg und Fall der großen Mächte |
| Autor(en): | Paul Kennedy |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1987 |
| Seitenanzahl: | 912 Seiten |
| Originaltitel: | The Rise and Fall of the Great Powers. Economic Change and Military Conflict from 1500–2000 |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3596149681 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596149681 |
| Schlagwörter: | Macht, Wirtschaft, Krieg, Hegemonie |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
Aufstieg und Fall der großen Mächte ist das 1987 in New York erschienene Geschichtswerk des britischen Historikers Paul Kennedy über ökonomischen Wandel und militärische Konflikte von 1500 bis 2000; die deutsche Übersetzung von Catharina Jurisch kam im selben Jahr bei S. Fischer heraus. Das Buch stand monatelang an der Spitze der Verkaufslisten in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Japan und wurde in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Kennedy behauptet, dass Macht und Einfluss von Staaten im Wesentlichen durch ihre Wirtschaft bestimmt werden und dass große Mächte an der Überdehnung ihrer militärischen Last zugrunde gehen. Der Rhythmus bleibt: Aufstieg, Überdehnung, Erschöpfung, Abstieg.
Inhalt
Kennedy schreibt gegen eine Machtgeschichte, die Schlachten und Staatsmänner isoliert, und gegen die Hoffnung, militärische Stärke ersetze wirtschaftliche Substanz. Er beginnt beim Haus Habsburg, das im sechzehnten Jahrhundert die Hegemonie in Europa anstrebte und im siebzehnten von den französischen Königen darin abgelöst wurde. Im achtzehnten Jahrhundert steigt Großbritannien zur führenden Kolonialmacht auf; im zwanzigsten steht das Deutsche Reich kurz an der Spitze, bevor nach 1945 das bipolare System der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion entsteht. Jede dieser Mächte finanziert ihre Kriege aus dem Überschuss der Wirtschaft; jede überdehnt sich, wenn die militärischen Verpflichtungen das produktive Fundament übersteigen. Anteile an der Weltindustrie, an Flotten und Armeen werden nebeneinandergelegt, nicht als Schicksal, sondern als Spielraum.
Die Belege sind lange Reihen: Bevölkerungszahlen, Eisenproduktion, Kriegsausgaben, Kolonialbesitz. Spanien verblutet in den Niederlanden und in Amerika, während die niederländische und später die britische Handelsrepublik den Kredit und die Werft besitzen. Frankreich unter Ludwig XIV. und Napoleon gewinnt Feldzüge und verliert die finanzielle Ausdauer. Das wilhelminische Deutschland fordert Flotte und zwei Fronten und übersteigt seine industrielle Basis. Die Vereinigten Staaten nach 1945 tragen Bündnisse, die ihren Anteil an der Weltproduktion schrumpfen sehen; die Sowjetunion rüstet eine stagnierende Wirtschaft zu Tode. Kennedy schreibt vor 1989 und wagt den Blick auf das Jahr 2000: Die Last der Weltmacht drohe den Vereinigten Staaten dasselbe zu tun, was sie anderen getan habe. Der Ton ist nüchtern, vergleichend, ohne Moral der Strafe.
Unsicher wird die These, wo Wirtschaft und Macht so fest verkoppelt werden, dass Politik, Kultur und Zufall als Beiwerk erscheinen. Ekkehart Krippendorff hat in der Politischen Vierteljahresschrift die Fragen eines lesenden Bürgers an genau diese Verkürzung gestellt. Der Fall der Sowjetunion schien Kennedy zu bestätigen; der Fortbestand der amerikanischen Vormacht nach 1990 hat die Prognose der Überdehnung relativiert, ohne die Methode zu widerlegen. Eine Lesart, die nur den Abstieg der Vereinigten Staaten festhielt, hat das Buch zur Waffe im Streit der Dekaden gemacht. Die Stärke liegt in der langen Dauer des Vergleichs, nicht in der Einzelprophezeiung.
Einordnung
Unter Kennedys vierzehn Büchern ist dies das wirkmächtigste; 1987 löste es unter Fachleuten lebhafte Debatten aus, weil es die große Politik an die Produktionsstatistik band. Nachbarschaft hat es zur imperialen Geschichtsschreibung und zu älteren Lehren vom Hegemonialzyklus, nicht zur marxistischen Krisentheorie, auch wenn die Betonung der materiellen Grundlagen an Karl Marx erinnert. In Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie ist die Ökonomie Kritik der Gesellschaft; bei Kennedy ist sie Maßstab der Staatenkonkurrenz. Die Fischer-Taschenbuchausgabe hat den Text im deutschen Sprachraum gehalten.
Das Missverständnis liegt darin, das Buch für eine Vorhersage des amerikanischen Endes oder für einen wirtschaftlichen Determinismus ohne Rest zu halten. Es ist eine Untersuchung der Last, die Macht kostet. Geblieben ist der Rhythmus von Aufstieg und Überdehnung – und die Einsicht, dass eine große Macht ihren militärischen Ehrgeiz an dem messen muss, was ihre Wirtschaft tragen kann.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
