Art and Culture

Clement Greenberg · 1961 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Art and Culture
Autor(en): Clement Greenberg


Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1961
Schlagwörter: Moderne, Medium, Abstraktion, Kritik
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Beacon Press


Umfang dieser Ausgabe: 278 Seiten
ISBN: 9780807066812
Verweise


Art and Culture. Critical Essays ist die 1961 erschienene Sammlung von Clement Greenberg. Sie fasst die Moderne als Selbstklärung der Mittel: Malerei wird flach, weil sie aufhört, Fenster zu sein. Die Aufsätze, viele davon älter als der Band, haben der amerikanischen Nachkriegskunst ihr Urteil geliehen.

Inhalt

Greenberg bestimmt das Medium als Aufgabe, nicht als neutrales Werkzeug. Jede Kunst stößt ab, was nicht sie selbst ist: Die Malerei gibt die Erzählung und den Scheinraum ab, die Skulptur die bemalte Fläche, die Literatur die bildliche Ausschmückung. Der Fortschritt der Avantgarde ist diese Reinigung, nicht die Erfindung neuer Stoffe und nicht die treue Nachahmung der Welt. Jackson Pollock zählt, weil die Farbe aufhört, Ding zu schildern, und die Fläche als Fläche sichtbar bleibt. Kitsch zählt als der Feind, der Wirkung ohne Widerstand liefert: fertige Gefühle, glatte Oberflächen, die das Publikum nicht prüfen muss. Der frühe Aufsatz über Avantgarde und Kitsch, der in die Sammlung eingeht, stammt noch aus den späten dreißiger Jahren und denkt die hohe Kunst gegen die Kulturindustrie. Aus dem marxistischen Abstand wird im Band der fünfziger und sechziger Jahre eine Lehre der Autonomie, in der Reinheit an die Stelle der Gesellschaftskritik tritt.

Das Buch versammelt Zeitschriftenaufsätze, die schon vorher den Geschmack New Yorks bestimmt hatten, und gibt ihnen die Form eines Kanons. Der Ton ist autoritär, klar, ohne Fußnotenpracht und ohne die Geduld, Gegenbeispiele lange gelten zu lassen. Greenberg urteilt, statt zu erzählen: Was die Fläche verrät, ist modern; was Fenster, Anekdote oder Bildhauerei in der Malerei bleibt, ist unrein. Genau dieser Umschlag von der Gesellschaftskritik zur Reinheit hat die folgenden Generationen beschäftigt. Die Reinheit wurde Kanon der Museen und der Seminare, und sie wurde Zwang für alle, die Figuration, Alltagsdinge oder Fotografie ernst nehmen wollten. Ohne den Zwang wäre der Bruch nicht so scharf gewesen, den Rosalind Krauss und andere später vollzogen. Greenberg schreibt so, als sei das Urteil selbst die Form der Treue zum Medium.

Gegen die ältere Deutung, Abstraktion sei Ausdruck innerer Freiheit oder bloßer Zeitgeist, hält Greenberg fest, dass sie eine historische Notwendigkeit der Mittel sei. Die Malerei, die alles kann, was das Theater und der Roman auch können, verrät sich selbst; die Malerei, die nur noch Farbe und Fläche ist, findet zu dem, was sie allein vermag. Kritik hat das als Engführung gelesen: zu männlich, zu New York, zu sehr auf eine Linie von Édouard Manet über den Kubismus zu Pollock geeicht. Das Buch räumt anderen Modernen – der Fotografie, der Collage, den politischen Gebrauchsweisen des Bildes – wenig Eigenrecht ein. Gleichwohl bleibt die Beobachtung wirksam, dass Gattungen sich an dem messen, was sie nicht mehr vortäuschen. Die amerikanische Kunstkritik hat diese Härte als Maßstab genommen und später als Gegner gebraucht. Beides hat Greenberg im Zentrum gehalten.

Einordnung

1961 ist der Band zur Schulform des amerikanischen Modernismus geworden, an der sich Kanon und Widerspruch zugleich gebildet haben. Rosalind Krauss und Arthur C. Danto haben gegen Greenberg geschrieben und ihn damit im Zentrum gehalten: Sie brauchten die Reinheit, um Wiederholung, Alltagsding und Ende der Kunst überhaupt benennen zu können. Die Kritik nannte das Urteil zu eng und zu sicher, und sie hat recht darin, dass ganze Zweige der Moderne hier als Abfall erscheinen. Museen und Einführungen tragen Greenbergs Flächensatz weiter, oft ohne den Weg aus dem Marxismus der dreißiger Jahre mitzuerzählen. Wer Abstraktion nach diesem Band denkt, arbeitet in seinem Raster, auch wo er Figuration, Fotografie oder das fertige Ding dagegenhält. Die Nachwirkung ist deshalb paradox: Kaum ein Kanon der Nachkriegsmalerei ist so oft verworfen worden, und kaum einer hat die Begriffe geliefert, in denen das Verwerfen stattfand.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

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Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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