Anleitung zum Unglücklichsein

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Anleitung zum Unglücklichsein
Autor(en): Paul Watzlawick
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Piper
Serie:
Erscheinungsjahr: 1983
Seitenanzahl: 140 Seiten
Originaltitel: The Situation Is Hopeless, But Not Serious
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3492249388
ISBN-13/

EAN-Code:

9783492249386
Schlagwörter: Kommunikation, Erwartung, Glück, Paradoxie
Sachgebiete: Sachbuch, Psychologie
Rezensionen
Umschlag

Anleitung zum Unglücklichsein ist das 1983 bei Piper erschienene Sachbuch des Psychologen Paul Watzlawick. Die englische Fassung trägt den Titel The Situation Is Hopeless, But Not Serious: The Pursuit of Unhappiness. Watzlawick parodiert die Ratgeberliteratur, vor allem die amerikanische, und zeigt zum Schein, wie man sich das Leben unerträglich einrichtet. Hintergrund ist die Kommunikationsforschung der Palo-Alto-Schule, zu deren Gründern er gehörte. Das Motto lautet, unglücklich sein könne jeder, sich unglücklich einrichten müsse man lernen. In Deutschland wurden über eine Million Exemplare verkauft.

Inhalt

Watzlawick stellt an den Anfang ein Zitat aus den Aufzeichnungen aus dem Kellerloch von Fjodor Dostojewski: Der Mensch, bis über den Kopf ins Glück versenkt, werde aus Undankbarkeit einen Streich spielen und das Unvernünftige wollen, nur um sein phantastisches Element beizumischen. Nichts sei schwerer zu ertragen als eine Reihe guter Tage. Was Glück sei, bleibe offen; Augustinus zählte mit Varro Hunderte von Ansichten. Die Weltliteratur lebe vom Unglück; Dantes Inferno sei genialer als das Paradiso. Selbst Tiere im Zoo, vor Hunger und Gefahr geschützt, würden neurotisch; der Sozialstaat begleite den Bürger von der Wiege bis zur Bahre und entmündige ihn. Vierzehn kurze Kapitel entfalten die Wege in die selbstgemachte Misere.

Zur Unglückskunst gehören die Verherrlichung der Vergangenheit als goldenes Zeitalter, das starrsinnige Vermeiden neuer Lösungen, das Spiel, bei dem eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Die Geschichte vom Hammer – das Vorhaben, den Nachbarn um ein Werkzeug zu bitten, steigert sich in der Einbildung zur Beleidigung und endet in Aggression – zeigt die selbsterfüllende Prophezeiung: Die Erwartung erzeugt das Unglück, das sie fürchtet. Gregory Batesons Unterscheidung von Sach- und Beziehungsebene erklärt Missverständnisse, die nicht im Inhalt, sondern im Verhältnis stecken. Viele behandeln das Leben als Nullsummenspiel: Das eigene Glück wachse aus dem Unglück des anderen. Watzlawick setzt dagegen das Nichtnullsummenspiel, in dem beide gewinnen können. Anekdoten von Margaret Mead, George Bernard Shaw, Groucho Marx, Jean Genet, Jean-Paul Sartre, William Shakespeare und Alan Watts tragen die Behauptung.

Der Ton ist ironisch, knapp, aphoristisch, ohne Therapieprotokoll. Der Epilog nennt Fairness, Vertrauen, Toleranz. Ein Schlusszitat aus Dostojewskis Dämonen sagt, der Mensch sei unglücklich, weil er nicht wisse, dass er glücklich sei. Unsicher und beabsichtigt ist die Gattung: Die Parodie kann als echter Ratgeber wirken, wenn der Leser die aufgeführten Fehler meidet. Watzlawick löst das Paradox nicht auf. Die Gegenposition steckt schon im Kellerloch: der Wille zum eigenen Unheil gegen alle Versorgung. Das Buch erklärt nicht, was Glück ist; es zeigt Handgriffe, mit denen man es verspielt.

Einordnung

Der schmale Band wurde zum Kultbuch einer kommunikationstheoretischen Alltagspsychologie, die in Seminaren, Feuilletons und Therapien zitiert wird. Er steht neben Watzlawicks strengeren Arbeiten zur menschlichen Kommunikation und zur Wirklichkeit der Wirklichkeit. Nachbarschaft hat er zu Fromms Die Kunst des Liebens, die Übung ernst nimmt, ohne zu parodieren, und zur älteren Moralistik, die den Menschen als Wesen kennt, das am Glück Anstoß nimmt. Übersetzungen ins Englische, Italienische, Französische und Spanische folgten; der deutsche Erfolg übertraf die Fachbücher des Autors.

Das Missverständnis liegt darin, die Anleitung wörtlich als Rezept zum Unglück oder umgekehrt als versteckte Glücksgarantie zu lesen. Sie ist Satire auf den Glauben, Leben lasse sich nach Handbüchern steuern – und zugleich eine Lehre von Erwartung, Beziehung und Spielregel. Kritik hat eingewandt, Unglück sei keine Schuld, die man sich anlesen könne. Geblieben ist die Hammer-Geschichte und die Auskunft, dass Prophezeiungen sich erfüllen, wenn man ihnen die Arbeit überlässt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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