Amokspiel
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Amokspiel |
| Autor(en): | Sebastian Fitzek |
| Originaltitel: | Amokspiel |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2007 |
| Schlagwörter: | Geisel, Radio, Verhandlung, Schuld |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Knaur
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| Umfang dieser Ausgabe: | 448 Seiten |
| ISBN: | 9783426637180 |
| Verweise | |
Amokspiel ist ein 2007 bei Knaur erschienener Roman von Sebastian Fitzek, einer der frühen Bestseller, die ihn zum meistgelesenen deutschen Verfasser von Spannungsbüchern gemacht haben. Eine Kriminalpsychologin, die sich das Leben nehmen will, wird an einem Radiosender zu einer Geiselnahme gerufen, die das ganze Land mithören soll. Fitzek verdichtet Liveübertragung, Erpressung und private Schuld zu einem Ablauf, der in Echtzeit zu geschehen scheint. Der Band zeigt bereits das Muster späterer Bücher: eine beschädigte Hauptfigur, ein öffentliches Verbrechen, eine Wendung, die das Vorher Gesagte umdeutet. 2018 entstand eine Fernsehfassung; das Buch bleibt das Original des Spiels.
Inhalt
Ira Samin ist eine bekannte Kriminalpsychologin. Seit dem Selbstmord ihrer ältesten Tochter trägt sie eine Schuld, die sie an diesem Tag beenden will: Tabletten, Abschied, kein Auftrag mehr. Dann kommt der Anruf. Im Studio eines Berliner Radiosenders hat Jan May Geiseln genommen, darunter Iras jüngste Tochter, die dort arbeitet. May sendet live und stellt Regeln auf. Er wählt wahllos Telefonnummern; wer sich nicht mit einer bestimmten Parole meldet, zahlt mit dem Leben einer Geisel. Die einzige Forderung klingt unerfüllbar: May will seine Verlobte Leonie Gregor sprechen. Laut Polizeiakten ist Leonie vor Monaten bei einem Autounfall gestorben.
Ira verhandelt, während sie selbst am Rand steht. Der Chefredakteur Diesel hilft ihr, Spuren zu Leonie zu suchen: Ungereimtheiten im Unfall, Namen, die nicht zusammenpassen, eine Geschichte hinter der offiziellen. Je länger die Sendung dauert, desto mehr wird aus der Geiselnahme ein Verhör der Vergangenheit – Mays und Iras. Fitzek schaltet zwischen Studio, Leitstelle und Iras Erinnerung; die Hörer im Land werden zur Kulisse, die mitzählt. Ira begreift, dass May nicht nur töten, sondern eine Wahrheit erzwingen will, die jemand begraben hat. Die Parole am Telefon ist weniger Willkür als Filter: Wer nicht weiß, worum es geht, ist außen, und außen stirbt man.
Die Auflösung bindet Iras Entschluss zum Sterben an das, was im Studio verlangt wird. Leonie ist nicht einfach tot oder lebendig; die Akten lügen in eine Richtung, May in eine andere, und Ira muss wählen, wem sie glaubt, während die Geiseln noch atmen. Fitzek spart den letzten Schnitt nicht aus: Das Spiel endet, aber nicht so, dass die Psychologin unbeschädigt nach Hause geht. Die private Katastrophe und die öffentliche werden als ein Fall erzählt. Wer nur auf den Geiselnehmer starrt, verpasst, dass die Verhandlerin das zweite Spiel spielt.
Einordnung
Fitzek hat mit Amokspiel das Format gefunden, das seine späteren Romane variieren: der geschlossene Ort, die Uhr, die Medienöffentlichkeit, die Hauptfigur mit einem Geheimnis, das das Verbrechen spiegelt. Die Konstruktion ist handwerklich straff, die Psychologie plakativ, die Wendungen kalkuliert; genau das hat ein Millionenpublikum an ihn gebunden. Gegen die skandinavischen Ermittlerromane derselben Jahre setzt er keine Behörde als Heldin, sondern eine Frau, die schon vor dem ersten Schuss am Ende ist. Die Sat.1-Verfilmung von 2018 mit Franziska Weisz hat die Live-Logik ins Bild geholt und dabei kürzen müssen, was der Roman an Innenstimme trägt.
In der deutschsprachigen Spannungsliteratur nach 2000 steht Fitzek weniger neben dem Gesellschaftsroman als neben dem Unterhaltungsapparat, der den Buchhandel an der Kasse kennt. Amokspiel ist kein Porträt des Radios und keine Studie des Amoklaufs; der Titel meint das Spiel, das aus Menschen Figuren auf einem Feld macht. Wer dem Band vorwirft, er missbrauche Trauer als Motor, beschreibt sein Verfahren zutreffend – und erklärt zugleich, warum es greift. Die spätere Produktivität hat denselben Satz oft wiederholt; hier ist er zum ersten Mal in dieser Schärfe zu lesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
