American Witness
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | American Witness |
| Autor(en): | R. J. Smith |
| Originaltitel: | American Witness. The Art and Life of Robert Frank |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2017 |
| Schlagwörter: | Fotografie, Amerika, Außenseiter, Verweigerung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Da Capo
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 352 Seiten |
| ISBN: | 9780306823367 |
| Verweise | |
American Witness. The Art and Life of Robert Frank ist die 2017 bei Da Capo Press erschienene Biographie von R. J. Smith über den Fotografen Robert Frank. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. Smith hat die erste umfassende Vita des Mannes geschrieben, der mit The Americans das optimistische Selbstbild der Nachkriegsgesellschaft durchkreuzte und danach den Erfolg verweigerte.
Inhalt
Smith schreibt gegen das Orakel und gegen die Anekdote vom mürrischen Genie. Frank, 1924 in Zürich geboren, jüdische Herkunft, der Krieg als Ferne und als Enge, 1947 die Vereinigten Staaten, New York, Walker Evans, die Guggenheim-Fahrt, rund siebenundzwanzigtausend Negative, dreiundachtzig Bilder in einem Buch, das zuerst geschmäht und später zum Maß der amerikanischen Photographie wurde: Einsamkeit, Rassentrennung, Konsum, die Flagge, die nicht mehr trägt. Smith erzählt den Blick des Außenseiters, ohne ihn zur Schweizer Tugend zu machen. Frank sah, weil er nicht dazugehörte; er blieb, weil die Zugehörigkeit ihn angewidert hätte.
The Americans ist das Hauptwerk; die Biographie macht lesbar, was es kostete, es zu sehen und nicht zu wiederholen. Frank wandte sich dem Film zu, half die unabhängige Szene der sechziger Jahre tragen, drehte mit den Rolling Stones, verließ die Rolle des Fotografen, die der Markt ihm zudachte. Gegen Parks’ Waffe setzt er das Bild, das nicht mehr reformieren, nur noch zeigen will, wie leer der Wohlstand ist. Gegen Sanders Typen setzt er die Unschärfe, die Typen zerfallen lässt. Smith hat Freunde, Archive, die Verweigerung Franks selbst überwunden, so weit das geht. Der Band bleibt eine Annäherung an jemand, der Interviews zur Hintertür machte.
Unsicher wird das Buch, wo Bewunderung den Preis der Verweigerung für andere mildert – Familie, Mitarbeiter, die das Leben mit einem Mann teilten, der Originalität über Wiederholung stellte. Smith verheimlicht das nicht ganz. Die Stärke ist die Hartnäckigkeit, Frank als amerikanischen Zeugen zu lesen, der Amerika nicht liebte, indem er es schmeichelte. Wer nur die berühmten dreiundachtzig Bilder kennt, hat die Verweigerung nicht gelesen. Wer nur den Mystiker will, unterschlägt die Fahrt, die Arbeit, die Auswahl, ohne die aus siebentausend Meilen kein Buch wird.
Einordnung
2017 ist der Band die Vita, auf die die Frank-Lektüre angewiesen war, nachdem das Werk den Mann verschluckt hatte. Er steht in Die Macht des Blicks als das Buch des Nachkriegsblicks und neben einer Geschichte der literarischen Gegenkultur, die Frank als Nebenfigur der anderen kennt. Nachbarschaft hat er zu Sontags Über Fotografie, die genau diesen Blick als Aneignung belasten kann, und zu Langes Krise, die vierzig Jahre früher Armut noch als Auftrag fotografierte. Wer nach Smith über The Americans spricht, als wäre es ein Stimmungsbuch, hat die Rassentrennung in diesen Bildern nicht gesehen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die Macht des Blicks (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
