Air
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Air |
| Autor(en): | Christian Kracht |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | KiWi |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2025 |
| Seitenanzahl: | 224 Seiten |
| Originaltitel: | Air |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3462004573 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783462004571 |
| Schlagwörter: | Luft, Inseln, Flucht, Märchen |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Air ist der Roman von Christian Kracht, im März 2025 bei Kiepenheuer und Witsch erschienen. Ein Schweizer Inneneinrichter lebt auf den Orkney-Inseln, nimmt einen Auftrag in einem norwegischen Rechenzentrum an und verschwindet in einer zweiten Welt, in der die Himmelsrichtungen vertauscht sind. Kracht hat Satire, Märchen und die Erinnerung an Astrid Lindgrens Die Brüder Löwenherz in einem schmalen Band verschränkt. Das Buch wurde umgehend für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und polarisierte die Kritik zwischen Entdeckerfreude und Enttäuschung. Der Titel meint Luft, Leere, das japanische Wort des Auftraggebers für Luft – und die Schwierigkeit, festzuhalten, was erzählt wird.
Inhalt
Paul verdient in Stromness sein Geld damit, leere Häuser so einzurichten, dass Käufer sich ein schönes Leben darin vorstellen. Das Designmagazin Kūki schickt ihn nach Stavanger, unterirdische Hallen einer gewaltigen Rechenanlage in vollkommenem Weiß zu streichen. Der Herausgeber Cohen interessiert sich weniger für Farbe als für slawische Geheimlehren; Paul ist enttäuscht. Während der Besichtigung trifft eine Sonneneruption die Erde, der Strom fällt aus, Paul verschwindet, Cohen tötet sich, weil seine Gegenentwürfe zum Kapitalismus selbst Ware werden. Parallel erzählt der Roman von einem »Fremden«, den das neunjährige Waisenmädchen Ildr nach einem Jagdunfall pflegt. Soldaten eines Herzogs jagen den Mann: Er trägt ein Heilmittel gegen den »Gelben Tod«, eine Brille, die als Glas und Fernrohr dient, und eine keramische Pistole aus dem Drucker.
Paul hatte in Stromness eine Bauanleitung für eben diese Waffe und Lindgrens Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank genommen. In der anderen Welt geht die Sonne im Westen auf; der Fremde, Ildr und ein Hund fliehen nach Süden ans Eismeer und werden in einer Steinstadt aufgenommen, die nur Stein und Wasser nutzt. Cohen taucht auf, aus der Antarktis hergerudert in einem Boot namens Dóchas, irisch für Hoffnung – wie Pauls Boot auf Orkney. Ab der zweiten Hälfte fällt der Wechsel der Ebenen weg. Sie verteidigen die Stadt; der Herzog erschießt Ildr, bevor er selbst fällt. Paul, Cohen und andere ziehen nach Norden in die verlassene Stadt des Herzogs, dann weiter, beschrieben wie Merlin und Lancelot auf einem Gemälde, das in Pauls Haus hing.
Im letzten, kurzen Kapitel hängt dasselbe Bild in Barnhill auf Jura, dem unzugänglichen Haus, von dem Paul zu Lebzeiten träumte und in dem George Orwell 1984 schrieb. Der Roman widmet sich Krachts Tochter Hope und Frauke Finsterwalder. Namen der Hoffnung kehren als Boot, als Kind, als Haus wieder. Kracht erzählt leicht und rätselhaft, ohne die zweite Welt als Traum zu erklären oder die erste als bloßes Vorspiel. Wer eine Satire auf das Weiß der Inneneinrichtung sucht, findet sie; wer nur sie sucht, verfehlt Ildr und den Gelben Tod. Der Schluss lässt Paul nicht heimkehren, sondern ein Bild umhängen.
Einordnung
Nach Faserland hat Kracht die Bundesrepublik verlassen, Asien, Diktatoren, den Weltraum umkreist und kommt in Air bei einem Märchen an, das nach der digitalen Höhle verlangt. Das Rechenzentrum in der Kaverne ist die Gegenwart; die Steinstadt ist die Gegenwelt aus Stein und Wasser. Jan Drees las Pinocchio im Untergrund; Tobias Rüther blieb unzufrieden. Die Nähe zu Lindgren ist ausgesprochen, keine Anspielung zum Schmuck. Die Nominierung in Leipzig zeigt, dass der Betrieb den schmalen Band sofort als Ereignis nahm; ob er hält, was Faserland oder spätere, härtere Bücher gehalten haben, ist die offene Frage der ersten Monate.
Der Umschlag der Hardcoverausgabe zeigt Odd Nerdrums Gemälde »The Black Cloud«. Kracht hat den Roman als radikale Romantik angekündigt: aus der leerlaufenden Zivilisation in eine verspiegelte Landschaft der Literatur. Wer ihn für bloßen Eskapismus hält, hat Cohens Tod über dem Verkauf der eigenen Kritik nicht gelesen. Wer ihn für ein Kinderbuch für Erwachsene hält, ist näher an der Widmung. Die angegebene KiWi-Ausgabe ist die Erstausgabe.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
